
Sie stehen vor der Stadtbibliothek, Kröpeliner Straße 82, im Haus Ratschow. Hier endet unser Rundgang. Das Haus wurde am Ende des 15. Jahrhunderts gebaut, als spätgotischer Backsteinbau, und es ist das einzige Haus in dieser Straße mit einer gotischen Backsteinfassade. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben, aber sie meinen Verschiedenes: Wikidata nennt für diese Station 1894. Das ist das Gründungsjahr der Bibliothek, nicht des Hauses. Schauen Sie hinauf zum Giebel. Er sitzt über einem zweigeschossigen Unterbau und ist der Blickfang. Sein Umriss ist mit Zinnen besetzt. Darunter läuft ein Friesband aus Formsteinen, die Löwen und Rosetten zeigen. Es wird begleitet von gestaffelten Spitzbogenblenden und von Kreisblenden, in deren Bogenzwickeln Passionsszenen zu sehen sind. Am Haus finden sich außerdem glasierte Steine, Terrakottareliefs und Medaillons mit biblischen Szenen. Der Schmuck ist hier aus dem Material des Hauses selbst gemacht: aus geformten und glasierten Steinen und aus Terrakotta. Zur Geschichte. 1910 kaufte die Stadt Rostock das Gebäude von Ernst Ratschow, der für sein Leinen-, Wäsche- und Bettengeschäft das Mietrecht behielt. Den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg entging das Haus. Am 3. Mai 1945 steckten es befreite Zwangsarbeiter an, und es brannte bis auf die Giebelfassade ab. Wegen der vielen Zerstörungen in der Stadt überließ man es Hans Ratschow im Erbbaurecht. Ab 1950 ließ er das Gebäude hinter der Fassade neu errichten. 1961 zog die Stadtbibliothek ein, nachdem Hans Ratschow aus der DDR geflüchtet war. 1994 verzichtete die Erbengemeinschaft Ratschow auf das Gebäude und schenkte es der Stadt. Seitdem heißt es Haus Ratschow. Zum Namen gibt es eine zweite Angabe: Danach trägt es ihn, weil dort seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Geschäft der Familie Ratschow war. Von 1989 bis 1992 wurde das Haus rekonstruiert. Der Giebel stammt aus dem Mittelalter. Was dahinter liegt, wurde nach 1945 neu errichtet. Wir haben auf diesem Rundgang die Farben des Backsteins verfolgt. In der ersten Petrikirche war er dunkelrot bis violett, in der Marienkirche zuerst rot, um 1400 dann lehmgelb und grün glasiert, am Rathaus bildeten glasierte farbige Ziegel eine ganze Schauwand. Hier am Haus Ratschow sind es Formsteine mit Löwen und Rosetten. Und dazwischen liegen die Verluste: die Jakobikirche, der Turmhelm der Petrikirche, die barocke Hülle am Rathaus. Die Lange Straße hat die Formen der Gotik aufgenommen und neu gebaut. Der Giebel hier stammt aus dem Mittelalter. Danke fürs Mitgehen.
Sie stehen vor der Stadtbibliothek, Kröpeliner Straße 82, im Haus Ratschow. Der spätgotische Backsteinbau stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Sein Staffelgiebel trägt Zinnen und ein Friesband aus Löwen- und Rosetten-Formsteinen. Hier endet der Rundgang.
Du stehst vor der Stadtbibliothek von Rostock. Das Haus hat einen Giebel mit Stufen und Zinnen, der mehr als 500 Jahre alt ist. In einem Streifen sitzen Löwen und Rosetten aus Ziegelstein. Im Jahr 1945 brannte das Haus bis auf diesen Giebel ab. Danach baute man es hinter dem Giebel neu auf. Heute kann man hier Bücher ausleihen. Welche Tiere siehst du am Giebel?
Koordinaten: 54.088631, 12.136621 · auf der Karte