
Sie stehen vor dem Osnabrücker Schloss, einem vierflügeligen Barockbau. Er entstand von 1667 bis 1673 als Residenz des evangelischen Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner Frau Sophie von der Pfalz. Ernst August war 1662 Bischof geworden. Wie seine Vorgänger seit dem elften Jahrhundert residierte er im Schloss Iburg südlich der Stadt. Das genügte seinem Repräsentationsbedürfnis bald nicht mehr, und er wollte die Unabhängigkeit der Stadt einschränken. Also kaufte er ein Gelände in der Neustadt. Im viergeschossigen Hauptbau lagen Wohn- und Gästeräume, Wirtschaftsräume, der Marstall, eine Kapelle und im dritten Stock ein Festsaal von 25 Metern Länge. Auch Sophie brachte Ideen ein, nachdem sie mit ihrer Tochter Schlösser und Gärten in Frankreich besucht hatte. Besonders den Schlossgarten machte sie zu ihrer Aufgabe. 1673 war das Schloss bezugsfertig, 1674 wurde hier der jüngste Sohn des Paares geboren. Doch 1679 starb Ernst Augusts älterer Bruder Johann Friedrich, und Ernst August trat dessen Nachfolge im Fürstentum Calenberg an. Die Familie zog nach Hannover ins Leineschloss, das weniger zeitgemäß war als dieses. Sophie trauerte Osnabrück nach. Sie schrieb, sie werde ihr Leben lang Garten und Schloss vermissen. Den Park, den sie hier gestaltet hatte, nahm sie sich zum Vorbild für den Großen Garten in Herrenhausen. Georg Ludwig, der älteste Sohn des Paares, wurde 1714 als Georg I. König von Großbritannien und Irland. Er starb am 11. Juni 1727 im Osnabrücker Schloss seines Bruders, auf dem Weg von England nach Hannover. Ein Teil dieses Hauses verlangt besondere Aufmerksamkeit. Von 1938 an war die Gestapo in der früheren Reithalle im Westflügel untergebracht. Im Keller richtete sie fünf Haft- und Folterzellen ein. Während der Novemberpogrome 1938 waren hier jüdische Osnabrücker inhaftiert, bevor man sie ins KZ Buchenwald brachte. Auch Insassen des Straflagers für ausländische Zwangsarbeitende am Augustaschacht Ohrbeck wurden zunächst hier festgehalten. Seit 1995 erinnert eine Gedenktafel am Westflügel an die Gestapo-Opfer. 2001 eröffnete der Verein Gedenkstätte Gestapokeller die Gedenkstätte im Schloss, mit Unterstützung der Universität. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben das Schloss, nur die Außenmauern blieben. 1953 war der Wiederaufbau fertig. Im selben Jahr zog die Pädagogische Hochschule Celle hierher, 1974 nahm die Universität Osnabrück den Lehrbetrieb auf. Rund 28.000 Studenten von Universität und Hochschule machen heute etwa 17 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Die Verwaltung der Universität hat im Schloss ihren Sitz.
Sie stehen vor dem Osnabrücker Schloss. Fürstbischof Ernst August I. ließ es ab 1667 als Residenz bauen, 1673 war es bezugsfertig. Heute sitzt hier die Verwaltung der Universität Osnabrück. Im Keller erinnert die Gedenkstätte Gestapokeller an die Opfer der Gestapo.
Du stehst vor dem Schloss von Osnabrück. Ein Bischof ließ es im 17. Jahrhundert für sich und seine Frau Sophie bauen. Sophie liebte den Garten so sehr, dass sie ihn vermisste, als die Familie nach Hannover zog. Dort legte man einen Garten an, für den der Osnabrücker Park das Vorbild war. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben das Schloss bis auf die Außenmauern. Danach baute man es wieder auf. Heute arbeiten hier Menschen, die die Universität verwalten. Welchen Ort würdest du am meisten vermissen, wenn du wegziehen müsstest?
Koordinaten: 52.2713, 8.04417 · auf der Karte