Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 12 von 16

Rosgartenmuseum Konstanz

1870 · museum, zunfthaus, stadtgeschichte, richental-chronik

Rosgartenmuseum Konstanz
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rosgartenmuseum in der Rosgartenstraße. Das Haus Zum Rosgarten war im Mittelalter das Zunfthaus der Metzger, Krämer, Apotheker, Hafner und Seiler. 1324 wurde es erstmals erwähnt, und 1454 wurde es mit dem angrenzenden Haus Zum Schwarzen Widder vereinigt. Schauen Sie aufs Portal. Dort sehen Sie noch heute die Wappen beider Häuser. Als beide Häuser vereinigt wurden, richtete man auch den Zunftsaal ein. Er diente den Mitgliedern und Gästen der Rosgartenzunft als Versammlungssaal und Trinkstube, an der Wandvertäfelung sitzen Wappen des Schwäbischen Bundes und einiger Konstanzer Geschlechter, die Kabinettscheiben stammen aus dem 17. Jahrhundert. Das Museum selbst gründete 1870 der Apotheker und Stadtrat Ludwig Leiner. Grundstock waren seine Sammlung und weitere private Sammlungen, die man mit der Gründung als städtisches Museum zusammenführte. Heute umfasst die Sammlung rund 50.000 Objekte, von Funden der Jungsteinzeit über mittelalterliche Altargemälde bis zu Briefen und Fotografien historischer Persönlichkeiten. Ein Rundgang erzählt die Stadtgeschichte. Mehr als 500 Jahre lagen die politischen Geschicke von Konstanz in den Händen der Bischöfe. 1192 wurden die Bürger von allen bischöflichen Steuern befreit, 1308 wurde der erste Bürgermeister bestellt. Nach der Reichsacht von 1548 war Konstanz eine vorderösterreichische Landstadt, 1806 kam sie nach dem Willen Napoleons an das Großherzogtum Baden. Eines der herausragenden Stücke ist die Richental-Chronik. Der Konstanzer Bürger Ulrich von Richental dokumentierte darin die Ereignisse rund um das Konzil von 1414 bis 1418. Fünf Illustratoren haben sie mit kolorierten Federzeichnungen bereichert. Die hier gezeigte Konstanzer Handschrift entstand um 1464. Zur Reformation: Die Lehre Luthers fiel in Konstanz auf fruchtbaren Boden. Bürgerschaft und Rat traten zur neuen Religion über. Als der Rat die Ausübung der katholischen Religion immer mehr unterband, verließ der Bischof die Stadt und übersiedelte nach Meersburg. 1548 verlor die Stadt ihre Reichsfreiheit, die katholische Religion wurde wieder eingeführt, und die Reformatoren und viele protestantische Familien mussten die Stadt verlassen. Aus dem 18. und 19. Jahrhundert steht die Malerin Marie Ellenrieder im Zentrum der Dauerausstellung. Sie war die erste Frau, die zum Studium an der Kunstakademie München zugelassen wurde, Hofmalerin des badischen Großherzogs und eine gefragte Porträtistin. Die Ausstellung zur Zeit des Nationalsozialismus richtet den Blick auf vergessene Opfer und auf Mutige, die Flüchtlinge über die Grenze in die Schweiz schmuggelten. Unter ihnen: Johann Georg Elser, der Hitler beseitigen wollte. Am 8. November 1939, dem Tag seines gescheiterten Attentats, wurde er in Konstanz festgenommen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rosgartenmuseum in der Rosgartenstraße. Das Haus war im Mittelalter das Zunfthaus der Metzger, Krämer, Apotheker, Hafner und Seiler und wurde 1324 erstmals erwähnt. Der Apotheker Ludwig Leiner gründete hier 1870 das Museum zur Geschichte von Konstanz und der Bodenseeregion.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum in einem sehr alten Haus. Früher trafen sich hier Handwerker der Stadt, Metzger, Apotheker und andere, die in einer Zunft zusammengeschlossen waren. Schau am Eingang nach den zwei Wappen. Sie gehörten zu zwei Häusern, die 1454 zusammengelegt wurden. 1870 gründete ein Apotheker das Museum. Heute sind hier rund 50.000 Dinge, auch eine alte, handgeschriebene Chronik über das Konzil. Ein Konstanzer namens Ulrich von Richental hat sie geschrieben. Was würdest du als Erstes in ein Museum legen?

Quellen

Koordinaten: 47.6599, 9.17479 · auf der Karte

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