Rostock wurde am 24. Juni 1218 das Lübische Stadtrecht bestätigt, seit 1283 gehörte die Stadt der Hanse an. Aus dieser Zeit sind mehrere Bauten der Backsteingotik erhalten. Die Petrikirche etwa wurde in der für den Ostseeraum typischen Bauweise der Backsteingotik errichtet, und das Rathaus gilt wie die Rathäuser in Lübeck und Stralsund als einer der bedeutendsten Profanbauten dieser Bauweise.
Der Rundgang führt zu acht Stationen und folgt einer Frage, die sich an jedem Gebäude stellen lässt: Welche Farbe hat der Stein, und wie ist er bearbeitet? Die Antworten fallen sehr verschieden aus. Die erste Petrikirche bestand aus dunkelroten bis violetten Steinen. An der Marienkirche wurde in den älteren Teilen roter Backstein vermauert, für die Bauphase um 1400 sind lehmgelbe und grün glasierte Ziegel kennzeichnend. Das Rathaus erhielt eine Schauwand aus glasierten farbigen Ziegeln, und am Haus Ratschow in der Kröpeliner Straße sitzen Formsteine mit Löwen und Rosetten in einem Fries.
Vieles davon ist verändert oder verloren. Die Luftangriffe von 1942 und 1944 vernichteten die Altstadt gut zur Hälfte. Die Jakobikirche wurde bis 1960 vollständig abgerissen, die Petrikirche stand 52 Jahre ohne Turmhelm. Die Lange Straße, zwischen 1953 und 1958 gebaut, greift Rosetten, Staffelgiebel und Fialen der norddeutschen Backsteingotik wieder auf. Der Rundgang endet am Haus Ratschow, dessen Giebel den Brand von 1945 überstand.








Dies ist die Lange Straße. Sie wurde 1953 bis 1958 unter der Leitung von Joachim Näther gebaut, nachdem die alte Straße 1942 großenteils vernichtet worden war. Die Planung enthielt die Auflage, lokale Rostocker Bautraditionen aufzugreifen. So griff man bei der Fassadengestaltung auf Zierelemente der norddeutschen Backsteingotik zurück: Rosetten, Staffelgiebel und Fialen. Gegenüber dem historischen Original ist sie dreimal so breit. Das höchste Haus, an der Ecke Schnickmannstraße, trägt einen kupfernen Dachreiter und ersetzt in der Silhouette die Jakobikirche. Seit 1979 steht die Lange Straße als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. mehr über Lange Straße
Sie stehen vor dem Hausbaumhaus, Wokrenterstraße 40. Es wurde 1490 errichtet, die Namen der Baumeister sind nicht überliefert. Typisch für die Zeit ist die hohe Form mit der schmalen Fassade zur Straße. Die Fassade besteht aus Backstein und endet in einem Staffelgiebel mit fünf Blenden. Im Inneren trägt ein Eichenstamm, der Hausbaum, die Kernlast des Hauses. Er ruht auf einem großen Granitfindling im Keller. Das Gebäude diente vor allem als Speicher: Mit einer Winde im Dachgeschoss hievte man die Waren von der Diele auf die drei Lagerböden. Am 17. März 1983 wurde es nach der Rekonstruktion als Haus der Architekten wiedereröffnet. mehr über Hausbaumhaus
Willkommen in Rostock. Dieser Rundgang gilt einem Baustoff, dem Backstein, und wir achten auf seine Farbe und seine Formen. Sie stehen vor der Marienkirche. Nach dem Zusammenschluss der Teilstädte 1265 genügte der alte Bau dem Anspruch der aufstrebenden Hansestadt nicht mehr. Das Vorbild für den Neubau war die Marienkirche in Lübeck, mit der Rostock konkurrieren wollte. Die Arbeiten begannen um 1290, 1454 waren die Gewölbe vollendet. In den älteren Teilen wurde roter Backstein vermauert, um 1400 kamen lehmgelbe und grün glasierte Ziegel hinzu. Zwei Türme waren geplant, gebaut wurde nur einer, weil sich das südliche Turmmauerwerk beim Bau geneigt hatte. Am 12. November 1419 wurde hier die Universität eröffnet. mehr über Marienkirche Rostock
