
Sie stehen vor dem Elisabeth-Anna-Palais. Der rote Ziegelbau steht auf einem Quadersockel, hat drei Geschosse und viele Verzierungen. Sie erkennen die Renaissance, besonders die Weserrenaissance, die in Nordwestdeutschland üblich ist. Schauen Sie zur Südostecke: Dort ragt ein Turm mit Zwiebeldach auf. Er korrespondiert mit dem südlichen Turm des Schlosses und betont, dass das Palais zum Residenzensemble gehört. Auf der Seite zum Schloss gab es früher einen großen Zusatzbau, den Küchentrakt. Auftraggeber war Friedrich August, der letzte Großherzog von Oldenburg, nach Plänen des Oberbaurates Ludwig Freese. Für gewöhnlich wohnte die Familie im Schloss. Friedrich August, der erst 1900 regierender Großherzog wurde, ließ sich aber im Schlossgarten ein neues Domizil bauen. Es hieß zunächst Erbgroßherzogliches Palais. Die ersten Entwürfe vom Sommer 1894 sahen den Bau deutlich näher am Schloss vor. Eine Brücke über den Schlossplatz sollte beide Häuser verbinden, auf der Brücke war eine Gemäldegalerie geplant. Die Pläne wurden verworfen, das Haus rückte nach Südwesten, mehr in den Schlossgarten hinein. Die Bauzeit dauerte von 1894 bis 1896. Währenddessen starb seine Gattin Elisabeth Anna von Preußen, und zu ihren Ehren erhielt das Palais seinen jetzigen Namen. Am 24. Oktober 1896 zog Friedrich August mit seiner zweiten Gemahlin Elisabeth Alexandrine Mathilde von Mecklenburg-Schwerin und seiner Familie in die neue Residenz. Am 8. November 1918, in der Novemberrevolution, musste der Großherzog auf dem Schloss und auf dem Palais eine rote Fahne hissen. Drei Tage später verzichtete er auf den Thron und zog sich auf sein Schloss in Rastede zurück. Das Palais ging 1918 in Staatseigentum über. Es diente als Wohnhaus, in der Küche wurde eine sogenannte Geusenküche betrieben, in der Arme gespeist wurden. Die Nationalsozialisten führten diese Küche weiter und nutzten die Räume für Trauungen von Parteimitgliedern. Nach Kriegsende nutzten britische und kanadische Alliierte das Haus als Kasino und für Schulungen. 1954 bezog das neu gegründete Sozialgericht Oldenburg das Gebäude und hat dort bis heute seinen Sitz. Anfang der 1960er Jahre wurde der Küchentrakt für den Bau des Schloßwalles abgerissen und durch einen Betonquader als Eingang ersetzt. Dabei wurde auch die unterirdische Verbindung zum Pulverturm zugeschüttet, der früher als Eiskeller diente. Im April 2025 begann eine denkmalgerechte Sanierung der Fassade für eine Million Euro, weil Zierelemente herabzufallen drohten.
Sie stehen vor dem Elisabeth-Anna-Palais. Friedrich August, der letzte Großherzog von Oldenburg, ließ es von 1894 bis 1896 nach Plänen von Ludwig Freese im Schlossgarten bauen. Seinen Namen trägt es zu Ehren seiner Gattin, die während der Bauzeit starb. Heute sitzt hier das Sozialgericht.
Ein Großherzog baute hier ein Haus für seine Familie, ein Palais. Es ist aus roten Ziegeln. An der Südostecke steht ein Turm mit Zwiebeldach. Er erinnert an einen Turm am Schloss und zeigt: Das Palais gehört zur Residenz. Das Haus heißt nach der Frau des Großherzogs, Elisabeth Anna. Sie starb, während es gebaut wurde. Vom Palais führte sogar eine unterirdische Verbindung zum Pulverturm, aber die wurde zugeschüttet. Heute arbeitet in dem Haus das Sozialgericht. Wo siehst du den Turm mit dem Zwiebeldach?
Koordinaten: 53.1369, 8.21528 · auf der Karte