Stadtohr

Stadtrundgang Mannheim · Station 1 von 16

Schloss Mannheim

· schloss, barock, kurpfalz, universität

Schloss Mannheim
Foto: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Willkommen in Mannheim. Wir beginnen am Schloss, und wir enden hier, denn von hier aus erzählt sich die Stadt am besten. Sie stehen vor einer der größten Schlossanlagen der Welt. Mannheim hat 319.536 Einwohner und ist nach Stuttgart die zweitbevölkerungsreichste Stadt Baden-Württembergs. Von 1720 bis 1778 saß hier der Hof der Kurpfalz. Wie kam er hierher? Kurfürst Carl Philipp, ein Katholik, stritt mit den Reformierten um die Benutzung der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Im April 1720 siedelte er mit dem Hofstaat nach Mannheim über. An der höchsten Stelle des Stadtgebiets, wo zuvor das Schloss des Kurfürsten Karl Ludwig gestanden hatte, begann er mit einem neuen Schloss. Die Grundsteinlegung war am 2. Juli 1720. Der Baumeister Johann Kaspar Herwarthel übernahm die Bauleitung, starb aber schon im November. Jean Clemens Froimon folgte, von ihm stammt das bestimmende Projekt. Er stritt hartnäckig mit dem Kurfürsten und wurde 1726 in Ungnade entlassen. Auf ihn gehen die Fassade des Hauptbaus, die Dächer und die Schlosskirche als eigenständiger Bauteil zurück. Die Seitenflügel sollten zunächst nur zwei Geschosse haben. Er soll bewirkt haben, dass sie dreigeschossig wurden, damit sie sich von den Bürgerhäusern gegenüber besser abhoben. Das Geld war immer knapp. Die Pläne überstiegen die Mittel weit, die Schlossbausteuer wurde 1721 auf 75.000 Gulden im Jahr festgesetzt und unnachsichtig eingetrieben, gedeckt wurden die Ausgaben trotzdem nie. Der Kurfürst wohnte im Winter in einem Haus im Quadrat R 1, im Sommer in Schwetzingen. Auf Froimon folgte Guillaume d’Hauberat. Er gestaltete das Haupttreppenhaus, den Rittersaal und die Schlosskirche, und Cosmas Damian Asam malte von 1728 bis 1730 die Decken. Im November 1731 konnte der Kurfürst einziehen. Von 1740 an baute Alessandro Galli da Bibiena weiter, der auch die Jesuitenkirche entworfen hatte. Sein bedeutendstes Werk, das Opernhaus, wurde 1742 zur Hochzeit Carl Theodors eingeweiht. Am 31. Dezember 1742 starb Carl Philipp. Carl Theodor ließ ab 1751 den Ostflügel ausbauen, für die Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen, die Schatzkammer, die Hofbibliothek und das Archiv. 1760 war das Schloss gemeinsam mit der Jesuitenkirche vollendet. Es begann eine nur 58 Jahre dauernde Zeit als Residenzstadt. Die Stadt zählte nun 25.000 Einwohner, der Hof förderte Kunst und Musik, Wissenschaft und Handel. Goethe, Schiller und Lessing weilten in Mannheim, ebenso Mozart. 1778 verlegte Carl Theodor seine Residenz nach München, um sein bayerisches Erbe anzutreten. Für Mannheim war das ein wirtschaftlicher und kultureller Aderlass. 1803 fiel die Stadt an Baden. Seit 1967 sitzt im Schloss die Universität Mannheim.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Mannheimer Schloss, der ehemaligen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Die barocke Dreiflügelanlage wurde ab 1720 unter Kurfürst Carl Philipp nach einem Entwurf von Jean Clemens Froimon gebaut. Seit 1967 sitzt hier die Universität Mannheim.

Für Kinder

Du stehst vor einem riesigen Schloss. Es gehört zu den größten Schlossanlagen der Welt. Ein Kurfürst hat es bauen lassen, Carl Philipp, ab dem Jahr 1720. Er zog dafür von Heidelberg nach Mannheim, weil er sich in Heidelberg um die Nutzung einer Kirche gestritten hatte. Der Bau war teuer, und das Geld war oft knapp. Danach kam eine Zeit von 58 Jahren, in der der Hof Kunst und Musik förderte. Auch Mozart war zu Gast. Heute studieren hier Menschen, denn das Schloss ist Sitz der Universität. Was würdest du in einem Schloss mit so vielen Räumen tun?

Quellen

Koordinaten: 49.4829, 8.46177 · auf der Karte

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