Stadtohr

Stadtrundgang Oldenburg · Station 13 von 15

Augusteum

1867 · museum, gemäldegalerie, backstein, treppenhaus

Augusteum
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Augusteum. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter stiftete das Haus und widmete es seinem Vater, dem Großherzog Paul Friedrich August. Daher der Name. Gebaut wurde es von 1865 bis 1867 an der Mühlenhunte, die Schlossgraben heißt, südlich des Schlosses. Zur Jahreszahl gibt es mehrere Angaben: Wikidata nennt 1876, andere Quellen 1856/57. Als Bauzeit werden 1865 bis 1867 angegeben. Schauen Sie auf die Fassade. Sie ist aus Backstein, zweigeschossig, mit sieben Achsen. In der Mitte sitzt das Portal mit gekuppelten korinthischen Säulen, darüber steht die Inschrift AUGUSTEUM. Zwei sitzende Figuren schließen die Fassade ab, Allegorien der Malerei und der Bildhauerei, geschaffen von Diedrich Samuel Kropp. Bis 1875 stand dort oben eine Balustrade mit neunzehn Putten, die Girlanden tragen. Hier hatten die großherzogliche Sammlung und der Oldenburger Kunstverein, der sich schon 1843 gegründet hatte, ihre Räume. Den Grundstock der Sammlung hatte Herzog Peter Friedrich Ludwig schon 1804 gelegt, mit der privaten Bildersammlung des Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: sechsundachtzig Gemälde. Das Treppenhaus malte Christian Griepenkerl aus. Es wurde das Hauptwerk monumentaler Wand- und Deckenmalerei im Land. Wegen Geldmangels konnte die Ausmalung erst 1877/78 angebracht werden, da war Griepenkerl schon Professor an der Akademie in Wien. Die Decke zeigt neun Szenen, im runden Mittelfeld Venus Urania als Allegorie der bildenden Kunst, darum vier Themen aus der Prometheussage. An den Wänden sind Künstler von der Antike bis zum 19. Jahrhundert zu sehen, auch der Architekt des Hauses, die mit Oldenburg verbundenen Künstler Ernst Willers, Carl Rahl und Theophil von Hansen und Griepenkerl selbst. 1908 zeigten Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel hier ihre erste gemeinsame Ausstellung. Die großherzogliche Gemäldesammlung hatte bis 1918 ihren festen Platz im Augusteum. Nach der Abdankung des letzten Großherzogs verkaufte Friedrich August ab 1919 einen Teil des Kunstbesitzes, der ihm als Privateigentum geblieben war, darunter ein Drittel der Gemäldegalerie. Mit Hilfe des Industriellen Georg Bölts führte er die Bilder 1919 in die Niederlande aus, wertvolle Werke berühmter Meister, unter anderem von Rembrandt. Zwei Drittel konnte der Oldenburgische Staat 1920 zurückerwerben. Einige hochrangige Bilder, die heute unter anderem das Amsterdamer Rijksmuseum schmücken, gelten als bleibende Verluste. Seit 1981 ist das Augusteum wieder ein Ausstellungshaus, von 2013 bis 2015 wurde es saniert, und seit Dezember 2015 ist es als Galerie Alte Meister geöffnet.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Augusteum, einer der ersten öffentlichen Museumsbauten im norddeutschen Raum. Es wurde von 1865 bis 1867 an der Mühlenhunte südlich des Schlosses errichtet. Heute zeigt es als Galerie Alte Meister Gemälde des 15. bis 18. Jahrhunderts und gehört zum Landesmuseum.

Für Kinder

Das Augusteum ist ein Haus für Bilder. Es wurde von 1865 bis 1867 gebaut. Großherzog Nikolaus Friedrich Peter widmete es seinem Vater Paul Friedrich August, und danach heißt es. Über dem Eingang steht der Name in großen Buchstaben. Ganz oben sitzen zwei Figuren: Eine steht für die Malerei, eine für die Bildhauerei. Später wurden viele Bilder verkauft und ins Ausland gebracht, darunter Werke von Rembrandt. Einen Teil konnte man zurückkaufen. Kannst du den Namen über dem Eingang lesen?

Quellen

Koordinaten: 53.1362, 8.21659 · auf der Karte

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