
Sie stehen am Ledenhof, in der Nähe des barocken Schlosses und der spätgotischen Katharinenkirche. Im Mittelalter war er der Stadtsitz des Patrizier- und Adelsgeschlechts von Leden. Angefangen hat es mit einem Weinhändler: Johann Leden ließ sich Mitte des 14. Jahrhunderts am Rand der Altstadt nieder. Er baute ein Wohnhaus in Fachwerk und einen Weinspeicher. Auf den Resten dieses Wohnhauses errichtete später Heinrich von Leden, der dritte dieses Namens, einen Palas. Ihm verlieh der König und spätere Kaiser Maximilian I. 1499 weitreichende Privilegien. Im selben Jahr wurde der Name Ledenhof erstmals urkundlich erwähnt. Schauen Sie zuerst auf das Steinwerk, den bedeutendsten Bauteil. Es besteht aus Bruchsteinmauerwerk mit Satteldach und gehört zu den Besonderheiten mittelalterlicher Bauten in Osnabrück. Datiert wird es ins 14. Jahrhundert. Es war kein Wehrspeicher, sondern ein Lagerhaus, das erkennt man an der Bauform: Der Eingang zum Keller liegt ebenerdig, bequem erreichbar, während der Zugang eines Wehrspeichers hoch lag, damit man ihn leichter verteidigen konnte. Im 15. Jahrhundert stockte man das Steinwerk zu einem Bergfried mit sieben Geschossen auf, mit Ladeluken auf der Südseite. Der Palas hat zwei Ziergiebel. Im Erdgeschoss liegt die vier Meter hohe Deele, die als Wohnküche diente. Dahinter lag vermutlich der Schlafraum von Heinrich und seiner Frau Margarete von Bar. Oben befand sich der Festsaal mit reich verzierter Balkendecke. Im späten 16. Jahrhundert wurde die ursprüngliche Treppe durch einen Treppenturm mit Spindeltreppe aus Eichenholz ersetzt. Noch im späten 18. Jahrhundert war der Ledenhof eine geschlossene Anlage um einen rechteckigen Innenhof mit Torhaus, das zeigt eine Stadtkarte von 1787. Wahrscheinlich gab es hier auch eine Münzwerkstatt, deshalb hieß die Anlage bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts Alte Münze. Seit 1930 gehört der Hof der Stadt. Zwischen 1964 und 1976 wurden Steinwerk und Palas umfassend saniert, 1980 ehrte man die Stadt dafür mit der Europa-Nostra-Medaille. Danach war hier die Musikbibliothek, seit 2002 hat die Deutsche Stiftung Friedensforschung ihren Sitz im Ledenhof. Neben dem Ledenhof lag von 1977 bis 2023 ein gestalteter Platz aus rotbraunen Ziegelsteinen, 2023 ersetzte man ihn durch Asphalt, was mehrfach kritisiert wurde. Gegenüber steht das Schloss, unsere nächste Station.
Sie stehen am Ledenhof. Er war im Mittelalter der Stadtsitz des Adelsgeschlechts von Leden. Erhalten sind ein siebengeschossiges Steinwerk und ein Palas mit Treppenturm. Seit 2002 hat die Deutsche Stiftung Friedensforschung hier ihren Sitz.
Du stehst am Ledenhof. Hier wohnte vor langer Zeit eine reiche Familie. Sie hieß von Leden, am Anfang stand ein Weinhändler namens Johann Leden. Schau dir das hohe Haus aus Stein an: Es hat sieben Stockwerke und war ein Lagerhaus. Daneben steht das Wohnhaus der Familie mit einem Treppenturm. Darin führt eine Wendeltreppe aus Eichenholz nach oben. Was würdest du in einem so hohen Lagerhaus aufbewahren?
Koordinaten: 52.2724, 8.04514 · auf der Karte