Stadtohr

Stadtrundgang Osnabrück · Station 14 von 16

St. Marien

13. Jahrhundert · kirche, marktkirche, gotik, archaeologie

St. Marien
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor St. Marien, der Pfarr- und Marktkirche der Stadt, mitten auf dem Marktplatz neben der Stadtwaage und dem Rathaus. Sie ist die älteste Bürgerkirche Osnabrücks. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1401, nach der Baugeschichte begann der Bau der heutigen gotischen Hallenkirche im 13. Jahrhundert und war 1430 bis 1440 abgeschlossen. Ich nenne Ihnen die ältere. Schon 1177 wird eine romanische Vorgängerkirche erwähnt. Bei Ausgrabungen nach dem Zweiten Weltkrieg und bei späteren Sanierungen wies man mindestens drei Vorgängerbauten nach. Der älteste war ein Saalbau aus dem zehnten Jahrhundert, errichtet auf einer inselartigen Sandkuppe. Seine Mauern waren 2,30 Meter dick, das lässt auf eine Wehrkirche schließen. Im elften Jahrhundert folgte auf denselben Fundamenten ein zweiter Saalbau, mit einem 14 Meter hohen Turm im Westen. Im zwölften Jahrhundert wurde daraus eine dreischiffige Basilika. Das Kernmauerwerk des Westturms ist der einzige Teil davon, der bis heute erhalten ist. Im 13. und 14. Jahrhundert baute man sie zur gotischen Hallenkirche um und erhöhte den Westturm um vier Geschosse. Um 1430/40 war die Arbeit vorläufig abgeschlossen. Schauen Sie hinauf: Der Westturm ist 80 Meter hoch. Das Langhaus ist 20,56 Meter hoch, 25,5 Meter lang und 24,5 Meter breit, fast ein Würfel. Dadurch wirkt der Raum ungerichtet. Das Strebewerk mit Fialen und Balustraden ist lebhaft gestaltet, im Gegensatz zu den ruhigen Formen des Doms. Suchen Sie auf der Südseite das Brautportal. Seine Figuren stellen die klugen und die törichten Jungfrauen dar, links die klugen, rechts die törichten. Im Bogen darüber ist die Marienkrönung zu sehen. Das alles sind Nachbildungen von 1882 und 1883. Die Originale aus dem frühen 14. Jahrhundert stehen im Kulturgeschichtlichen Museum. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brandbomben große Teile der Kirche, bis 1950 war der Wiederaufbau beendet. St. Marien gehört mit dem Dom, St. Katharinen und St. Johann zu den vier mittelalterlichen Kirchen, die die Innenstadt umschließen. Die vierte, St. Johann, wurde 1011 südlich außerhalb der damaligen Stadtmauern gegründet, 1293 weihte man ihren Neubau. Um sie entstand die Neustadt. Sie braucht eigene Zeit.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Marien auf dem Marktplatz, der ältesten Bürgerkirche Osnabrücks. Schon 1177 wird ein romanischer Vorgänger erwähnt. Die heutige gotische Hallenkirche wurde im 13. Jahrhundert begonnen und 1430 bis 1440 abgeschlossen. Der Westturm ist 80 Meter hoch.

Für Kinder

Du stehst vor der Marktkirche. Siehst du den Turm? Er ist 80 Meter hoch. Forscher haben herausgefunden, dass an dieser Stelle schon drei ältere Kirchen standen. Die älteste war aus dem 10. Jahrhundert. An der Südseite ist ein Portal, das Brautportal heißt. Dort stehen Figuren von klugen und törichten Jungfrauen, links die klugen, rechts die törichten. Sie sind Nachbildungen, die Originale stehen im Museum. Zähle die Figuren auf jeder Seite. Wie viele sind es?

Quellen

Koordinaten: 52.277869, 8.041839 · auf der Karte

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