
Sie stehen vor dem Haus Tenge in der Krahnstraße, gegenüber dem Rathaus. Ernst Friedrich Tenge baute es in den Jahren 1813 und 1814 als Wohn- und Geschäftshaus. Die Familie Tenge stammte von einem Schmied ab, der 1572 als Bürger der Altstadt verzeichnet wurde. Ihre Mitglieder waren Kaufleute, Leinen- und Weinhändler und Tabakfabrikanten, sie betrieben eine Brauerei und saßen im Rat der Neustadt. Sein Vermögen verdankte Ernst Friedrich einem Zufall: Als die napoleonische Kontinentalsperre verhängt wurde, verfügte er über große Vorräte an Rohtabak. Er besaß schon das Haus Krahnstraße 1, kaufte Nummer 2 dazu und ließ auf beiden Grundstücken das neue Haus errichten. Ein Steinwerk im hinteren Teil blieb erhalten. Schauen Sie auf die Fassade. Der mittlere Teil ist mit vier Pilastern verziert, über dem Eingang hängt ein Lorbeer-Feston. Die Sandsteinfassade wurde mit Ölfarbe gestrichen, das hat zu ihrem Erhalt beigetragen. Im Erdgeschoss lagen das Kontor, Wirtschafts- und Verkaufsräume, im ersten Stock ein repräsentativer Saal, darüber Wohn- und Lagerräume. Der Bankettsaal ist der einzige erhaltene eines klassizistischen Hauses in Osnabrück. Drei Generationen Tenge lebten hier, bis das Haus 1879 an Abraham und Levy David verkauft wurde. Sie betrieben darin das Geschäft Samson David für Damen- und Herrenkonfektion. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihr Nachkomme Otto David gezwungen, das Haus an die Stadt zu verkaufen. Er kam in ein Konzentrationslager, überlebte aber. Zur Familie gehörte auch Gertrud David, geboren 1898. Sie wurde 1940 deportiert und im selben Jahr in Brandenburg im Rahmen der NS-Krankenmorde ermordet. An sie erinnert ein Stolperstein, den der Künstler Gunter Demnig am 30. März 2008 vor dem Haus verlegte. Otto David bekam das Haus nach dem Krieg zurück und verkaufte es 1960. Später war ein Möbelhaus darin. Von 2002 bis 2018 betrieb hier der Stahlunternehmer Jürgen Großmann das Restaurant „la vie“. Der Bankettsaal wurde mit Werken des Malers Markus Lüpertz ausgestattet. 2011 erhielt das Restaurant den dritten Michelin-Stern. Im Juli 2018 wurde der Betrieb eingestellt. Von 2021 bis 2024 war die Confiserie Leysieffer im Haus.
Sie stehen vor dem Haus Tenge in der Krahnstraße, gegenüber dem Rathaus. Ernst Friedrich Tenge baute das klassizistische Wohn- und Geschäftshaus 1813 und 1814. Der Bankettsaal ist der einzige erhaltene eines klassizistischen Hauses der Stadt. Von 2002 bis 2018 war hier das Restaurant „la vie“.
Du stehst vor einem Haus mit einer Fassade aus Sandstein. Es wurde 1813 und 1814 für Ernst Friedrich Tenge gebaut. Er wurde reich, weil er zufällig sehr viel Rohtabak gelagert hatte, als die sogenannte Kontinentalsperre verhängt wurde. Auf der Fassade siehst du vier flache Säulen, sie heißen Pilaster. Suche über dem Eingang einen Kranz aus Lorbeer. Später war in dem Haus ein Restaurant mit drei Michelin-Sternen. Welche Zutaten würdest du dort gern probieren?
Koordinaten: 52.2772, 8.04118 · auf der Karte