
Sie stehen am Lappan, einem der Wahrzeichen der Stadt. Er steht am nordöstlichen Ende der Langen Straße und markiert den Übergang zwischen der historischen Innenstadt und den nordöstlich anschließenden Bereichen. Die Geschichte beginnt mit einer Seuche. 1350 wütete in Oldenburg die Pest. An der Stelle des Lappans entstand danach das Heilig-Geist-Armen- und Siechenhaus, und 1356 bekam es eine hölzerne Kapelle. Die blieb mehr als hundert Jahre ohne Glockenturm. Erst 1467 und 1468 wurde ein Turm aus Stein angebaut. Die Lambertikirche bestand zu jener Zeit nur als niedriges Glockenhaus. Der Lappan war daher der erste Kirchturm der Stadt. Zum Namen: Im Volksmund hieß zunächst nicht der Turm Lappan, sondern das Armenhaus, weil es an die Kapelle „angeflickt“ schien, auf Plattdeutsch „angelappt“. Im Mittelalter gehörte der Komplex zur Stadtmauer. Bis 1845 stand hier mit dem Heiligengeisttor eines der fünf Stadttore, was man noch heute am Straßenverlauf sieht. Mit der Reformation verlor der Bau seine kirchliche Aufgabe, Turm und Kapelle dienten nun zur Lagerung der Folterwerkzeuge des Stadtgerichts. Später war der Lappan ein bewohnbarer Wachtturm, die Kapelle wurde Soldatenunterkunft. Wer im Turm wohnte, musste die Turmuhr in Gang halten und die Glocke dreimal täglich sowie zu den Gottesdienstzeiten der Stadtkirchen läuten. 1581 wurde vor den Stadttoren bei St. Gertrud ein neues Siechenhaus gestiftet. Das Heilig-Geist-Spital wurde aufgegeben, und im Gebäude entstand eine Gastwirtschaft. Der große Stadtbrand von 1676 beschädigte den Lappan schwer, aber er gehörte zu den wenigen Gebäuden, die ihn überstanden. Beim Wiederaufbau ersetzte man 1709 die gotische Turmhaube durch eine welsche Haube im Stil der Renaissance. 1891 sollte der Turm abgebrochen werden. Bürgerschaftliches Engagement verhinderte das. Von 1884 bis 1888 fuhr vor dem Lappan eine Pferdebahn, die sich nicht rentierte und an die Stadt Schleswig verkauft wurde. 1909 wurde der Turm umfassend restauriert und erhielt sein heutiges Aussehen. Die umliegenden alten Gebäude riss man ab und ersetzte sie durch ein Wohn- und Geschäftshaus mit Schaufenstern. Seit dem 28. August 2018 sitzt im Turm die Touristinformation Oldenburg-Info. In der Nähe liegen das Stadtmuseum und das Horst-Janssen-Museum. Zu ihnen gehen wir als Nächstes.
Sie stehen am Lappan, einem der Wahrzeichen Oldenburgs. Der fünfunddreißig Meter hohe Turm wurde 1467/68 an die ehemalige Kapelle Zum heiligen Geist angebaut, auf Plattdeutsch angelappt. Er überstand den großen Stadtbrand von 1676. Heute ist hier die Touristinformation.
Der Lappan ist ein Turm, fünfunddreißig Meter hoch. Hier stand früher ein Armenhaus mit einer Kapelle, aber ohne Turm. Mehr als hundert Jahre später, 1467 und 1468, wurde ein Turm aus Stein angebaut. Der Name Lappan kommt von „angelappt“. Das ist Plattdeutsch und heißt angeflickt, also drangeflickt. Im Turm wohnten früher Menschen. Sie mussten die Uhr in Gang halten und dreimal am Tag die Glocke läuten. Heute ist im Turm die Touristinformation. Was hättest du jeden Tag tun müssen, wenn du im Lappan gewohnt hättest?
Koordinaten: 53.1431, 8.21333 · auf der Karte