Stadtohr

Stadtrundgang Duisburg · Station 18 von 22

Grachten

· industrie

Ein schmales, langes Wasserbecken mit gemauertem Rand und einem Geländer. Am Ende des Beckens wächst dichtes Grün. Rechts führt ein schmaler Weg aus rötlichen Platten entlang, gesäumt von Bäumen. Links stehen moderne Wohnhäuser aus grauem Beton mit Terrassen, am Ende des Beckens ein helles Haus mit dunklem Dach.
Foto: NatiSythen, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein schmales, langes Wasserbecken mit gemauertem Rand und einem Geländer. Am Ende des Beckens wächst dichtes Grün. Rechts führt ein schmaler Weg aus rötlichen Platten entlang, gesäumt von Bäumen. Links stehen moderne Wohnhäuser aus grauem Beton mit Terrassen, am Ende des Beckens ein helles Haus mit dunklem Dach.

Ausführlich

Sie stehen an den Grachten im Innenhafen. Auf den ersten Blick sind sie Zierde, tatsächlich sind sie Technik. Die Grachten sind ein städtebauliches und wassertechnisches Element im Masterplan des Architekturbüros Foster + Partners für den Umbau des Innenhafens. Zwei sind fertig, eine dritte ist teilweise fertig. Rund um sie sind etwa 500 verkehrsberuhigte Wohneinheiten in Blockbauweise entstanden. Zuerst zum Wasser. Die östliche Hafenfläche wurde mit einer Spundwand im Portsmouth Damm vom restlichen Hafen abgetrennt, der Grund versiegelt, und so entstand ein künstlicher Binnensee, 26 Meter über Normalnull. Damit der Wasserstand gehalten werden kann, muss das Regenwasser der umliegenden versiegelten Flächen gezielt ins Becken geführt werden. Dafür sind die Grachten da: Sie sind Zwischenspeicher, 27 Meter über Normalnull, und Zulaufkanäle. Das Regenwasser der Dächer und Böden wird in Rohr- und offenen Muldenleitungen gesammelt und über Überläufe ins Hafenbecken geleitet. Überschüssiges Wasser kann an der Nordseite des Hafens über ein Kiesbett versickern. Bei Trockenheit und um den hohen Grundwasserspiegel zu entschärfen, liefert ein solarbetriebener Brunnen an der Hansegracht Grundwasser, 90.000 Kubikmeter im Jahr. An den südlichen Enden der Grachten wurden Kleinbiotope zur Vorklärung des Wassers angelegt. Nun zu den Häusern. Die höchstens fünfgeschossigen Wohngebäude zwischen Philosophenweg und Stresemannstraße planten 1987 beziehungsweise 1988 die Stuttgarter Architekten Auer+Weber+Partner, umgesetzt hat sie die GEBAG, die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft. Die Gebäude rund um den Philosophenhof entstanden 1999 bis 2001. Gebaut wurde auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik Böninger, die von 1912 bis 1975 in Betrieb war und danach noch als Lagerhalle diente. Zu den Jahren gibt es abweichende Angaben: Die Planung der Wohngebäude wird auf 1987 und 1988 datiert, die Manufaktur aber wurde laut der Geschichte der Kita erst 1995 abgerissen. Erhalten sind das Eingangstor und das Verwaltungsgebäude an der Stresemannstraße, in dem heute die Kita sitzt, an der Sie gerade waren. Der Philosophenhof, ein halböffentlicher Innenhof von rund einem halben Hektar, wurde vom niederländischen Landschaftsarchitekten Jörn Copijn als Park und Garten angelegt. Aus Altmaterialien der ursprünglichen Bebauung schuf er rund um den zentralen Spielplatz eine organische Mauer mit Toren, ein strukturierendes und beruhigendes Element. Schauen Sie sich diese Mauer an. Die Wohnbauten erhielten 2000 die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“ und 2002 den Bauherrenpreis der Stadt Duisburg.

Kurzfassung

Sie stehen an den Grachten im Innenhafen. Sie sind Teil des Masterplans von Foster + Partners, und sie sind Technik: Sie sammeln Regenwasser und leiten es ins Hafenbecken. Rund um die Grachten entstanden etwa 500 verkehrsberuhigte Wohneinheiten, auf dem Gelände der früheren Tabakfabrik Böninger.

Für Kinder

Hier fließen kleine Kanäle zwischen den Häusern, sie heißen Grachten. Sie sind mehr als schön, sie haben eine Aufgabe. Wenn es regnet, sammelt sich das Wasser von den Dächern und Wegen in den Grachten. Von dort läuft es in das große Hafenbecken, damit dort immer genug Wasser ist. Bei Trockenheit hilft ein Brunnen mit Sonnenstrom. Früher stand hier eine Tabakfabrik. Aus Altmaterialien der früheren Bebauung hat man im Hof eine Mauer gebaut, mit Toren. Findest du eine Stelle, an der du durch ein Tor in der Mauer schauen kannst?

Quellen

Koordinaten: 51.4397, 6.77033 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.