
Ein moderner Bau aus zwei Baukörpern. Links steht ein Block mit senkrechter, hellbrauner Holzverkleidung, in die schräge Linien und schief geschnittene Fenster gesetzt sind. Rechts schwebt ein Kasten aus grauem Metall mit senkrechten Fugen über einem Durchgang. Dahinter steht eine graue Betonwand. Davor liegen Kopfsteinpflaster und Rasen, rechts steht eine Laterne.
Sie stehen vor dem Felix-Nussbaum-Haus. Es beherbergt mit mehr als 200 Werken die weltweit größte Sammlung der Bilder von Felix Nussbaum, die in wechselnden Auszügen gezeigt werden. Nussbaum wurde am 11. Dezember 1904 in Osnabrück geboren, als zweiter Sohn eines angesehenen jüdischen Eisenwarenhändlers. Er war Maler der Neuen Sachlichkeit. Seit 1929 setzte er sich intensiv mit Vincent van Gogh und Henri Rousseau auseinander. Bei einem Atelierbrand im Dezember 1932 verlor er einen Großteil seiner Werke. 1933 verließ er Deutschland, ab 1940 versteckte er sich in Brüssel. Dort wurde er denunziert und mit einem der letzten Transporte nach Auschwitz gebracht, wo er und seine Frau Felka Platek am 2. August 1944 eintrafen. Er starb nach dem 20. September 1944 in Auschwitz-Birkenau. Seine späten Bilder beschreiben als Emigrant in Brüssel den Holocaust, sie erzählen von Isolation, Verfolgung und Deportation. Einen Großteil seiner Bilder hatte er einem befreundeten belgischen Arzt namens Grosfils übergeben. Er soll gesagt haben, wenn er untergehe, sollten seine Bilder nicht untergehen, man solle sie ausstellen. 1969 wurde der Nachlass an Nussbaums Geburtsstadt gebracht, auf Initiative seiner Cousine Auguste Moses-Nussbaum und ihres Mannes. Viele Gemälde waren stark beschädigt. 1971 zeigte man die erste umfassende Ausstellung in der Dominikanerkirche, die wir gleich besuchen. Ein eigenes Haus entwarf 1994 Daniel Libeskind, er setzte sich gegen 295 andere Architekten durch. Es war das erste Gebäude, das nach seinen Plänen entstand. Schauen Sie auf die Form: Es sind drei sich überschneidende Gebäude. Der Haupttrakt ist mit Holz verkleidet, ein spitzwinkliges Treppenhaus spaltet ihn. Der schmale Gang der ungemalten Bilder hat eine Außenwand aus Sichtbeton, die an eine unbemalte Leinwand erinnern soll. Die zinkverkleidete Nussbaum-Brücke verbindet Alt- und Neubau. 1996 entdeckte man bei Bauarbeiten im Garten eine Steinbrücke von 1672, deshalb musste der Gang verkürzt werden. Ein Trakt des Hauses weist auf den Standort der ehemaligen Synagoge und des Regierungsgebäudes hin, an dem wir eben waren. Am 16. Juli 1998 wurde das Museum eröffnet.
Sie stehen vor dem Felix-Nussbaum-Haus. Das Museum besitzt mit mehr als 200 Werken die weltweit größte Sammlung der Bilder des in Osnabrück geborenen Malers Felix Nussbaum. Es wurde am 16. Juli 1998 eröffnet. Daniel Libeskind entwarf es, es war das erste Gebäude, das nach seinen Plänen gebaut wurde.
Du stehst vor einem Museum mit ungewöhnlicher Form. Es zeigt die Bilder von Felix Nussbaum, einem Maler aus Osnabrück. Weil er Jude war, musste er Deutschland verlassen und versteckte sich in Brüssel. Dort wurde er verraten und ins Lager Auschwitz gebracht, wo er starb. Seine Bilder hatte er vorher einem befreundeten Arzt anvertraut. So blieben sie erhalten. Daniel Libeskind hat das Haus entworfen. Ein schmaler Gang darin heißt Gang der ungemalten Bilder, seine Betonwand soll an eine leere Leinwand erinnern. Warum, glaubst du, heißt er so?
Koordinaten: 52.27522, 8.03851 · auf der Karte