
Sie stehen auf dem Neuen Markt vor dem Rathaus. Es ist der älteste erhaltene Profanbau der Stadt, also der älteste erhaltene weltliche Bau, und gilt wie die Rathäuser in Lübeck und Stralsund als einer der bedeutendsten Profanbauten der Backsteingotik im Ostseeraum. Ursprünglich war es ein Verbund aus drei Häusern, seine Entstehung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Wie kam es hierher? Als sich die drei Teilstädte 1265 zusammenschlossen, legte man den Neuen Markt als Standort eines neuen, größeren Rathauses der Gesamtstadt fest. Man erweiterte nicht den kleinen Bau, der schon dort stand, sondern errichtete an der Ostseite des Platzes ein viel größeres Rathaus. Anders als in Lübeck oder Stralsund bildet es kein Ensemble mit der Hauptpfarrkirche, es steht in einiger Entfernung von der Marienkirche. Zwei unterkellerte Bürgerhäuser aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bildeten das ursprüngliche Ensemble. Noch heute erkennt man sie von außen an zwei Satteldächern und innen an zwei Schiffen. Im nördlichen Haus kam der Rat zusammen und hielt Gericht. Wie andere Rathäuser im Ostseeraum diente der Bau auch als Kaufhaus und Warenlager. Die Verkaufsplätze im Erdgeschoss und im gewölbten Keller wurden vor allem an Tuchhändler verpachtet. Als der Tuchhandel an Bedeutung verlor, wurde der Keller zum Bier- und Weinkeller. Er wird noch heute als Ratsschänke genutzt und ist der am besten erhaltene Teil des mittelalterlichen Rathauses. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Häuser um ein zweites Obergeschoss erhöht und durch eine monumentale gotische Schauwand aus glasierten farbigen Ziegeln zusammengefasst. Von dieser Wand sehen Sie heute wenig. 1718 beschädigte ein Unwetter den Laubenvorbau, und 1726 entstand ein barocker Neubau nach französischen und italienischen Einflüssen, entworfen vom Sachsen Zacharias Voigt. Er verdeckt seitdem die spätgotische Backsteinwand. Unter den Kolonnaden finden sich Reste einer mittelalterlichen Wandbemalung, die Christus als Weltenrichter zeigt. An der vierten nördlichen Säule der Arkaden sitzt seit 1998 eine lebensgroße Schlangenplastik von Erhard John. Sie soll die Weisheit darstellen und Besucher einladen, die Stadt zu erkunden. Andere Deutungen sehen in der Doppelzüngigkeit der Schlange einen Hinweis auf die Gepflogenheiten im Rathaus. Den britischen Bombenangriff im April 1942 überstand das Rathaus unbeschadet. Ein Anbau links wurde vernichtet, an seiner Stelle entstand in den 1950er Jahren ein Anbau im Stil des Funktionalismus, im Volksmund Hasenstall genannt.
Sie stehen auf dem Neuen Markt vor dem Rostocker Rathaus. Es ist der älteste erhaltene Profanbau der Stadt und gilt wie die Rathäuser in Lübeck und Stralsund als einer der bedeutendsten Profanbauten der Backsteingotik im Ostseeraum. Seine Entstehung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Das ist das Rathaus von Rostock. Es ist das älteste erhaltene weltliche Gebäude der Stadt und stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Hinter dem Säulengang versteckt sich eine gotische Wand aus glasierten, bunten Ziegeln. Den Vorbau davor baute man erst 1726. Im Keller gibt es noch immer eine Ratsschänke. Früher haben dort Tuchhändler Verkaufsplätze gepachtet. An einer Säule der Arkaden sitzt eine lebensgroße Schlange. Sie ist ein Kunstwerk von 1998 und soll die Weisheit darstellen. Kannst du sie finden?
Koordinaten: 54.0886, 12.1411 · auf der Karte