
Sie stehen an der Fahrradbrücke über den Seerhein, und wir beginnen mit dem, was vor ihr hier war: einem Boot. Zwischen dem Pulverturm am linken Rheinufer und dem Waschplatz an der Spanierstraße verkehrte eine Personenfähre. 1892 genehmigte das Innenministerium des Großherzogtums Baden den Betrieb. Zuerst fuhren Ruderboote, ab 1910 das Motorboot Komet. 1916 kauften die Stadtwerke Konstanz den bis dahin privaten Fährbetrieb. 1937, mit dem Bau des Hallenbads, wurde die Haltestelle in Petershausen verlegt. Nach dem Krieg setzten die Stadtwerke die neue Personenfähre Niederburg ein. Zuletzt beförderte die Fähre weniger als 200.000 Fahrgäste im Jahr. 1991 wurde sie eingestellt, im Jahr der Brückeneröffnung. Die Brücke ist der dritte Rheinübergang in Konstanz, nach der Alten Rheinbrücke und der Schänzlebrücke. Sie sollte die Alte Rheinbrücke entlasten und steht deshalb in deren Nähe. Im September 1989 beschloss der Gemeinderat den Bau, im Februar 1990 begann er, am 29. Juni 1991 wurde die Brücke eingeweiht. Schauen Sie auf die Maße. Die Brücke ist 163 Meter lang, aus Stahl, mit drei Öffnungen: zwei kürzeren am Rand von je knapp 47 Metern und einer langen in der Mitte von 70 Metern. In der Mitte liegt für die Radfahrer eine vier Meter breite Fahrbahn, auf beiden Seiten je ein zwei Meter breiter Gehweg. Gebaut wurde sie so, dass auch Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge bis zwölf Tonnen darüber fahren können. Schauen Sie die Fahrbahn entlang: Sie ist gebogen, in der Mitte der Brücke liegt sie rund vier Meter höher als an den Widerlagern. Der Stahl hat eine Besonderheit: Es ist wetterfester Stahl, in Deutschland ein selten verwendetes Baumaterial. Und es gab ein Problem, das Fußgänger auslösen. Die Eigenfrequenz der Brücke liegt bei etwa einem Hertz, nahe an den Schwingungen, die Fußgänger verursachen. Deshalb sitzen in jedem Brückenfeld zwei Schwingungstilger. Wie kam der Stahl auf den Fluss? Die beiden Brückenhälften wurden am Ufer des Seerheins vormontiert. Dann schwamm man sie mit Schiffen ein, setzte sie in erhöhter Lage auf den Strompfeiler und die Widerlager und verschweißte sie miteinander. Zum Schluss wurde die Brücke in ihre endgültige Lage abgesenkt. Was Sie nicht sehen, ist der Untergrund. Dort liegen dicke, weiche Tonschichten, deshalb ruht die Brücke auf einer Tiefgründung: Unter dem Strompfeiler stehen schräg eingebrachte Rammpfähle, jeweils vierzehn, einen halben Meter dick und bis zu 30 Meter lang. Die Fähre ist verschwunden, die Brücke ist voll. 2025 wurden 3.448.916 Fahrten gezählt, im Tagesdurchschnitt 9.449 Fahrräder. Das war der zweithöchste Wert nach 2019, damals waren es 3.456.630. Der Belag wurde 2015 generalsaniert. Am rechten Ufer liegt Petershausen, dort geht es weiter.
Sie stehen an der Fahrradbrücke über den Seerhein. Sie wurde am 29. Juni 1991 eingeweiht und ersetzte eine Personenfähre. Die Stahlbrücke ist 163 Meter lang. 2025 wurden hier knapp dreieinhalb Millionen Fahrten gezählt.
Du stehst an einer Brücke nur für Fahrräder und Fußgänger. Sie führt über den Seerhein. Früher gab es hier keine Brücke, sondern ein Boot, das Leute von einem Ufer zum anderen brachte. Heute fahren jeden Tag fast zehntausend Fahrräder über die Brücke. Sie ist 163 Meter lang und aus Stahl. Gebaut wurde sie in zwei Hälften am Ufer, dann brachten Schiffe die Teile auf den Fluss, und dort wurden sie zusammengeschweißt. Wie viele Fahrräder kommen wohl in einer Minute vorbei? Zähl einmal mit.
Koordinaten: 47.6683, 9.17408 · auf der Karte