Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 9 von 16

Hotel Halm

1874 · hotel, eisenbahn, maurischer saal, neumaurisch

Ein großes, fünfgeschossiges Eckhaus mit hellem Putz und einem hohen, dunklen Dach mit vielen Gauben. Die Fassade ist durch senkrechte Streifen aus Bossenstein gegliedert, die Fenster haben verzierte Rahmen. Im Erdgeschoss liegen Schaufenster und Eingänge. Rechts schließen weitere Bauten an, einer mit Turmhaube.
Foto: Reinhard Dietrich, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein großes, fünfgeschossiges Eckhaus mit hellem Putz und einem hohen, dunklen Dach mit vielen Gauben. Die Fassade ist durch senkrechte Streifen aus Bossenstein gegliedert, die Fenster haben verzierte Rahmen. Im Erdgeschoss liegen Schaufenster und Eingänge. Rechts schließen weitere Bauten an, einer mit Turmhaube.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hotel Halm, direkt gegenüber dem Bahnhof Konstanz, an der Seeseite der Altstadt. Die Lage ist die ganze Geschichte. 1863 war Konstanz durch die Hochrheinbahn an die Eisenbahn angeschlossen worden. Ende 1873 sollte der durchgehende Betrieb der Schwarzwaldbahn weiteren Verkehr bringen. Der Konstanzer Unternehmer Ferdinand Halm baute deshalb ab 1872 gegenüber dem Bahnhof ein Hotel und eröffnete es 1874. Mit 90 Betten war es damals eines der größten am Bodensee. Architekt war E. Struder, der Stilformen des Spätklassizismus und der Neorenaissance wählte, wie es der Mode entsprach. Schon im folgenden Jahrzehnt wurde es nach Norden erweitert, von 1887 bis 1889, durch den Konstanzer Architekten Karl Holtzmann. Danach hatte das Gebäude ein großstädtisches Bild. In dieser Umbauphase entstand der Maurische Saal, ein Ballsaal, heute Speisesaal. Dafür wurde der Stuttgarter Architekt Emil Otto Tafel engagiert, der auch das Dominikanerkloster zum Inselhotel umgebaut hatte. Vorherrschende Farben sind Beige als Hintergrund, Rot und Blau für die Ornamente und Blattgold als Höhepunkt. Schauen Sie auf die Wand gegenüber dem Haupteingang: Dort nehmen die größten einteiligen Wandspiegel, die damals zu bekommen waren, die ganze Längsseite ein, viereinhalb mal zwei Meter groß. Sie wurden in Russland hergestellt und mit der Eisenbahn nach Konstanz gebracht. Tafel verzichtete weitgehend auf die Schriftbänder orientalischer Vorbilder. Nur über der Eingangstür steht eines, mit vier Wörtern, die den Sinn ergeben: zur Verehrung des Herrn Abii Abdullah. Suchen Sie es. Selten ist, dass der Saal in seiner wandfesten Ausstattung bis heute komplett erhalten ist. Die meisten anderen wurden später umgebaut, weil sie unmodern waren, oder gingen bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg verloren. Das Hotel selbst hatte weniger Glück. Nach dem Ersten Weltkrieg fehlte, nicht nur in Konstanz, das zahlungskräftige Publikum für ein hochklassiges Hotel. Ab 1919 betrieb Julius Augenstein hier eine Gastwirtschaft mit Festen und Tanzveranstaltungen. Nach seinem Tod 1934 führten seine Frau und dann sein Schwiegersohn die Gaststätte bis zur Geschäftsaufgabe 1959 weiter. Danach wurde das Gebäude nicht mehr oder nur unterwertig genutzt, verfiel zusehends und wurde Objekt von Immobilienspekulationen. Es dauerte fast 30 Jahre, bis sich ein Investor fand. Der Konstanzer Architekt Walter Finthammer restaurierte das äußere Erscheinungsbild und Teile des Inneren, und im Juli 1994 wurde das Haus als Ramada Hotel Halm wiedereröffnet, ein Vier-Sterne-Haus mit 101 Zimmern. Seit 2011 führt eine private Konstanzer Eigentümergemeinschaft das Hotel. Im Maurischen Saal gibt es heute das Frühstück, abends das Restaurant Le Marrakech mit marokkanischer Küche.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hotel Halm, gegenüber dem Bahnhof. Der Unternehmer Ferdinand Halm baute es ab 1872 und eröffnete es 1874, nachdem Konstanz an die Eisenbahn angeschlossen worden war. Berühmt ist der Maurische Saal von 1887 bis 1889, der vollständig erhalten ist.

Für Kinder

Du stehst vor einem Hotel, das direkt gegenüber vom Bahnhof liegt. Das ist kein Zufall. Als 1863 die Eisenbahn nach Konstanz kam, kamen auch mehr Reisende. Ein Unternehmer namens Ferdinand Halm baute deshalb dieses Hotel. 1874 machte es auf, und mit 90 Betten war es eines der größten am Bodensee. Im Haus gibt es einen Saal im maurischen Stil, nach orientalischen Vorbildern gebaut. Seine Spiegel sind viereinhalb mal zwei Meter groß und kamen aus Russland, mit der Eisenbahn. Wenn du hineinschauen darfst: Kannst du das Gold entdecken?

Quellen

Koordinaten: 47.6591, 9.17671 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.