Stadtohr

Stadtrundgang Rostock · Station 6 von 17

Steintor

1574–1577 · stadttor, renaissance, konflikt, stadtbefestigung

Steintor
Foto: Tilman2007, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Steintor. Das Tor, wie Sie es sehen, wurde 1574 bis 1577 im Renaissance-Baustil errichtet. Es gehörte zu den vier Haupttoren der Stadt, neben dem Kröpeliner Tor, dem Petritor und dem Mühlentor, und führt über die Steinstraße direkt zum Neuen Markt. Das erste Tor von 1279 löste das etwas weiter östlich gelegene Kuhtor schon kurz nach seiner Entstehung als Hauptportal der Stadt ab. Es stand keine 300 Jahre. 1565 verweigerte Rostock Herzog Johann Albrecht I. den Huldigungseid. Es ging unter anderem um die Einführung einer Bieraktie zugunsten der Herzöge. Der Herzog zog mit 500 Reitern durch das Steintor in die Stadt und ließ es 1566 schleifen, dazu Teile der Stadtmauer, und baute aus den Steinen eine Festung im heutigen Rosengarten. Der Erste Rostocker Erbvertrag vom 21. September 1573 beendete den Konflikt: Er garantierte den Landesfürsten die Erbherrschaft über die Stadt und machte sie zu höchsten Richtern. Die Bürger erkauften sich vom Herzog das Recht, die Festung zu schleifen, und bauten von 1574 bis 1577 teuer wieder auf, im Stil der Niederländischen Renaissance. Eine Seltenheit: Die Bauleute sind bekannt. Antonius Wahrholt leitete den Bau, der Bildhauer war Hans Borgloh, Meister der Zimmerleute war Hinrich Kate. Schauen Sie auf die Stadtseite. Über dem Tordurchgang steht die Inschrift „Sit intra te concordia et publica felicitas“: In deinen Mauern herrsche Eintracht und öffentliches Wohlergehen. Zwei Löwen flankieren drei Wappen. In der Mitte sehen Sie das Wappen des Landesherrn, den mecklenburgischen Stierkopf, links das Wappen der Herrschaft Rostock, rechts das der Hansestadt. Diese Rangfolge sollte den Bürgern täglich vor Augen führen, wer hoheitlich das Sagen hatte. Die Feldseite ist dagegen schlicht gestaltet. Neun Öffnungen dienten als Schießscharten, an den Steinquadern war die Zugbrücke befestigt. 1942 beschädigte das Bombardement der Royal Air Force das Tor erheblich, es brannte bis auf die Umfassungsmauern aus. Von 1950 bis 1956 wurde es wiederaufgebaut. Die fehlende Verbindung zur Stadtmauer zeigen seit 2005 zwölf Stelen, die bei Dunkelheit grün leuchten. Seit Mai 2016 flankieren zwei Rostocker Greifen des Bildhauers Ene Slawow das Tor zur Stadtseite.

Kurzfassung

Sie stehen am Steintor. Es wurde 1574 bis 1577 im Renaissance-Baustil errichtet und war eines der vier Haupttore der Stadt. Das Vorgängertor ließ Herzog Johann Albrecht I. 1566 schleifen, nachdem Rostock ihm den Huldigungseid verweigert hatte. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Tor aus.

Für Kinder

Das Steintor war eines der vier Haupttore der Stadt. Schau dir die Stadtseite an: Über dem Durchgang sitzen drei Wappen, und zwei Löwen stehen daneben. Ein Herzog hat das alte Tor einmal zerstören lassen, weil die Stadt ihm den Treueeid verweigerte. Das war 1566. Die Bürger bauten es danach neu, von 1574 bis 1577. Im Zweiten Weltkrieg brannte es wieder aus und wurde aufgebaut. Seit 2016 stehen zwei Rostocker Greifen des Bildhauers Ene Slawow neben dem Tor. Findest du die beiden Löwen?

Quellen

Koordinaten: 54.0866, 12.1409 · auf der Karte

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