
Willkommen in Rostock. Sie stehen vor der Marienkirche, der evangelisch-lutherischen Hauptkirche der Stadt und einem Hauptwerk der norddeutschen Backsteingotik. Fangen wir bei der Stadt an, denn die Kirche ist ohne sie nicht zu verstehen. Rostock wurde am 24. Juni 1218 das Lübische Stadtrecht bestätigt. Die Stadt bestand damals aus drei Teilen: der Altstadt um die Petrikirche, der Mittelstadt um die Marienkirche und der Neustadt um die Jakobikirche. Zwischen 1262 und 1265 vereinigten sie sich. Der mittlere Kern wurde zum Verwaltungszentrum, und St. Marien zur zentralen Rats- und Hauptpfarrkirche. Die Stadt war da längst auf dem Weg nach oben: 1259 hatte sie mit Lübeck, Stralsund, Wismar und Kiel ein Bündnis geschlossen, den Wendischen Städtebund, der als Keimzelle der Hanse gilt, und seit 1283 gehörte sie der Hanse an. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1265, das Jahr der Vereinigung. Der Bau der heutigen Kirche begann aber erst um 1290, eine Vorgängerkirche wird schon 1232 erwähnt. Nach der Vereinigung genügte der alte Bau dem Repräsentationsbedürfnis der aufstrebenden Hansestadt nicht mehr. Man wollte eine größere Basilika, Vorbild war die Lübecker Marienkirche, mit der Rostock konkurrieren wollte. Die Arbeiten begannen um 1290 an der Ostseite und schritten sehr langsam nach Westen fort. Geplant war wie in Lübeck eine Doppelturmanlage. Sie wurde nicht ausgeführt, nachdem sich das südliche Turmmauerwerk während der Bauarbeiten ein wenig nach Osten geneigt hatte. So hat die Kirche einen einzigen mächtigen Westturm, 86,32 Meter hoch. 1454 wurden die Gewölbe vollendet. Schauen Sie auf den Baukörper: Er wirkt gedrungen, geprägt vom großen Querhaus. Innen wirkt die Kirche wie ein Zentralbau, weil das Querhaus das Langhaus genau in der Mitte durchdringt. Hier wurde auch Universitätsgeschichte geschrieben: Am 12. November 1419 eröffnete man die Universität feierlich in St. Marien. Noch heute weist das Professorengestühl unterhalb der Fürstenloge darauf hin, dass die Kirche bis um 1900 Universitäts- und Ratskirche war. Im Herbst 1989 war die Kirche Anlaufstelle oppositioneller Kräfte. Unter Pastor Joachim Gauck versammelte man sich zu Friedensgebeten, und von der Kirche gingen ab dem 19. Oktober 1989, immer donnerstags, die Demonstrationen gegen das SED-Regime aus. Bis zu 40.000 Rostocker nahmen daran teil. Im Zweiten Weltkrieg überstand St. Marien als einzige der vier Stadtkirchen die schweren Bombenangriffe von 1942 und 1944 vergleichsweise glimpflich. Zur reichen Ausstattung gehören Hauptaltar, Predigtkanzel, Orgel, ein Bronze-Taufbecken und eine astronomische Uhr. Sie ist die nächste Station.
Sie stehen vor der Marienkirche, der evangelisch-lutherischen Hauptkirche Rostocks und einem Hauptwerk der norddeutschen Backsteingotik. Der Bau der heutigen Basilika begann um 1290. Als einzige der vier Stadtkirchen überstand sie die Bomben von 1942 und 1944 vergleichsweise glimpflich.
Das ist die Marienkirche. Ihr Turm ist 86 Meter hoch. Sie ist aus Backstein gebaut, und der Bau dauerte sehr lange: Die Arbeiten begannen um 1290 und waren um die Mitte des 15. Jahrhunderts fertig. Eigentlich sollten es zwei Türme werden, aber beim Bauen neigte sich das Mauerwerk des südlichen Turms ein wenig zur Seite. Darum gibt es nur einen. 1419 wurde hier die Universität eröffnet, die älteste in Nordeuropa. Im Krieg wurde die Kirche nicht so schwer getroffen wie die anderen Stadtkirchen. Wie viele Türme siehst du?
Koordinaten: 54.089547, 12.1386 · auf der Karte