Duisburg liegt an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt dank ihrer Flusslage mit den Häfen und der Nähe zu den Kohlelagerstätten zu einem bedeutenden Industriestandort heran, auf der Basis der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie. 1824 entstand mit der Curtius-Schwefelsäurefabrik die erste große Fabrik, 1846 bekam Duisburg Anschluss an die Köln-Mindener Eisenbahn. Der Hafen, dessen Zentrum in Ruhrort liegt, gilt heute als größter Binnenhafen der Welt. Die erste und die dritte Themenroute der Route der Industriekultur führen durch das Stadtgebiet.
Dieser Rundgang lässt Stahl und Hochöfen beiseite. Er bleibt an einem einzigen Hafenbecken, dem Innenhafen, einem ehemaligen Handelshafen im Zentrum der Stadt. Hier wurden ab dem frühen 19. Jahrhundert Getreide, Kohle und andere Massengüter umgeschlagen. Die Stationen erzählen, was an diesem Wasser gelagert, gemahlen, gesägt und gehandelt wurde: Getreide in Speichern und Mühlen, Holz aus Flößen, Kau- und Rauchtabak, Waren für Kleinhändler.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Innenhafens ab. In den 1960er und 1970er Jahren wurden große Teile der Hafeninfrastruktur nicht mehr genutzt, einige Anlagen verfielen. Ab den 1990er Jahren wurde das Gebiet unter Beteiligung des britischen Architekten Norman Foster neu entwickelt. Historische Speicher blieben teilweise erhalten, zwei Mühlen nur, weil Bürgerinitiativen den Abriss verhinderten. Was heute darin ist, nennen die Stationen: Büros, Museen, Wohnungen, eine Kita, ein Gemeindezentrum.
Der Rundgang endet bei der Synagoge am Innenhafen, die 1999 eingeweiht wurde.












Sie stehen am Duisburger Hauptbahnhof. Das Eisenbahnzeitalter begann hier am 9. Februar 1846, als die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft ihren Duisburger Bahnhof einweihte. Heute kreuzen sich hier mehrere bedeutende Strecken, täglich halten rund 700 Nah- und Fernverkehrszüge. Der Hafen hat dabei den Bahnbau geprägt: Zwischen Bahnhof und dem Norden mündet die Ruhr in den Rhein, die Duisburger und Ruhrorter Häfen liegen dort. Der Bereich nördlich der Ruhr war deshalb auf die Strecken der Köln-Mindener Bahn mit Oberhausen als Zentrum ausgerichtet. Südwestlich des Bahnhofs liegt das Gelände des stillgelegten Güterbahnhofs. mehr über Duisburg Hauptbahnhof
Sie stehen vor der Kindertagesstätte Hansegracht. Das Haus war das Verwaltungsgebäude der Tabakfabrik Arnold Böninger, Markenname AB. Nachdem 1907 ein Großbrand das Produktionsgebäude in der Kuhstraße vernichtet hatte, zog die Fabrik an den Innenhafen. Von 1912 bis 1975 wurden hier Kau- und Rauchtabak hergestellt. Bergleute waren die hauptsächlichen Abnehmer des Kautabaks, weil unter Tage nicht geraucht werden durfte. Die Firma ging auf einen Kolonialwarenhandel aus dem 17. Jahrhundert zurück. 1989 verlegte sie ihren Sitz nach Bernau am Chiemsee, 1994 kaufte die Stadt Restbauten und Grundstück, 1995 wurde die Manufaktur abgerissen. 1998 war die Kita fertig. mehr über Kindertagesstätte Hansegracht
Sie stehen an den Grachten im Duisburger Innenhafen. Sie sind ein städtebauliches und wassertechnisches Element im Masterplan von Foster + Partners: Zwischenspeicher und Zulaufkanäle, die das Regenwasser der Dächer und Böden sammeln und ins Hafenbecken führen, damit dessen Wasserstand gehalten werden kann. Bei Trockenheit kommt zusätzlich Grundwasser aus einem solarbetriebenen Brunnen. Rund um die Grachten entstanden etwa 500 verkehrsberuhigte Wohneinheiten, auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik Böninger. Das Eingangstor und das Verwaltungsgebäude, in dem heute die Kita sitzt, blieben erhalten. mehr über Grachten
