Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 13 von 16

Hohes Haus

1294 · patrizierhaus, gotik, fischmarkt, wandgemälde

Hohes Haus
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hohen Haus und schauen am besten gleich nach oben. Fünf Stockwerke, damit überragt es die meisten spätmittelalterlichen Häuser der Konstanzer Altstadt deutlich. Gebaut wurde es 1294 als Wohnhaus der Patrizierfamilie von Tettighofen, und damals war es das höchste Profangebäude der Stadt. Bis heute prägt es den Anblick des Fischmarkts, der vor ihm liegt. Der Fischmarkt war einer der wichtigen Marktplätze der Stadt. Wichtig ist das Material. Das Haus ist bis zum Dachstuhl gemauert, während die Wohnarchitektur dieser Zeit größtenteils vom Fachwerk geprägt war. Es ist ein Beispiel der gotischen Wohnarchitektur. Während des Konstanzer Konzils wohnte im Hohen Haus Friedrich von Hohenzollern, einer der engsten Verbündeten von König Sigismund. Das Gebäude wird mehrfach in der Richental-Chronik erwähnt, einer der zentralen Quellen zum Verlauf des Konzils. Die Stadt, in der damals fünf- bis siebentausend Menschen lebten, beherbergte in dieser Zeit zeitweise bis zu 30.000 Geistliche, Fürsten und Bedienstete. Im Hohen Haus wurde in dieser Zeit auch geheiratet: Graf Ludwig der Zweite von Liegnitz und Prinzessin Elisabeth von Brandenburg schlossen hier ihre Ehe. Im 17. Jahrhundert ging das Haus in den Besitz des Domkapitels über und war in den nächsten Jahrhunderten Amtshaus verschiedener geistlicher Gesellschaften. Seit 1830 ist es wieder in Privatbesitz. Im Erdgeschoss und im ersten Stock befanden sich seither verschiedene Geschäfte. Von 1918 bis 1956 war in den oberen Stockwerken ein Lehrlingsheim, eine preiswerte Unterkunft für auswärtige Lehrlinge. Nun zu den Bildern an der Fassade. Das Wandgemälde schuf 1935 August Brandes. Auf der Giebelseite zeigt es eine Handelsszene auf dem Fischmarkt, auf der Traufseite die Hochzeit von Ludwig und Elisabeth. Die Szenen sind ein beliebtes Foto- und Postkartenmotiv. Zugleich gilt das Gemälde als prägnantes erhaltenes Werk nationalsozialistischer Kunst im öffentlichen Raum. Beides gehört zu diesem Bild: das Motiv, das die Geschichte des Platzes zeigt, und das Jahr, in dem es entstand. 1966 brannte das Gebäude vollständig aus. In den folgenden Jahren wurde es aufwendig restauriert und innen völlig neu ausgebaut. Berthold Brandes, der Sohn des Malers, restaurierte die Wandmalereien 1968.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hohen Haus am Fischmarkt. Die Patrizierfamilie von Tettighofen baute es 1294 als Wohnhaus. Mit fünf Stockwerken, bis zum Dachstuhl gemauert, war es damals das höchste Profangebäude der Stadt. Während des Konzils wohnte hier Friedrich von Hohenzollern.

Für Kinder

Du stehst vor einem sehr hohen Haus. Es hat fünf Stockwerke und wurde schon 1294 gebaut. Damals war es das höchste Haus der Stadt, das nicht zur Kirche gehörte. Die meisten Häuser dieser Zeit waren Fachwerkhäuser. Dieses hier ist bis ganz nach oben aus Stein gemauert. Auf der Hauswand sind große Bilder. Du siehst Leute, die auf dem Fischmarkt handeln, und eine Hochzeit, die zur Zeit des Konzils im Haus gefeiert wurde. 1966 brannte das Haus innen völlig aus, danach wurde es wieder aufgebaut. Zähl die Stockwerke: Kommst du auf fünf?

Quellen

Koordinaten: 47.662057196, 9.175434478 · auf der Karte

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