Stadtohr

Stadtrundgang Duisburg · Station 20 von 22

Holzhafen Duisburg

1889–1893 · industrie

Holzhafen Duisburg
Foto: Oceancetaceen Alice Chodura, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Holzhafen, einem Schiffswendeplatz im Innenhafen zwischen der Marina und dem Portsmouth Damm. Er entstand 1889 bis 1893 durch den Ausbau des Hafenbeckens und diente ursprünglich als Sammelplatz für die Holzflößerei. Die Vorgeschichte beginnt mit Kohle. Schon vor dem Aufschwung der Eisenbahnen verdienten die Kohlenhändler etwas dazu, indem sie auf den leer zurückkehrenden Schiffen Holz transportierten. Als die Kohletransporte zurückgingen, wurde auch der Hafen weniger ausgelastet. Der „Rhein-RuhrCanal-Actien-Verein“ sah sich deshalb ab 1869 nach anderen Verdienstmöglichkeiten für den Hafen um. In der Nähe lagen schon die Sägemühlen der drei Unternehmen August Nieten, Matthias Rosendahl und H. H. Elshorst. 1870 siedelten sich zwei weitere große Holzunternehmen an, Albert Maasen und Brügmann & Sohn, mit modernen Dampfsägemühlen. Dafür hatte man mit dem Aushub aus dem Hafenbecken eine hochwassersichere Fläche in Höhe des Springwalls angelegt. 1891 brannte das gesamte Holzlager auf dieser Fläche ab. Bis 1893 wurde es mit einem modernen Stammholz-Aufzug, einer Dampfsägemühle und einem Hobelwerk neu errichtet. Zeitgleich nahm das Unternehmen Floßbach & Co auf der anderen Seite sein Hobelwerk in Betrieb. Beide Werke wurden in die Erweiterung des Innenhafens einbezogen, damit war der Holzhafen gegründet. Das Rundholz, das hier verarbeitet wurde, kam hauptsächlich aus dem Spessart und dem Schwarzwald auf dem Rhein nach Duisburg, in Flößen, die mehrere hundert Meter lang sein konnten. So wurde Duisburg zur Drehscheibe des Holzhandels. Zu Brügmann & Sohn gibt es zwei Jahresangaben: 1870 für die Ansiedlung mit einer Dampfsägemühle, und 1877 für die erste Dampfsägemühle der Firma an der Stelle der späteren Spar-Zentrale, dazu hören Sie an der nächsten Station mehr. Heute wird der Holzhafen nur noch als Schiffswendeplatz genutzt. An seinem Ufer wurde eine Stufenpromenade von insgesamt 18.000 Quadratmetern angelegt. Nach den Plänen von Structurelab soll hier der Büro- und Dienstleistungskomplex Eurogate Duisburg entstehen. Da das Hafenbecken mit rückgekühltem Wasser gespeist wird, ist es auch ein ergiebiger und bekannter Angelplatz, ähnlich dem Eisenbahnbassin in Ruhrort.

Kurzfassung

Sie stehen am Holzhafen. Er entstand 1889 bis 1893 beim Ausbau des Hafenbeckens und diente zunächst als Sammelplatz für die Holzflößerei. Das Rundholz kam aus Spessart und Schwarzwald auf dem Rhein nach Duisburg, in Flößen von mehreren hundert Metern Länge. Heute ist er ein Schiffswendeplatz.

Für Kinder

Hier kam früher Holz an. Es kam aus dem Spessart und dem Schwarzwald auf dem Rhein nach Duisburg, in Flößen. Ein Floß konnte mehrere hundert Meter lang sein. Das Holz wurde in Sägemühlen und Hobelwerken zu Brettern gemacht. 1891 brannte das ganze Holzlager ab, aber man baute es bis 1893 wieder auf. Heute wenden hier Schiffe. Am Ufer sitzen oft Angler, denn das Becken wird mit Wasser gespeist, das schon zum Kühlen benutzt wurde. Wie viele Schritte brauchst du für hundert Meter?

Quellen

Koordinaten: 51.441, 6.7667 · auf der Karte

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