Stadtohr

Stadtrundgang Osnabrück · Station 11 von 16

Hotel Walhalla

1690 · fachwerk, gasthof, barock, stadtbrand

Hotel Walhalla
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hotel Walhalla in der Bierstraße, direkt neben dem Rathaus und dem Markt. Schauen Sie hinauf: Der Gerichtsvogt Gerdt Heindrich Meuschen baute hier 1690 ein dreigeschossiges Fachwerkhaus mit dem Giebel zur Straße. Die Giebelgeschosse und das zweite Obergeschoss kragen vor. Über dem Eingang sehen Sie das frühere Einfahrtstor mit Rundbogen, gerahmt von einem Lorbeerblattwulst, in den Zwickeln Akanthusranken und jeweils eine sitzende Putte mit Spruchband. Im Scheitel hängt ein Medaillon mit Inschrift, daneben die Wappen des Erbauers und seiner Frau Susanne Gertraud. Die geschnitzten Figuren auf den Knaggen stellen Jesus Christus in der Mitte und die vier Evangelisten dar. Auf dem Grundstück hatte schon ein Vorgängerbau von 1530 gestanden. Er wurde möglicherweise beim Stadtbrand von 1613 zerstört, bei dem mehr als 900 Häuser verbrannten, oder für den Neubau abgerissen. Meuschens Haus ging an die Tochter und später an die Enkelin, deren Ehemänner Weinhändler waren. 1740 richtete ein Verwandter, Christian Jäger, eine Weinstube ein. Wegen der Nachbarschaft zum Rathaus besuchten sie die Honoratioren der Stadt, man nannte sie Ratsschenke. Zu den prominentesten Gästen gehörte im 18. Jahrhundert Justus Möser, der 1720 in Osnabrück geborene Jurist, Politiker und Historiker. 1820 richtete man die ersten Fremdenzimmer ein. Den Namen Walhalla bekam der Gasthof erst später. An einer Seitentür sehen Sie einen Gedenkstein von 1934, der an den Schnatgang der Heger Laischaft erinnert. Seine plattdeutsche Inschrift fordert dazu auf, sich zum Pinkeln einen anderen Winkel zu suchen. Am 13. September 1944 zerstörte eine Brandbombe das Dachgeschoss, das Gebäude selbst konnte gerettet werden. 1985 und 1986 wurde es sorgfältig saniert, es entstand ein Hotel mit 27 Zimmern. 1992 kamen zwei Häuser an der Heger Straße und der Kleinen Gildewart dazu. Eines wurde 1616 errichtet, drei Jahre nach dem Stadtbrand. Ein Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach heißt im Volksmund Katzenhaus. Das Hotel hatte prominente Gäste: Albert Lortzing, Erich Maria Remarque, 1997 Königin Silvia von Schweden, im Jahr darauf den Dalai Lama. Am 24. Oktober 1998, zur Feier des Westfälischen Friedens vor 350 Jahren, waren hier mehrere Herrscherpaare zu Gast, unter ihnen das schwedische, das norwegische und das belgische Königspaar, die dänische Königin Margrethe II., die niederländische Königin Beatrix und König Juan Carlos I. von Spanien.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hotel Walhalla in der Bierstraße, neben Rathaus und Markt. Das dreigeschossige Fachwerkhaus ließ der Gerichtsvogt Gerdt Heindrich Meuschen 1690 bauen. Früher hieß es Ratsschänke. Zu seinen Gästen zählten Justus Möser, Albert Lortzing und Erich Maria Remarque.

Für Kinder

Du stehst vor einem alten Fachwerkhaus. Es wurde 1690 gebaut. Die oberen Stockwerke ragen über die unteren hinaus. Über dem Tor sitzen kleine Figuren mit einem Band, sie heißen Putten. Auf den Balken sind Jesus Christus und die vier Evangelisten geschnitzt. Früher hieß das Haus Ratsschenke, weil es neben dem Rathaus steht. 1998 waren hier Könige und Königinnen aus vielen Ländern zu Gast. Wie viele geschnitzte Figuren findest du an den Balken über dem Tor?

Quellen

Koordinaten: 52.2773, 8.04089 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.