Stadtohr

Stadtrundgang Mannheim · Station 2 von 16

Friedrichsburg

· festung, stadtgründung, quadrate, dreißigjähriger krieg

Friedrichsburg
Foto: Graf Foto, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie sind im Bereich der ehemaligen Festung Friedrichsburg. Sie lag dort, wo heute das Schloss steht, und in der Innenstadt südlich der Planken. Um zu verstehen, warum, beginnen wir früh. 766 wird das Dorf Mannenheim erstmals im Lorscher Codex erwähnt, der Name bedeutet Heim des Manno. 1566 hat es etwa 700 Einwohner. Dann kommt 1606. Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz legt am 17. März den Grundstein einer Festung, gemeinsam mit der Rheinschanze auf dem anderen Rheinufer. Der holländische Festungsarchitekt Bartel Janson lässt einen siebenzackigen Bastionsstern errichten. Daneben entsteht die Bürgerstadt, die am 24. Januar 1607 das Stadtrecht erhält und ebenfalls sternförmig befestigt wird. Beide bekamen ihr eigenes Straßenbild. In der Zitadelle verliefen die Straßen strahlenförmig von einem zentralen Alarmplatz zu den Bastionen, so konnten Soldaten schnell auf gegenüberliegende Punkte verlagert werden. Im Inneren lagen Unterkünfte und Pulvertürme, und nur ein Stadttor gewährte Zugang. Die Bürgerstadt dagegen bekam ein gitterförmiges Straßennetz mit Häuserblöcken statt Straßenzügen. Es ist bis heute erhalten. Die Blöcke heißen Quadrate, und darauf geht der Name Quadratestadt zurück. Aber der Frieden hielt nicht. Im Dreißigjährigen Krieg kämpfte Mannheim auf der Seite der Protestantischen Union. 1622 zerstörte Tilly, der Heerführer der katholischen Liga, Stadt und Festung, und bis 1648 wurde Mannheim noch mehrfach besetzt und verwüstet. Etwa 1200 Einwohner hatte die Stadt 1618; Krieg und Seuchen forderten gravierende Verluste. 1649 fand Kurfürst Karl Ludwig ein weitgehend entvölkertes Land vor. Er setzte sich für den Wiederaufbau ein, denn Mannheim lag günstig an der Mündung des Neckars in den Rhein. 1664 trat an die Stelle der zerstörten Zitadelle ein einfaches Schloss. Dann der nächste Krieg: 1688 eroberten französische Truppen die Stadt, im März 1689 zerstörten sie sie komplett und vertrieben die Bevölkerung. Noch vor dem Friedensvertrag ordnete Kurfürst Johann Wilhelm 1697 in einer Proklamation den Wiederaufbau an und rief die Flüchtlinge zurück. 1698 begann er, 1709 wurde die Festung mit der Stadt vereinigt. Ab 1720 entstand an ihrer Stelle das Schloss, vor dem wir gerade standen.

Kurzfassung

Sie sind im Bereich der ehemaligen Festung Friedrichsburg. Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz ließ sie ab dem 17. März 1606 anlegen, mit einem siebenzackigen Bastionsstern. Die zugehörige Bürgerstadt Mannheim erhielt am 24. Januar 1607 das Stadtrecht.

Für Kinder

Du stehst dort, wo einmal eine Festung stand, die Friedrichsburg. Sie hatte die Form eines Sterns mit sieben Zacken. 1606 wurde der Grundstein gelegt, und neben der Festung entstand eine Stadt. Die Straßen der Stadt liegen wie ein Gitter. Die Häuserblöcke heißen Quadrate. Darum nennt man Mannheim die Quadratestadt. Später wurde die Festung im Krieg zerstört. Stell dir Mannheim von oben vor: Kannst du das Gitter sehen?

Quellen

Koordinaten: 49.4842, 8.46291 · auf der Karte

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