Stadtohr

Stadtrundgang Osnabrück · Station 8 von 16

Kunsthalle Osnabrück

um 1283 · kloster, dominikaner, kunsthalle, gotik

Kunsthalle Osnabrück
Foto: Mark Ahsmann, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Kunsthalle Osnabrück. Sie befindet sich in der früheren Klosterkirche des Dominikanerklosters zum heiligen Kreuz. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1991, das Jahr, in dem die Kirche den Namen Kunsthalle Dominikanerkirche bekam. Mit dem Bau der Kirche begann man um 1283. Ich nenne Ihnen die ältere. Das Kloster wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf Betreiben des Bischofs Konrad von Rietberg gegründet. Er holte die Dominikaner in die Stadt, um die Stellung der Kirche gegenüber dem Rat zu festigen. Um 1295 konnten Teile des Klosters bezogen werden, wahrscheinlich 1297 weihte man den Chor. Es gab Streit mit dem Domkapitel, das den Bürgern verbot, die Mönche mit Lebensmitteln zu versorgen oder ihre Gottesdienste zu besuchen. Erst 1319 war der Konflikt beigelegt. Um 1348 kam die Bautätigkeit zum Erliegen, wegen der Pest und der Not in der Stadt, ausgelöst durch Dürre und Überschwemmungen der Hase. In der Reformation kam es 1521 zu Konflikten mit dem Rat, der sich Luthers Lehren angeschlossen hatte. 1543 wurde das Kloster geplündert und die Mönche wurden eingesperrt. Die Blockade soll fünf Jahre gedauert haben. Sie überstanden sie, weil Benediktinerinnen aus Osnabrück und Zisterzienserinnen aus Rulle sie heimlich versorgten. Im Dreißigjährigen Krieg bekamen die Mönche ihre frühere Rechtsstellung zurück, 1644 halfen ihnen während der Friedensverhandlungen die katholischen Gesandten. 1795 wohnten britische Soldaten im Kloster, im Jahr darauf wurde es zum Hospital ausgebaut. 1803 wurde es aufgehoben, die Ausstattung kam teilweise in andere Kirchen, so die Kanzel nach Wallenhorst und eine Orgel von 1713 nach Melle. Danach diente es den Franzosen als Magazin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollte das leerstehende Kloster abgebrochen werden, doch dazu kam es nicht. Um 1910 war es eine Kaserne, dafür zog man Zwischendecken in die Kirche ein. 1971 fand hier die erste umfassende Ausstellung der Bilder von Felix Nussbaum statt. 1991 erhielt die Kirche den Namen Kunsthalle Dominikanerkirche, im Jahr darauf baute man sie zur Kunsthalle um. 1993 wurde sie mit einer Retrospektive des Künstlers Arnulf Rainer wiedereröffnet. Heute zeigt die Kunsthalle auf 665 Quadratmetern im Kirchenschiff wechselnde Ausstellungen der Gegenwartskunst.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kunsthalle Osnabrück, der früheren Klosterkirche der Dominikaner. Mit dem Bau begann man um 1283. Seit 1993 zeigt die Kunsthalle wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Schon 1971 zeigte man hier die erste umfassende Ausstellung der Bilder Felix Nussbaums.

Für Kinder

Du stehst vor einer alten Kirche, in der heute Kunst gezeigt wird. Früher lebten hier Mönche. Einmal wurden sie in ihrem Kloster eingesperrt. Es heißt, das dauerte fünf Jahre. Trotzdem hatten sie genug zu essen, denn Ordensfrauen aus anderen Klöstern brachten ihnen heimlich Nahrung. Später war aus dem Kloster eine Kaserne geworden. Heute hängt hier moderne Kunst. Wie, glaubst du, bringt man eingesperrten Menschen heimlich Essen?

Quellen

Koordinaten: 52.2789, 8.03956 · auf der Karte

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