Stadtohr

Stadtrundgang Duisburg · Station 22 von 22

Synagoge Duisburg

1996 · industrie

Synagoge Duisburg
Foto: Hans Peter Schaefer http://www.reserv-a-rt.de, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Synagoge Duisburg am Innenhafen, dem letzten Ort dieses Rundgangs. Sie hat nichts mit Hafenarbeit zu tun, und doch gehört sie hierher: Sie steht am Innenhafen, neben dem Garten der Erinnerung, der an die Spar-Zentrale erinnert. Und es gibt eine Verbindung zu einer Station, die Sie kennen: Die Cohen-Mühle, aus der die Werhahnmühle wurde, gründete 1896 Jacob Cohen. Die jüdische Familie Cohen überlebte die Zeit des Nationalsozialismus durch Emigration nach Südamerika. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1996, eingeweiht wurde die Synagoge aber am 21. Februar 1999, nach mehr als zwei Jahren Bauzeit. Sie entstand nach Plänen des Architekten Zvi Hecker. Für die über 2.800 Mitglieder ist sie das Zentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen. Die Geschichte der Gemeinde lässt sich bis 1793 zurückverfolgen. Die erste Synagoge stand am Burgplatz im Haus eines Leiser Moses. 1826 weihte die Gemeinde das alte Anatomiegebäude der Universität als Synagoge ein. Am 6. März 1875 ließ sie eine dritte Synagoge an der Junkernstraße errichten. Sie wurde ebenso wie zwei andere Gebetsräume in Hamborn und Ruhrort bei den Pogromen am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannt. Der nationalsozialistische Oberbürgermeister Hermann Freytag forderte die Gemeinde auf, das bis auf die Grundmauern ausgebrannte Gotteshaus abzureißen. Ab 1960 feierte die kleine Gemeinde der Überlebenden ihre Gottesdienste in der Synagoge an der Kampstraße in Mülheim. In den 1990er Jahren wuchs die Gemeinde durch die Zuwanderung von Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion stark. Der Neubau eines größeren Gemeindezentrums wurde nötig. Je ein Drittel der Kosten trugen die Jüdische Gemeinde, die Städte Duisburg, Mülheim und Oberhausen, und das Land Nordrhein-Westfalen. Die vierte Duisburger Synagoge verweist mit der Ausrichtung einer ihrer Achsen auf die dritte, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Das Gebäude hat die Form eines aufgefächerten Buches und verbindet die Form eines Sterns mit der einer Buchseite. Fünf unverputzte Stahlbetonbögen nehmen Bezug auf jüdische Kultur und Geschichte. Sie können auch als fünf Finger einer offenen Hand gelesen werden. Einige Dächer sind begrünt und korrespondieren mit dem benachbarten Garten der Erinnerung. Gegenüber liegt der Yitzhak-Rabin-Platz. Hier endet der Rundgang. Am Innenhafen, an dem Getreide, Holz und Waren umgeschlagen wurden, steht heute auch ein Gemeindezentrum mit etwa 1.600 Quadratmetern Nutzfläche: mit der Synagoge, einem großen Saal, einer Bibliothek, Büros, Klassenräumen, drei Wohnungen und den Räumen des Kinder- und Jugendzentrums.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Duisburger Synagoge am Innenhafen, geplant von Zvi Hecker und am 21. Februar 1999 eingeweiht. Für die über 2.800 Mitglieder ist sie das Zentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen. Die Gemeinde wuchs in den 1990er Jahren durch Zuwanderung stark.

Für Kinder

Das hier ist eine Synagoge, ein Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Sie sieht aus wie ein aufgefächertes Buch. Fünf Bögen aus Beton ragen heraus, sie können wie fünf Finger einer offenen Hand aussehen. Eingeweiht wurde sie 1999. Schon früher hatte die Gemeinde Synagogen in Duisburg, die dritte wurde 1938 niedergebrannt. In den 1990er Jahren kamen viele neue Mitglieder, ein größeres Haus wurde nötig. Heute gibt es hier auch ein Kinder- und Jugendzentrum, es heißt Tikwatejnu, das bedeutet: Unsere Hoffnung. Siehst du die fünf Bögen?

Quellen

Koordinaten: 51.4383, 6.76583 · auf der Karte

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