Sie stehen an der Faktorei 21, in der Speicherzeile am Südufer des Innenhafens, zwischen der Werhahnmühle und dem Hafenforum. Das vierstöckige Haus war ein Logistikgebäude. Errichtet wurde es um 1900 auf dem früheren Holzlagerplatz der Firma Luis Windhorst am Stapeltor Kai. Nach der Übernahme durch die Allgemeine Speditions-Gesellschaft kamen ein Silo und kleinere Getreidespeicher hinzu. Die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten es, in den 1950er Jahren wurde es wie das Hafenforum neu aufgebaut. Der Umbau, den der Masterplan von Norman Foster auslöste, war im Frühjahr 2000 fertig. Er kostete 6,5 Millionen Euro. mehr über Faktorei 21
Sie stehen vor dem Speicher Allgemeine im Innenhafen. Die Allgemeine Speditions AG baute ihn als zehngeschossigen Getreidespeicher aus Stahlbeton mit Ziegelverkleidung. Fenster hatte er nur an der Hafenseite, das Getreide lag in senkrechten Betonkammern. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1930, andere Quellen 1936. Ende 1999 war der Umbau nach zwölf Monaten fertig. Man zerlegte das Gebäude bis auf die Grundmauern, zog Geschossdecken statt der Kammern ein und setzte die Außenhaut originalgetreu wieder davor. Es entstanden 200 Büros und eine Hochgarage. Mieter ist die Stahlhandelsfirma Carl Spaeter. mehr über Speicher Allgemeine
Sie stehen auf dem Portsmouth Damm im Duisburger Innenhafen, benannt nach Duisburgs südenglischer Partnerstadt. Der fast hundert Meter lange Spundwandfangedamm trennt das östliche Hafenbecken wasserdicht vom pegelabhängigen Westteil ab. So entstand ein Binnengewässer von 48.000 Quadratmetern mit gleichmäßigem Wasserstand. Den Boden des abgeschlossenen Beckens hob man um fünf Meter an und versiegelte ihn. Gebraucht wurde das Bauwerk, damit die neuen und renovierten Bauten vor Hochwasser und vor dem sehr hohen Grundwasserspiegel an der Ruhrmündung sicher sind. 1999 wurde es fertig, es kostete 2,6 Millionen Euro. mehr über Portsmouth Damm
Sie stehen am Holzhafen. Er entstand 1889 bis 1893 durch den Ausbau des Hafenbeckens und diente zunächst als Sammelplatz für die Holzflößerei. Das Rundholz kam hauptsächlich aus dem Spessart und dem Schwarzwald auf dem Rhein nach Duisburg, in Flößen, die mehrere hundert Meter lang sein konnten. Dampfsägemühlen und Hobelwerke verarbeiteten es. 1891 brannte das gesamte Holzlager ab und wurde bis 1893 mit einem modernen Stammholz-Aufzug neu errichtet. Duisburg wurde so zur Drehscheibe des Holzhandels. Heute wird der Holzhafen nur noch als Schiffswendeplatz genutzt, am Ufer liegt eine Stufenpromenade von 18.000 Quadratmetern. mehr über Holzhafen Duisburg
Willkommen in Duisburg. Die Stadt liegt an der Mündung der Ruhr in den Rhein, und ihr Hafen gilt als größter Binnenhafen der Welt. Sie stehen an seinem Innenhafen, einem ehemaligen Handelshafen unmittelbar nördlich der Innenstadt. Er war schon im frühen 19. Jahrhundert Teil des Hafenkomplexes und diente dem Umschlag von Getreide, Kohle und anderen Massengütern. Im 20. Jahrhundert verlor er an Bedeutung, in den 1960er und 1970er Jahren verfielen Anlagen. Ab den 1990er Jahren wurde das Gebiet unter Beteiligung von Norman Foster zum Quartier für Wohnen, Arbeiten und Kultur umgestaltet. Dieser Rundgang fragt: Was lagerte, mahlte und sägte man hier? mehr über Innenhafen Duisburg
