
Sie stehen vor dem Rathaus von Osnabrück, einem spätgotischen Bau. Bis ins 16. Jahrhundert nutzte man das Alte Rathaus am Markt. Im 15. Jahrhundert erteilte der Rat der Hansestadt Osnabrück den Auftrag für ein neues. Osnabrück war damals Hansestadt, genauer eine Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse. Baubeginn war 1487, 1505 feierte man Richtfest, 1512 war das Rathaus fertig. Schauen Sie hinauf: Das Walmdach ist 18 Meter hoch, fast so hoch wie das Gebäude bis zur Traufe, und am unteren Ende sitzen sechs Türme, die an die Ecktürme einer Festung erinnern. Über dem Eingang steht Karl der Große als Gründer von Stadt und Bistum. Neben ihm sehen Sie acht Statuen deutscher Kaiser, darunter Friedrich I. Barbarossa, der Osnabrück 1171 das Stadtrecht gab. Die Statuen schenkte im 19. Jahrhundert das preußische Königshaus, deshalb steht dort auch Wilhelm I. Die Freitreppe gibt es seit 1846, vorher kam man über eine einziehbare Holztreppe hinein. Sie führt zur rund 500 Jahre alten Eingangstür. Die bronzene Türklinke zeigt die Jahreszahl 1648 und eine Taube. 1648: Das ist der Westfälische Friede. Er beendete den Dreißigjährigen Krieg und wurde in Osnabrück und Münster ausgehandelt und unterzeichnet. Zwischen 1643 und 1648 tagte in diesem Rathaus ein Teil der Delegationen. Hier waren die Gesandten Schwedens versammelt, dazu die des Kaisers und der Reichsstände. In Münster verhandelten zur selben Zeit die kaiserlichen Gesandten mit den Gesandten Frankreichs. Im Friedenssaal hängen bis heute die Porträts von 42 europäischen Gesandten, dazu drei Bildnisse von Herrschern der Kriegsparteien: der schwedischen Königin Christina, des französischen Königs Ludwig XIV. und des Kaisers Ferdinand III. Der Saal wurde von 1846 bis 1880 zu einer Prunkhalle umgebaut, Anfang des 20. Jahrhunderts machte man das rückgängig. Am 13. September 1944 trafen Bomben das Rathaus mehrfach. Es brannte bis auf die Grundmauern ab. Die historische Einrichtung war zum Glück vorher sicher eingelagert worden. Im Herbst 1946 beschloss der Rat den Wiederaufbau, am 2. Mai 1947 wurde er begonnen. Weil Material knapp war, bot die Stadt Kohle aus ihrer Pachtgrube zum Tausch an. Am 24. Oktober 1948, zur 300-Jahr-Feier des Friedens, wurde das restaurierte Rathaus übergeben. 2015 zeichnete die Europäische Kommission es mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel aus. Die Stadt selbst nennt als Leitsatz: Frieden als Aufgabe, dem Frieden verpflichtet.
Sie stehen vor dem Rathaus von Osnabrück, erbaut zwischen 1487 und 1512 im spätgotischen Stil. Hier verhandelten von 1643 bis 1648 Gesandte über den Westfälischen Frieden. Im Friedenssaal hängen die Porträts von 42 Gesandten. 2015 bekam das Rathaus das Europäische Kulturerbe-Siegel.
Du stehst vor dem Rathaus. Es ist über 500 Jahre alt. Vor langer Zeit saßen hier Gesandte aus ganz Europa und verhandelten, damit ein langer Krieg endlich aufhört. Das war 1648. Ihre Bilder hängen noch heute im Friedenssaal. Es sind 42. Über dem Eingang steht Karl der Große aus Stein. Als Bomben das Rathaus 1944 trafen, brannte es bis auf die Grundmauern ab. Die Möbel und Bilder waren zum Glück vorher an einem sicheren Ort. Such die Türklinke an der Eingangstür. Welche Jahreszahl und welches Tier siehst du darauf?
Koordinaten: 52.2774, 8.04118 · auf der Karte