Stadtohr

Stadtrundgang Mannheim · Station 9 von 16

Liebfrauenkirche

· kirche, neugotik, jungbusch, dialog

Liebfrauenkirche
Foto: Quadratestadt Mannheim Bernhard Kunz / Stadtmarketing Mannheim GmbH, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche im Stadtteil Jungbusch, am östlichen Eingang des Jungbuschs, gegenüber der Innenstadt, an einer sehr belebten Straßenkreuzung am Luisenring. Die römisch-katholische Kirche wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Johannes Schroth im neugotischen Stil erbaut. Warum entstand sie? Um 1900 wuchs die Stadt enorm, und bis dahin waren die Jesuitenkirche und die Untere Pfarrkirche St. Sebastian die einzigen katholischen Gotteshäuser. Im Jungbusch war eine Kirche dringend nötig, denn die Untere Pfarrei zählte 1895 23.000 Katholiken. Nach einem schweren Zerwürfnis zwischen dem Leiter des erzbischöflichen Bauamts in Heidelberg, Ludwig Maier, und dem katholischen Stiftungsrat bekam Schroth den Auftrag. Der Bau begann 1900. Am 8. November 1903 wurde die Kirche benediziert, am 15. Oktober 1905 vom Freiburger Weihbischof Justus Knecht geweiht. Weil die Finanzierung schwierig war, verzichtete man zunächst auf den Turm oberhalb des Dachfirsts. Erst 1908 wurde er vollendet. Schauen Sie hinauf: Die kräftige neugotische Einturmfassade setzt an dieser Kreuzung einen besonderen städtebaulichen Akzent. Weiße Putzflächen und dunkler Naturstein sollten die Wirkung der an die Spätgotik angelehnten Kirche erhöhen. Schroth begründete den lieblichen Stil mit dem Patrozinium Mariens. Am Portal ist die Krönung Mariens dargestellt, darüber sehen Sie das große Rosettenfenster mit der heiligen Caecilia, die an einem Positiv musiziert. Die Kirche ist 49 Meter lang, 19 Meter breit und im Mittelschiff 18 Meter hoch. Die Jahre danach waren hart. Im Ersten Weltkrieg wurden die Glocken eingezogen, 1917 schlug eine Fliegerbombe vor dem linken Seiteneingang ein. 1921 zerstörte die Explosion des Oppauer Stickstoffwerks alle Fenster. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Chor durch eine Sprengbombe beschädigt, 1944 das Dach, 1945 das Netzgewölbe über Chor und Vierung durch Artilleriebeschuss zerstört. An Weihnachten 1946 konnte das Schiff wieder genutzt werden, 1952 war der Wiederaufbau beendet. Im Turm hängen vier Glocken. Zwei davon goss 1746 Johann Michael Steiger, sie stammen aus dem Alten Kaufhaus, entgingen der Einschmelzung und werden seit 1949 von der Stadt Mannheim leihweise der Kirche überlassen. Durch den Bau der benachbarten Moschee wurde bereits 1990 ein Gesprächskreis mit den Muslimen eingerichtet. 2007 fielen Putzteile aus dem Gewölbe, und die Kirche musste schließen. Bis zum Katholikentag 2012 war sie saniert, und an diesem Tag wurde sie der Jugendkirche Samuel als Standort übergeben.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche im Stadtteil Jungbusch. Johannes Schroth baute die katholische Kirche ab 1900 im neugotischen Stil, geweiht wurde sie 1905. Sie steht neben der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee und symbolisiert den christlich-islamischen Dialog.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche mit einem einzigen Turm, der Liebfrauenkirche. Sie ist 49 Meter lang. Am Portal siehst du die Krönung Mariens, darüber ein großes Rosettenfenster mit einer heiligen Frau, die Musik macht. Beinahe hätte die Kirche keinen Turm bekommen, denn das Geld war knapp. Erst 1908 war er fertig. 1921 gab es in einem Werk in Oppau eine Explosion, und alle Kirchenfenster gingen kaputt. Neben der Kirche steht eine Moschee. Beide Gemeinden sprechen miteinander. Mit wem sprichst du gern?

Quellen

Koordinaten: 49.4942, 8.46222 · auf der Karte

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