Stadtohr

Stadtrundgang Stuttgart · Station 8 von 14

Neues Schloss

1746 · barock, residenz, herzog, wiederaufbau

Neues Schloss
Foto: unbekannt, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Neuen Schloss, der ehemaligen Residenz der Herzöge und Könige von Württemberg. Die Geschichte dieses Hauses beginnt mit einer Bedingung des Herzogs. Carl Eugen wurde 1737 mit neun Jahren Herzog von Württemberg. Mit sechzehn konnte er die Regierung übernehmen. Schon sein Vor-Vorgänger Eberhard Ludwig hatte die Residenz nach Ludwigsburg verlegt, zwölf Kilometer von Stuttgart entfernt. Die Stadt wollte den Herzog zurück. Denn die Residenz bedeutete wirtschaftliche und politische Macht. Carl Eugen stellte eine Bedingung: ein angemessenes Schloss, das das Alte Schloss aus der Renaissance ablösen sollte. Viele Architekten reichten Entwürfe ein, auch Balthasar Neumann, doch sein Vorschlag wurde abgelehnt. Architekturhistoriker behaupten, mit seiner Idee wäre der großartigste Palastbau des 18. Jahrhunderts entstanden. Am 6. Mai 1746 wählte Carl Eugen den Entwurf von Leopoldo Retti. Der Ehrenhof zeigte nicht zur Stadt, sondern nach Norden, auf noch unerschlossenes Gelände. So blieben die Militärakademie, die spätere Hohe Karlsschule, und das Neue Lusthaus erhalten. Am 3. September 1746 wurde der Grundstein gelegt. 1751 starb Retti in Stuttgart. Der Pariser Baumeister Philippe de La Guêpière übernahm und vollendete 1752 den Stadtflügel. Der Bildhauer Domenico Ferretti schuf den Hauptgiebel, den Gartengiebel und über sechzig Dachfiguren. Schauen Sie hinauf. Schon ab 1906 ersetzte man die witterungsbedingt beschädigten Figuren der Attika durch Kopien, zum Teil durch Betonabgüsse. Dann kam der Rückschlag. In der Nacht vom 13. auf den 14. November 1762 brannte der Gartenflügel völlig nieder. Gefeiert wurde trotzdem. Am 11. Februar 1763 hielt Carl Eugen seine Geburtstagsfeier im fast fertigen Stadtflügel ab, das erste große Ereignis im Schloss. Doch die Kosten stiegen. Die Ständevertretung und die Wiener Reichshofkammer warfen ihm Verschwendungssucht vor. Der Bau wurde gestoppt, und 1764 verlegte Carl Eugen seine Residenz nach Ludwigsburg. Erst 1775 kehrte er zurück. Als er 1793 starb, war das Schloss größtenteils wieder aufgebaut. Nikolaus Friedrich von Thouret vollendete es zum Besuch Napoleons 1806. Zur Jahreszahl der Vollendung gibt es zwei Angaben: 1806 oder, nach anderer Angabe, 1807. 1816 zog König Wilhelm I. ein. König Wilhelm II. verzichtete später auf den Wohnsitz hier und nutzte das Schloss nur zur Repräsentation. Nach seiner Abdankung am 30. November 1918 ging das Schloss in Staatsbesitz über. Es beherbergte unter anderem das Deutsche Ausland-Institut, das Polizeipräsidium und ein Museum mit der fürstlichen Kunstkammer. Am 21. Februar und am 2. März 1944 zerstörten Luftangriffe das Schloss nahezu völlig. Es brannte bis auf die Außenfassade ab. Von 1957 bis 1964 wurde es wiederaufgebaut.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Neuen Schloss, der ehemaligen Residenz der Herzöge und Könige von Württemberg. Herzog Carl Eugen ließ die barocke Dreiflügelanlage ab 1746 bauen. 1944 brannte sie bis auf die Außenfassade aus, 1957 bis 1964 wurde sie wiederaufgebaut. Heute sitzen hier Ministerien.

Für Kinder

Das Neue Schloss ist gar nicht mehr neu. Es wurde ab 1746 gebaut. Herzog Carl Eugen wollte erst nach Stuttgart kommen, wenn man ihm ein angemessenes Schloss baut. In einer Nacht im November 1762 brannte ein ganzer Flügel ab. Später wurde das Schloss trotzdem fertig. 1944 brannte es im Krieg fast ganz aus, danach wurde es wieder aufgebaut. Ein Bildhauer schuf für das Dach über sechzig Figuren. Kannst du oben ein paar entdecken?

Quellen

Koordinaten: 48.7781, 9.18194 · auf der Karte

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