Stadtohr

Stadtrundgang Rostock · Station 4 von 17

Kuhtor

1262 · stadtbefestigung, tor, mittelalter, literatur

Kuhtor
Foto: Ch. Pagenkopf, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Kuhtor. Es ist das älteste der noch bestehenden vier von ehemals 22 Toren der historischen Rostocker Stadtbefestigung, eines der ältesten Gebäude Rostocks und das wohl älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Schauen Sie auf Sockel und Fundament: Sie sehen die massiven Steine, die für spätmittelalterliche Wehranlagen typisch waren, dazu Schießscharten und Einbuchtungen, an denen im Mittelalter Baugerüste befestigt wurden, wenn Ausbesserungen nötig waren. Im Kriegsfall konnten diese Einbuchtungen zu Durchbrüchen für Wehrgänge erweitert werden. Der viergeschossige Wehrturm ist acht mal neun Meter breit, die Mauern sind zwei Meter dick. Das Tor selbst misst 3,5 Meter in der Breite und drei Meter in der Höhe. 1262 wurde der frühgotische Torturm erstmals erwähnt, er führte auf die Straße nach Bützow und Werle. Sehr bald ersetzte ihn das Steintor als wichtigstes Tor nach Süden. Nun führte man nur noch das Vieh hindurch auf die Warnowwiesen, daher der Name. Zum Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Feldseite zugemauert. Als der Rat 1608 entschied, das Tor als leichtes Gefängnis zu nutzen, wurde auch die Stadtseite geschlossen. Später machte man es bewohnbar. Von 1671 an wohnte der Büchsenmacher der Stadt darin, 1825 wurde es vollständig zu einem Wohnhaus umgebaut. Bis 1937 stellte die Stadt es Bediensteten, Handwerkern und Tagelöhnern als Wohnung zur Verfügung. 1938 wurde es teilweise rekonstruiert, vier Jahre später trafen es Bomben schwer: Der Dachstuhl wurde vernichtet, das Tor brannte völlig aus. 1962 bis 1964 bekam es ein neues Dach, 1984 war die Rekonstruktion vollständig. Von 1985 bis 1990 war es Sitz des Bezirksvorstands des Schriftstellerverbandes der DDR. Am 9. November 1990 wurde der Literaturförderkreis Kuhtor gegründet. Bis Ende 2009 beherbergte das Haus das Literaturhaus Rostock, seit Anfang 2010 ist es Sitz der Mediationsstelle Rostock.

Kurzfassung

Sie stehen am Kuhtor. Es ist das älteste der noch bestehenden vier von ehemals 22 Toren der Rostocker Stadtbefestigung und wurde 1262 erstmals urkundlich erwähnt. Seinen Namen hat es, weil man hier nur noch das Vieh hindurchführte. Seit 2010 sitzt hier die Mediationsstelle Rostock.

Für Kinder

Dieses Tor gehörte zur alten Stadtmauer. Es heißt Kuhtor, weil man hier nur noch das Vieh hindurchführte, hinaus auf die Wiesen an der Warnow. Schon 1262 wird es zum ersten Mal erwähnt. Es ist ein Turm mit vier Geschossen, seine Mauern sind zwei Meter dick, und er hat Schießscharten. Später wurde das Tor zugemauert und diente als kleines Gefängnis. Danach wohnten Menschen darin. Im Krieg brannte es aus und wurde wieder aufgebaut. Warum braucht eine Stadt wohl ein Tor, durch das nur Kühe gehen?

Quellen

Koordinaten: 54.0867, 12.1436 · auf der Karte

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