
Sie stehen dort, wo die Synagoge der jüdischen Gemeinde Osnabrücks stand. Das Grundstück lag an der Rolandstraße 3 bis 5, ein Stück davon heißt heute Alte-Synagogen-Straße. Schon im Mittelalter gab es in Osnabrück Synagogen, sie sind nicht erhalten. Diese hier baute der Kölner Architekt Sigmund Münchhausen im Auftrag der Gemeinde, im Stil des Historismus, mehrgeschossig und mit Kuppel. Der Grundstein wurde am 12. September 1905 gelegt, eingeweiht wurde sie am 13. September 1906. Männer und Frauen saßen getrennt, es gab eine Orgel. Auf dem Grundstück stand auch die jüdische Schule, in einem vierstöckigen Gebäude mit Wohnungen. Gleich daneben lag das Regierungsgebäude. Ab 1937 weckte diese Nachbarschaft Begehrlichkeiten der Stadt und des Regierungspräsidenten. Die jüdische Gemeinde geriet in wachsende Bedrängnis, durch Verfolgung oder durch die Emigration ihrer Angehörigen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 schändeten und plünderten SA-Trupps die Synagoge und setzten sie in Brand. Die Feuerwehr rückte an, doch die SA hinderte sie am Löschen. Sie schützte nur die umstehenden Gebäude. 90 Gemeindemitglieder wurden am selben Tag im Gestapokeller des Schlosses inhaftiert und wenige Tage später ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Die Synagoge war beschädigt, aber nicht ganz zerstört. Oberbürgermeister Erich Gaertner fand „baupolizeiliche Gründe“ und verfügte noch am selben Tag den Abriss. Die Stadtsparkasse, bei der die Gemeinde eine Hypothek aufgenommen hatte, forderte kurz darauf Geld. Die Gemeinde konnte es nicht aufbringen. Am 2. März 1939 wurde das Grundstück zwangsversteigert. Gerichtlich war sein Wert auf 65.000 Reichsmark festgelegt worden. Den Zuschlag erhielt die Stadtsparkasse für 850 Reichsmark. Im Oktober 1945 gründete sich die Israelitische Gemeinde neu. Ihre Bitte um Rückerstattung des Grundstücks scheiterte, 1954 kaufte es die Regierung von der Jewish Trust Corporation. Von 1967 bis 1969 baute die Gemeinde eine neue Synagoge in der Straße In der Barlage. 1978 brachte man am Regierungsgebäude drei Gedenktafeln an, 2004 entstand das Mahnmal Alte Synagoge, errichtet auf den Grundmauern der ehemaligen Schule. Mehr als 120 Berufsschüler und Auszubildende beteiligten sich am Bau. Seit 2007 werden in Osnabrück Stolpersteine verlegt. Das Gebäude, zu dem wir als Nächstes gehen, weist mit einem seiner Trakte auf diesen Ort hin.
Sie stehen dort, wo die Synagoge der jüdischen Gemeinde Osnabrücks stand, heute Alte-Synagogen-Straße. Sie wurde 1906 eingeweiht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzten SA-Trupps sie in Brand. Noch am selben Tag wurde ihr Abriss verfügt.
Du stehst an einem Ort, an dem früher ein wichtiges Gebäude stand: die Synagoge der jüdischen Gemeinde Osnabrücks. Eine Synagoge ist das Gotteshaus der Juden. Sie wurde 1906 eingeweiht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 setzten SA-Trupps der Nationalsozialisten sie in Brand. Die Feuerwehr durfte nicht löschen. Noch am selben Tag wurde angeordnet, das Gebäude abzureißen. Heute erinnert ein Mahnmal an die Synagoge. Mehr als 120 Berufsschüler haben beim Bau geholfen. Warum, glaubst du, ist es wichtig, sich an so etwas zu erinnern?
Koordinaten: 52.2739, 8.03923 · auf der Karte