Stadtohr

Stadtrundgang Mannheim · Station 8 von 16

Synagoge (Mannheim)

1987 · synagoge, jüdische geschichte, gemeindezentrum, architektur

Synagoge (Mannheim)
Foto: Immanuel Giel, Public domain · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der heutigen Synagoge der jüdischen Gemeinde im Quadrat F 3. Sie wurde zwischen 1985 und 1987 nach Plänen von Karl Schmucker mit dem Gemeindezentrum erbaut, und seit 2025 steht sie unter Denkmalschutz. Wie kam die Gemeinde hierher? Nach den Pogromen der Nationalsozialisten und den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs richtete sie 1946 im ehemaligen jüdischen Waisenhaus in R 7 eine Synagoge ein. 1957 wurde in der Maximilianstraße 6 in der Oststadt eine neue gebaut. In den 1970er Jahren wurde sie der gewachsenen Gemeinde zu klein, und die Stadtplaner schlugen die Rückkehr in die Innenstadt vor. Das Quadrat F 3 lag seit dem Zweiten Weltkrieg brach und wurde nur als Parkplatz genutzt. 1980 erstellte das Karlsruher Büro Backhaus und Brosinsky erste Pläne, mit einem pyramidenförmigen Gebäude auf sechseckigem Grundriss. 1983 wurde dann der Mannheimer Architekt Karl Schmucker beauftragt. Baubeginn war im Mai 1985. Am 13. September 1987 wurden Synagoge und Gemeindezentrum eingeweiht, die erste Festpredigt hielt Max Grünewald, früher Stadtrabbiner in Mannheim. 1992 und 1993 wurde die Synagoge auf der Biennale von Venedig gezeigt. Schauen Sie auf den Baukomplex: Er hat fünf Stockwerke und umschließt die Synagoge hufeisenförmig, mit Läden, einem katholischen Kindergarten und 92 Mietwohnungen. Im Norden ist die Bebauung zurückgenommen, dort liegt ein begrünter Platz, der 1993 nach Max Grünewald benannt wurde. Die Synagoge selbst ist mit rotem Betonwerkstein verkleidet, der an die typischen alten Sandsteinbauten Mannheims erinnert. Die Fassade gliedern fünf hohe Rundbogenfenster, rechts und links liegen zwei Rundbogenportale. In den Oberlichtern sind Kopien einer Darstellung von Josua und Kaleb mit Traube; das Original hing in der 1851 abgerissenen alten Synagoge und wird heute in den Reiss-Engelhorn-Museen aufbewahrt. Ein Mahnmal von Frank Meisler, gestaltet mit Steinen der 1938 zerstörten Hauptsynagoge, erinnert an die Opfer der Verfolgung. Drinnen: ein kubischer Raum mit zentraler Kuppel und quadratischem Grundriss, in der Mitte der Almemor, der erhöhte Platz zum Vorlesen aus der Tora. Damit unterscheidet sie sich von der jüdischen Bautradition in Deutschland und lehnt sich an die Jerusalemer Tradition mit zentralen Kuppelbauten an. Die Kuppel ist mit einer blauweißen Tapisserie ausgekleidet, die den Himmel über Jerusalem symbolisiert. Die Bleiglasfenster entwarf Karl Heinz Traut. Privatpersonen, Unternehmen und die beiden christlichen Kirchen stifteten sie. Die Gemeinde hatte 2022 nur 454 Mitglieder, erheblich weniger als vor dem Holocaust.

Kurzfassung

Sie stehen vor der heutigen Synagoge der jüdischen Gemeinde im Quadrat F 3. Sie wurde von 1985 bis 1987 nach Plänen von Karl Schmucker zusammen mit dem Gemeindezentrum gebaut. Seit 2025 steht sie unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Du stehst vor der heutigen Synagoge Mannheims. Sie wurde 1987 eingeweiht und ist ein Würfelbau mit einer Kuppel. Innen ist die Kuppel blau und weiß und soll den Himmel über Jerusalem zeigen. Die bunten Fenster haben Privatpersonen, Firmen und die beiden christlichen Kirchen bezahlt. Daneben steht ein Mahnmal, gestaltet mit Steinen der alten Hauptsynagoge, die 1938 zerstört wurde. Fünf hohe Rundbogenfenster gliedern die Fassade. Findest du sie?

Quellen

Koordinaten: 49.4897, 8.46511 · auf der Karte

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