Sie stehen am Garten der Erinnerung im Altstadtpark. Hier stand die Spar-Zentrale, eine Großeinkaufsgesellschaft. 1877 baute die Firma Brügmann & Sohn an dieser Stelle die erste Dampfsägemühle. 1939 wurde das Kolonialwarenlager Karl Schmidt errichtet, die ersten Handelswaren waren Kaffee und Fruchtweine. 1959 wuchs es zur Spar-Zentrale für das Ruhrgebiet, die über 500 Spar-Einzelhändler im Ruhrgebiet und am Niederrhein belieferte. 1963 gründeten die Inhaber den ersten Metro-SB-Großmarkt in Essen. Von den Lagergebäuden sind nur Grundrissmarkierungen, Stützstreben und das Treppenhaus als Turm geblieben. mehr über Spar-Zentrale Duisburg
Sie stehen vor der Synagoge Duisburg, dem letzten Ort dieses Rundgangs. Der Architekt Zvi Hecker plante sie, nach mehr als zwei Jahren Bauzeit wurde sie am 21. Februar 1999 eingeweiht. Sie ist das Zentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen mit über 2.800 Mitgliedern. Die Gemeinde wuchs in den 1990er Jahren durch Zuwanderung aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion stark, die kleine Synagoge in Mülheim reichte nicht mehr aus. Der Neubau steht in unmittelbarer Nähe der dritten Duisburger Synagoge von 1875, die die Nationalsozialisten am 9. November 1938 niederbrannten. Architektonisch verweist eine ihrer Achsen auf diese dritte Synagoge. mehr über Synagoge Duisburg
Sie stehen vor der Werhahnmühle. 1896 errichtete Jacob Cohen hier das erste Mühlengebäude. Nach einem Brand 1924 baute man die Mühle in Eisenbeton-Skelettbauweise neu auf, an der Finanzierung beteiligten sich die Vettern Werhahn aus Neuss. Am 3. Januar 1936 erwarben die Werhahns das Unternehmen vollständig. Die jüdische Familie Cohen überlebte die Zeit des Nationalsozialismus durch Emigration nach Südamerika. 1969 wurde das Mühlenwerk stillgelegt, bis 1994 lagerten staatliche Getreidereserven darin. Eine Bürgerinitiative verhinderte den Abriss. 2001 bis 2002 wurde der Komplex umgebaut, heute enthält er Büros, Gastronomie und ein Kindermuseum. mehr über Werhahnmühle
Sie stehen vor dem Museum Küppersmühle. Hier wurde 1860 ein Mühlenunternehmen gegründet. 1908 ersetzte ein dreiflügeliger Neubau die alte Mühle, 1912 kam ein Anbau mit freistehendem Kesselhaus und Schornstein dazu, 1934 die 42,75 Meter hohen Stahlsilos. Seit 1969, der Fusion mit den Küpperswerken in Homberg, trägt sie ihren Namen. 1972 wurde sie stillgelegt, und eine Bürgerinitiative bewirkte den Erhalt des abrissgefährdeten Baus. 1999 eröffnete im ehemaligen Getreidespeicher das Museum für Moderne Kunst, mit rund 3.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche, umgebaut von den Basler Architekten Herzog & de Meuron. Initiator war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe. mehr über Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Nichts. Die Rundgang ist kostenlos, ohne Konto und ohne Installation.
Der Weg misst 4,9 Kilometer und dauert zu Fuß rund 65 Minuten. Mit den Texten zu den 12 Stationen planen Sie besser eine Stunde ein.
Der Stadtrundgang erzählt die Stadt. Dieser hier verfolgt ein einziges Thema und führt nur zu den 12 Orten, die dazugehören – auch wenn sie abseits der üblichen Wege liegen.
Nein. Die Rundgang läuft im Browser. Texte, Bilder, Karte und Tonspuren lassen sich vorher laden, danach funktioniert alles ohne Empfang.
Wer Duisburg zum ersten Mal sieht, fängt besser beim Stadtrundgang durch Duisburg an: 15 Stationen, 5,2 km. Beide Rundgänge liegen in derselben Anwendung, Sie wechseln im Menü.