Stadtohr

Stadtrundgang Rostock · Station 10 von 17

Kröpeliner Straße

· einkaufsstraße, giebelhäuser, fußgängerzone, stadtgeschichte

Kröpeliner Straße
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen in der Kröpeliner Straße, der Haupteinkaufsstraße im historischen Zentrum Rostocks. Der Neue Markt und das Kröpeliner Tor bilden ihre Endpunkte. Die Straße ist 650 Meter lang, die Hausnummern reichen von 1 bis 99. Ihr Mittelpunkt ist der Universitätsplatz. Schauen Sie auf die Giebelhäuser: Die Straße ist bekannt für ihre traditionsreichen, oft originalgetreu restaurierten Häuser mit aufwendig gestalteten, farbenfrohen Fassaden. Vierzig Bauwerke verschiedener Stilepochen stehen auf der Liste der Baudenkmale, darunter Backsteingotik und Backsteinrenaissance der Hansezeit, Klassizismus, Barock, Historismus und Postmoderne. Eines sticht heraus: Das Ratschow-Haus ist das einzige Gebäude der Straße mit einer gotischen Backsteinfassade. Bemerkenswert sind seine Treppengiebel mit Zinnen, glasierten Steinen, Terrakottareliefs und -medaillons. Seinen Namen trägt es nach dem Leinen-, Wäsche- und Bettengeschäft der Familie Ratschow, das hier von Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg lag. 1945 brannte das Haus vollständig aus, ab 1950 wurde es hinter dem erhaltenen Giebel neu aufgebaut. Heute ist hier die Stadtbibliothek. Der Rostocker Hof in den Häusern 26 bis 28 wurde 1888 als Hotel eröffnet, drei alte Giebelhäuser mussten dafür weichen. 1945 bezog die sowjetische Stadtkommandantur das Haus, später die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach 1990 wurde das Gebäude abgerissen, die Fassade blieb. Die Straße trug nicht immer ihren Namen. Der Abschnitt zwischen Neuem Markt und der Faulen Grube hieß bis in die Nachkriegszeit Blutstraße, abgeleitet vom niederdeutschen „blot“, bloß, ungepflastert. Bis zur Entstalinisierung hieß die Straße Stalinstraße. Woher der Name Kröpeliner Straße kommt, ist umstritten: von der Stadt Kröpelin westlich von Rostock oder von einer gleichnamigen Patrizierfamilie. 1881 fuhr die erste Pferdebahn durch Rostock, eine Linie hielt auch hier. Ab dem 20. Mai 1961 fuhren die Bahnen nicht mehr durch die enge Fußgängerzone, die Schienen kamen in die Lange Straße. 1968 wurde die Straße zur Fußgängerzone, eine der ersten in der DDR. Heute besuchen sie stündlich rund 5000 Menschen, über 250 Läden bieten ihre Waren an. Am westlichen Ende liegt das Kröpeliner Tor, ein 54 Meter hoher gotischer Backsteinbau, Teil der Stadtbefestigung des 13. und 14. Jahrhunderts. Das Tor braucht eigene Zeit.

Kurzfassung

Sie stehen in der Kröpeliner Straße, der Haupteinkaufsstraße im historischen Zentrum von Rostock. Sie ist 650 Meter lang und reicht vom Neuen Markt bis zum Kröpeliner Tor. Vierzig Bauwerke stehen auf der Liste der Baudenkmale. Seit 1968 ist sie Fußgängerzone.

Für Kinder

Das ist die Einkaufsstraße von Rostock. Sie ist 650 Meter lang, und hier dürfen keine Autos fahren. Schau dir die Häuser an: Sie haben Giebel und bunte Fassaden. Vierzig der Häuser stehen unter Denkmalschutz. Früher hieß ein Teil der Straße Blutstraße, aber das hat mit Blut nichts zu tun. Das Wort kommt von „blot“, das bedeutet bloß, ungepflastert. Früher fuhr hier die Straßenbahn durch, bis 1961. Heute besuchen die Straße in einer Stunde rund 5000 Menschen. Kannst du ein Haus mit einem Treppengiebel finden?

Quellen

Koordinaten: 54.0886, 12.135 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.