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Landesmuseum Württemberg

1862 · museum, kunstkammer, eiszeit, sammlung

Landesmuseum Württemberg
Foto: Landesmuseum Württemberg / Hendrik Zwietasch, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie sind am Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss. Es ist das größte kulturhistorische Museum in Baden-Württemberg. Etwa 300.000 Menschen besuchen es im Jahr. Bis 2005 hieß es Württembergisches Landesmuseum. Gegründet wurde es 1862 von König Wilhelm I. Seine Wurzeln liegen aber im 16. Jahrhundert, in der Kunstkammer der Herzöge. Dort sammelte man alles, was selten, kostbar und ungewöhnlich war. 1596 erwähnt sie der Basler Arzt Felix Platter in einem Bericht. Herzog Friedrich I., der von 1593 bis 1608 regierte, legte den Grundstock mit Stücken von Reisen nach Italien, Ungarn und in Gebiete des heutigen Österreichs. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Sammlung teilweise geplündert. Doch Eberhard III. baute sie wieder auf. Er zeigte sie im Neuen Lusthaus und stellte einen Archivar zur Betreuung ein. 1886 wurde sie als Königliches Kunstkabinett zu einem Museum umgestaltet und hieß Staatssammlung vaterländischer Altertumsdenkmale. Mit dem Ende der Monarchie 1918 ging die Sammlung in Staatsbesitz über. Wem sie gehörte, blieb aber ungeklärt. Das Land Württemberg und das Haus Württemberg verhandelten lange, vor allem über den Wert. 1927 wurde er auf drei Millionen Goldmark geschätzt. Man einigte sich auf eine jährliche Rente von 123.000 Reichsmark bis 1937. 1939 lagerte man die Bestände aus. Je ein Drittel kam nach Bebenhausen, nach Schöntal und ins Schloss Neuenstein. Erst 1971 war die komplette Sammlung wieder öffentlich zugänglich, im Südturm des wiederaufgebauten Alten Schlosses. Das Alte Schloss selbst entging zu Beginn des 18. Jahrhunderts nur knapp dem Abbruch. Goethe notierte 1797, es sei kaum zu einer Theaterdekoration gut. Und der Brand von 1931 vernichtete große Teile der volkskundlichen Sammlung, etwa die Handwerkerstuben. Sie waren für einen Transport zu sperrig. Nun zu dem, was im Haus zu sehen ist. Die Schausammlung zeigt an über tausend Exponaten die Kulturgeschichte Württembergs, vom Faustkeil bis zum Ersten Weltkrieg. Sie beginnt mit der Eiszeit, und die Vitrinen leuchten weiß, wie Eis. Dort liegt eine Knochenflöte aus der Speiche eines Singschwans, etwa 40.000 Jahre alt, eines der ältesten Musikinstrumente der Welt. Aus der Vogelherdhöhle stammen das Löwenköpfchen, die sehr realitätsnahe Tierplastik eines Höhlenlöwen, und ein Mammut. Beide sind aus Elfenbein geschnitzt und etwa 40.000 Jahre alt. Vom Löwen wurde nur dieses eine Teil gefunden. Später folgen Bronze- und Eisenzeit und die Römerzeit. Von 2019 bis 2021 wurde die Dürnitz des Schlosses zu einer Kulturlounge mit Café umgebaut. Auf rund 1000 Quadratmetern gibt es Konzerte und Vorträge. Der Umbau kostete etwa neun Millionen Euro.

Kurzfassung

Sie sind am Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss. Es ist das größte kulturhistorische Museum in Baden-Württemberg und wurde 1862 von König Wilhelm I. gegründet. Sein Ursprung liegt in der herzoglichen Kunstkammer des 16. Jahrhunderts. Jährlich kommen etwa 300.000 Besucher.

Für Kinder

In diesem Museum liegt eine Flöte, die etwa 40.000 Jahre alt ist. Sie ist aus dem Knochen eines Singschwans gemacht. Es gibt auch ein kleines Löwenköpfchen aus Elfenbein, ebenfalls etwa 40.000 Jahre alt. Das Museum fing mit einer Sammlung der Herzöge an. Sie sammelten alles, was selten, kostbar und ungewöhnlich war. Heute kommen jedes Jahr etwa 300.000 Besucher. Was würdest du sammeln?

Quellen

Koordinaten: 48.777, 9.17947 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.