
Sie sind dort, wo die Hauptsynagoge stand, im Quadrat F 2 in der westlichen Unterstadt. Hier wohnten traditionell viele Mannheimer Juden. Die Geschichte beginnt nach dem Dreißigjährigen Krieg. Kurfürst Karl Ludwig förderte den Wiederaufbau der zerstörten Stadt und warb um die Ansiedlung von Juden. Die Konzession von 1660 gestattete eine Schul, das heißt eine Synagoge, mit eigenem Rabbiner. 1662 gab es nachweislich eine Synagoge, 1670 entstand an diesem Standort ein Neubau. Nach der Verwüstung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war 1700 ein weiterer Bau nötig, der im Lauf der Zeit mehrfach erweitert wurde. Dann wurde das Haus zu klein. Die Plätze lagen in der Hand alteingesessener Familien und wurden weitervererbt, Zugezogene hatten kaum eine Chance. 1851 riss man die Synagoge ab, im Juni desselben Jahres begann der Neubau. Die Pläne stammten von Ludwig Lendorff; nach seinem Tod im Februar 1853 folgten Friedrich Eisenlohr und Heinrich Lang. Am 29. Juni 1855 weihte Rabbiner Moses Präger die neue Synagoge ein. Weil es noch andere gab, wie die Lemle-Moses-Klaus, nannte man sie Hauptsynagoge. Stellen Sie sich vor, wie sie aussah: neuromanische Rundbögen, ein großes Rundbogenportal mit einer Fensterrosette darüber, innen eine dreischiffige Basilika. Der Rundbogenstil symbolisierte einerseits die gemeinsamen Wurzeln von Juden und Christen, andererseits betonte er den Unterschied zum damals beliebten neugotischen Stil der Kirchen. Zehn Säulen aus schwarzem Marmor umsäumten das Mittelschiff, sie symbolisierten die Zehn Gebote. Der Toraschrein bestand aus Carrara-Marmor. Nach der Renovierung 1908 hatte das Haus 700 Plätze. Um die Orgel hatte es lange Diskussionen gegeben, weil sie im jüdischen Gottesdienst bis dahin unüblich war. Im Juni 1855, kurz vor der Einweihung, genehmigte der Oberrat der Israeliten Badens das Instrument. Es war die erste Orgel in einer badischen Synagoge. Bis in die 1920er Jahre verdreifachte sich die Zahl der Gemeindemitglieder. 1933, im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten, überfielen erstmals SA-Männer die Synagoge. In der Pogromnacht, am Morgen des 10. November 1938, stürmten SA-Männer sie, zerschlugen die Einrichtung, legten Feuer und zündeten Sprengstoff. Die Polizei weigerte sich zu helfen, die Feuerwehr schützte nur die Nachbargebäude. Danach kam es zu Plünderungen durch die Bevölkerung. Im Spätsommer 1939 wurde die Gemeinde gezwungen, die Ruine samt Grundstück für 34.000 Reichsmark an die Stadt abzugeben. Nach dem Krieg wurde der Plan, die Ruine als Gedenkstätte zu erhalten, aus Kostengründen nicht verwirklicht. 1955 und 1956 trug man sie ab, 1962 und 1963 entstand an der Stelle ein Wohn- und Geschäftshaus. 1964 wurde eine Gedenktafel angebracht.
Sie sind dort, wo die Hauptsynagoge stand, im Quadrat F 2. Sie wurde zwischen 1851 und 1855 anstelle mehrerer Vorgängerbauten errichtet und in den Novemberpogromen 1938 zerstört. 1964 wurde eine Gedenktafel angebracht, die an sie erinnert.
Hier stand die Hauptsynagoge, die Synagoge der jüdischen Gemeinde Mannheims. Sie wurde 1855 eingeweiht und hatte später 700 Plätze. Zehn schwarze Marmorsäulen standen im Raum, für die Zehn Gebote. Und sie hatte eine Orgel, die erste in einer badischen Synagoge. Am 10. November 1938 stürmten SA-Männer sie, zerschlugen alles und legten Feuer. Die Polizei kam nicht zu Hilfe. Die Feuerwehr schützte nur die Nachbarhäuser. 1964 wurde eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert. Warum, glaubst du, hat man diese Tafel angebracht?
Koordinaten: 49.4892, 8.46551 · auf der Karte