Stadtohr

Stadtrundgang Oldenburg · Station 14 von 15

Prinzenpalais

1821–1826 · palais, klassizismus, galerie neue meister, expressionismus

Prinzenpalais
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Prinzenpalais. Es ist heute die Galerie Neue Meister des Landesmuseums. Gebaut wurde es für zwei Jungen. Im Juni 1821 gab Herzog Peter Friedrich Ludwig den Bau eines standesgemäßen Wohnsitzes für seine verwaisten Enkel in Auftrag, die russischen Prinzen Alexander und Peter. Der Hofbaumeister Heinrich Carl Slevogt, ein Schüler Karl Friedrich Schinkels, errichtete von 1821 bis 1826 gegenüber dem Schloss einen zweigeschossigen klassizistischen Bau. Nur drei Jahre lang bewohnten die Prinzen das Palais. Nach dem Tod des Großvaters und des Bruders 1829 verließ Peter Oldenburg und kehrte nach St. Petersburg zurück. 1852 übernahm Großherzog Nikolaus Friedrich Peter das Gebäude und ließ es 1860/62 um einen Flügel mit Festsaal erweitern. Auf der Rückseite lag ein Garten im Stil eines englischen Landschaftsgartens, mit geschwungenen Wegen und immergrünen Gehölzen. Der Großherzog bewohnte die dreiflügelige Anlage bis zu seinem Tod 1900. Nur die Sommermonate verbrachte seine Familie im Schloss Rastede. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Haus vielfältig genutzt. Von 1914 bis 1919 war es ein Lazarett für Verletzte des Ersten Weltkriegs. Nach Kriegsende war hier das Alte Gymnasium untergebracht, die Schule, die wir vorhin gesehen haben. Im Zweiten Weltkrieg beherbergte es Jugendorganisationen, von 1946 bis 1959 die Graf-Anton-Günther-Schule, und ab 1961 vierzig Jahre lang das Katasteramt. All diese Nutzungen brachten Ein- und Umbauten mit sich. Anhand historischer Pläne und Fotografien des Hoffotografen Franz Titzenthaler wurde das Palais später umfangreich renoviert und die ursprüngliche Raumfolge wiederhergestellt. Seit 2003 ist es ein Museum. Auf zwei Geschossen zeigt es die Entwicklung der deutschen Kunst von der Romantik bis zur Nachkriegszeit. Einen Schwerpunkt bilden die Künstler von Worpswede mit Gemälden aller Gründungsmitglieder und bedeutende Werke von Paula Modersohn-Becker. Von den deutschen Impressionisten sind Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth vertreten. Höhepunkt ist der Raum mit Werken der Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel aus der Zeit ihrer Aufenthalte in Dangast. Außerdem sieht man Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Mueller. Das Prinzenpalais besitzt die bedeutendste öffentliche Sammlung des Dangaster Malers Franz Radziwill in Deutschland.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Prinzenpalais. Herzog Peter Friedrich Ludwig ließ es von 1821 bis 1826 als Wohnsitz für seine verwaisten Enkel bauen, zwei russische Prinzen. Seit 2003 ist es als Galerie Neue Meister Teil des Landesmuseums und zeigt Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Für Kinder

Dieses Palais wurde für zwei Jungen gebaut. Sie waren Prinzen aus Russland, hießen Alexander und Peter, und ihre Eltern lebten nicht mehr. Ihr Großvater, der Herzog von Oldenburg, ließ für sie von 1821 bis 1826 ein eigenes Haus bauen. Nur drei Jahre wohnten sie darin. Dann starben der Großvater und Alexander, und Peter ging zurück nach St. Petersburg. Später war das Haus ein Lazarett, eine Schule und ein Amt. Heute hängen hier Gemälde. Könntest du dir vorstellen, als Kind in so einem Haus zu wohnen?

Quellen

Koordinaten: 53.13638889, 8.21777778 · auf der Karte

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