Sie stehen vor dem Haus Ratschow, Kröpeliner Straße 82, in dem die Stadtbibliothek sitzt. Das spätgotische Backsteinhaus wurde Ende des 15. Jahrhunderts gebaut. Sein Staffelgiebel ist mit Zinnen besetzt, ein Friesband aus Formsteinen zeigt Löwen und Rosetten. Das Haus überstand die Bomben, brannte aber am 3. Mai 1945 bis auf die Giebelfassade ab. Ab 1950 wurde es hinter der Fassade neu errichtet. Seit 1961 ist hier die Stadtbibliothek untergebracht. Die Stadt hatte das Haus 1910 von Ernst Ratschow gekauft, der für sein Geschäft das Mietrecht behielt. Der Giebel hat gestaffelte Spitzbogenblenden und Kreisblenden mit Passionsszenen in den Bogenzwickeln. Hier endet unser Rundgang. mehr über Stadtbibliothek Rostock
Sie stehen in der Kröpeliner Straße, die vom Neuen Markt bis zum Kröpeliner Tor führt, 650 Meter lang. 1968 wurde sie zur Fußgängerzone. Vierzig Bauwerke stehen hier auf der Liste der Baudenkmale, darunter Backsteingotik und Backsteinrenaissance der Hansezeit. Das Straßenbild prägen aber vor allem Giebelbauten im Stil von Barock, Klassizismus und Historismus. Nur ein Haus hat eine gotische Backsteinfassade, das Ratschow-Haus, Nummer 82. An ihm endet unser Rundgang. Am Westende steht das Kröpeliner Tor, ein gotischer Backsteinbau von 54 Metern Höhe. Ein Abschnitt der Straße hieß bis in die Nachkriegszeit Blutstraße, vom niederdeutschen blot, ungepflastert. mehr über Kröpeliner Straße
Hier stand die Jakobikirche, die Pfarrkirche der Neustadt. Schon um 1280 gehörte ein erster Ziegelhof vor dem Bramower Tor zu St. Jakobi. Daher nimmt man als Baubeginn etwa 1300 an. Es war eine dreischiffige Backsteinbasilika, aufwendiger gestaltet als die drei anderen Hauptkirchen, ein Zeichen für Reichtum und Ansehen der Hansestadt. Ungewöhnlich für die Backsteingotik waren die Laufgänge im Bereich der Seitenschiffe. Im April 1942 brannte das Turmmassiv aus, im Mai 1947 brach das Hochschiff ein. Von 1957 bis 1960 wurde der Rest abgerissen oder gesprengt. Im Boden ist der Grundriss der Kirche in Stein nachgezeichnet, Kolonnaden zeigen die Höhe des Seitenschiffs. mehr über Jakobikirche
Sie stehen auf dem Neuen Markt vor dem Rathaus, dem ältesten erhaltenen weltlichen Bau der Stadt. Nach dem Zusammenschluss der Teilstädte 1265 baute man hier ein viel größeres Rathaus für die ganze Stadt. Der Kern sind zwei Bürgerhäuser aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind sie aufgestockt und durch eine Schauwand aus glasierten farbigen Ziegeln zusammengefasst. Diese Wand verdeckt heute zum großen Teil ein barocker Vorbau von 1726. Im Haus tagte der Rat, es war aber auch Kaufhaus, und die Verkaufsplätze gingen vor allem an Tuchhändler. An einer Säule der Arkaden sitzt seit 1998 eine lebensgroße Schlangenplastik. mehr über Rathaus Rostock
Sie stehen vor der Petrikirche, der ältesten der einst vier Stadtkirchen Rostocks. Mit 117 Metern ist sie auch die höchste. Hier begann die Stadt, mit einer Siedlung um diese Kirche. Der erste Bau um 1300 bestand aus dunkelroten bis violetten Steinen, teilweise auch aus Granit. In der Mitte des 14. Jahrhunderts folgte die Basilika, die Sie vor sich haben, in der für den Ostseeraum typischen Bauweise, der Backsteingotik. Das Westportal im Turm ist im Wechsel aus glasierten und unglasierten Formsteinen gemauert. Der Luftangriff in der Nacht vom 26. auf den 27. April 1942 ließ sie ausbrennen. Danach fehlte der Turmhelm 52 Jahre lang. mehr über Petrikirche
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Der Weg misst 2,5 Kilometer und dauert zu Fuß rund 34 Minuten. Mit den Texten zu den 8 Stationen planen Sie besser eine Stunde ein.
Der Stadtrundgang erzählt die Stadt. Dieser hier verfolgt ein einziges Thema und führt nur zu den 8 Bauten, die dazugehören – auch wenn sie abseits der üblichen Wege liegen.
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Wer Rostock zum ersten Mal sieht, fängt besser beim Stadtrundgang durch Rostock an: 15 Stationen, 3,7 km. Beide Rundgänge liegen in derselben Anwendung, Sie wechseln im Menü.