
Sie stehen vor der Petrikirche. Sie ist die älteste und mit 117 Metern die höchste der ehemals vier Stadtkirchen Rostocks. Schauen Sie hinauf zum Turm: Er trägt seit 1994 wieder einen kupferbeschlagenen Helm, und das hat eine Geschichte. Um 1300 entstand an dieser Stelle ein erster Bau, der älteste Nachweis stammt von 1252. Er war dreischiffig, die Steine waren dunkelrot bis violett, die Mauern bestanden teilweise aus Granit. In der Mitte des 14. Jahrhunderts folgte die heutige Kirche, eine dreischiffige Basilika in der Backsteingotik, die für den Ostseeraum typisch ist. Um 1500 erhielt sie einen etwa 127 Meter hohen Turm. Schon 1543 zerstörte ihn ein Blitzschlag, worin die in Rostock verbliebenen Katholiken eine Strafe Gottes sahen. Bis 1578 baute man ihn mit Turmhelm wieder auf, nachdem ein Sturm ihn zwischenzeitlich teilweise zerstört hatte. Mit nun 117 Metern diente er als Orientierungsmarke von See wie von Land. Von dieser Kirche ging die Reformation in Rostock aus. 1523 beauftragte Herzog Heinrich V. den Kaplan Joachim Slüter mit der evangelischen Predigt. Acht Jahre lang leistete der Stadtrat Widerstand, dann gab er im April 1531 überraschend auf und erklärte die Lehre Martin Luthers in allen vier Hauptkirchen für verbindlich. In der Nacht vom 26. auf den 27. April 1942 wurde die Kirche bei einem Angriff der britischen Luftwaffe schwer getroffen. Der Turmhelm verbrannte, ebenso die Orgel, der barocke Altar, die Renaissance-Kanzel und das einzige Epitaph. Das wertvolle bronzene Taufbecken konnte gerettet werden, 1942 durch Auslagerung, 1945 durch Vergraben. Die Gewölbe des Mittelschiffs und des südlichen Seitenschiffs stürzten ein. Der Wiederaufbau verlief sehr zögerlich: Der Turm bekam ein Notdach, das Mittelschiff eine flache Holzdecke. 52 Jahre lang stand nur der Turmschaft. 1994 wurde wieder ein kupferbeschlagener Turmhelm aufgesetzt. Seine drei Teile wurden südlich der Kirche am Boden vorgefertigt und mit einem Mobilkran von 500 Tonnen Tragkraft übereinander auf den Schaft gesetzt. Am 13. November 1994 kam der restaurierte, neu vergoldete Wetterhahn an die Spitze. In 45 Metern Höhe gibt es eine Aussichtsplattform, über 195 enge Stufen oder einen Aufzug zu erreichen. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis Warnemünde und zur Ostsee.
Sie stehen vor der Petrikirche, der ältesten und mit 117 Metern höchsten der ehemals vier Stadtkirchen Rostocks. Von hier ging die Reformation in der Stadt aus. 1942 brannte die Kirche bei einem Luftangriff aus und verlor ihren Turmhelm. Erst 1994 bekam sie wieder einen.
Das ist die Petrikirche. Sie ist die älteste der Kirchen in der Stadt, und ihr Turm war mit 117 Metern der höchste. Schiffe wie Reisende konnten sich an ihm orientieren. Im Zweiten Weltkrieg, 1942, brannte die Kirche aus und verlor den Turmhelm. Danach stand 52 Jahre lang nur noch der Turmschaft, bis 1994 wieder ein Helm aufgesetzt wurde. Dafür brauchte man einen riesigen Kran. Oben auf dem Turm gibt es eine Aussichtsplattform, von der man bei klarem Wetter bis zur Ostsee sehen kann. Warum wollte man den Turm unbedingt wiederhaben?
Koordinaten: 54.090555555, 12.148055555 · auf der Karte