
Sie stehen in der Langen Straße, einer denkmalgeschützten Prachtstraße in der Altstadt. Sie wurde 1953 bis 1958 unter der Leitung von Joachim Näther gebaut, in einer außergewöhnlichen Mischung aus sozialistischem Neoklassizismus und norddeutscher Backsteingotik. Neben der Kröpeliner Straße ist sie die zweite West-Ost-Verbindung der Altstadt. Historisch hatte sie nur untergeordnete Bedeutung, mit schlichten Zweckbauten, Buden und einfachen Giebelhäusern. Das Vier-Nächte-Bombardement der Royal Air Force vom 23. bis 27. April 1942 vernichtete sie zum größten Teil. Im Wiederaufbau, der 1949 einsetzte, wollte die Staatsführung der DDR das Erscheinungsbild der Stadt als bedeutendstem Hafen der Republik durch eine monumentale Magistrale unterstreichen. Sie sollte das neue, sozialistische Rostock symbolisieren. Am 30. Januar 1953 setzte Walter Ulbricht den Grundstein. Von 1953 bis 1957 hieß sie Straße des Nationalen Aufbauwerks. Schon die Planung ab 1952 enthielt die Auflage, lokale Rostocker Bautraditionen aufzugreifen. Deshalb sehen Sie an den Fassaden Zierelemente der norddeutschen Backsteingotik: Rosetten, Staffelgiebel und Fialen. Schauen Sie die Straße entlang. Wegen ihrer geplanten Funktion als Aufmarschstraße ist sie dreimal so breit wie das historische Original, und in der Höhe übertrifft sie nur die Marienkirche nicht. Das höchste Haus an der Ecke Schnickmannstraße, mit einem kupfernen Dachreiter und Glockenstuhl, ersetzt in der Silhouette der Stadt die abgetragene Jakobikirche. Rostfarbene Stelen markieren die Positionen der historischen Straßen nach Norden und Süden. Wegen ihrer Breite ist die Lange Straße bis heute ein Riegel zwischen der Nördlichen Altstadt und der Stadtmitte. Seit 1979 steht sie als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. 1960 wurde die Straßenbahn aus der engen Kröpeliner Straße hierher verlegt. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: 1960 und 1961. 2021 wurde die Lange Straße als Fahrradstraße eingerichtet. Damit endet der Rundgang. Zwei Orte brauchen eigene Zeit: das Kröpeliner Tor, der 54 Meter hohe gotische Backsteinbau am westlichen Ende der Kröpeliner Straße, und Warnemünde, wo die Warnow in die Ostsee mündet.
Sie stehen in der Langen Straße, einer denkmalgeschützten Prachtstraße der Altstadt. Sie wurde 1953 bis 1958 unter der Leitung von Joachim Näther gebaut, in einer Mischung aus sozialistischem Neoklassizismus und norddeutscher Backsteingotik. Hier endet der Rundgang.
Das ist die Lange Straße. Nach den Bomben im April 1942 war hier das meiste zerstört. Danach baute man die Straße neu, von 1953 bis 1958. Sie sollte das neue, sozialistische Rostock zeigen und war für Aufmärsche gedacht. Deshalb ist sie dreimal so breit wie die alte Straße. Schau dir die Häuser an: Du findest Rosetten, Staffelgiebel und Fialen. Das sind Schmuckformen der norddeutschen Backsteingotik. Das höchste Haus an der Ecke hat einen kupfernen Dachreiter. Findest du die rostfarbenen Stelen? Sie zeigen, wo früher Straßen abzweigten.
Koordinaten: 54.0899, 12.1346 · auf der Karte