Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 4 von 16

Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg

1990 · archäologie, museum, kloster, pfahlbauten

Ein moderner Glasbau mit schmalem, dunklem Rahmen steht auf einer Rasenfläche. Die Vorderseite ist senkrecht verglast, die Seitenwand fällt schräg zum Boden ab. Im Inneren ist ein gelblicher Gegenstand zu erkennen. Dahinter steht ein hell verputztes, mehrgeschossiges Haus mit steilem Satteldach und rosa gerahmten Fenstern, rechts ein zweites mit Walmdach.
Foto: unbekannt, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein moderner Glasbau mit schmalem, dunklem Rahmen steht auf einer Rasenfläche. Die Vorderseite ist senkrecht verglast, die Seitenwand fällt schräg zum Boden ab. Im Inneren ist ein gelblicher Gegenstand zu erkennen. Dahinter steht ein hell verputztes, mehrgeschossiges Haus mit steilem Satteldach und rosa gerahmten Fenstern, rechts ein zweites mit Walmdach.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, kurz ALM. Es bewahrt, erforscht und zeigt die archäologischen Funde des Landes. Zusammen mit dem Haus der Geschichte in Stuttgart ist es eines von nur zwei historisch ausgerichteten Museen, die für das ganze Land zuständig sind. Am 8. Juni 1990 beschloss das Kabinett das Museum, Gründungsdirektor wurde der Landesarchäologe Dieter Planck. In Stuttgart fehlten passende Räume. In Konstanz dagegen stand das ehemalige Kloster Petershausen leer, eine Liegenschaft des Landes, zuletzt von der Französischen Armee genutzt. Das Konstanzer Museum sollte zunächst eine Außenstelle des späteren Hauses in der Landeshauptstadt werden. Dieses Haus kam nie. Seit 2010 ist das ALM in Konstanz ein eigenständiges Museum. Das Klausurgebäude war in seiner barocken Struktur noch gut erhalten, mit langen Gängen und aufgereihten Klosterzellen. Diese Struktur blieb beim Umbau weitgehend erhalten, nur für die Ausstellungsräume legte man jeweils einige Zellen zusammen. Schon am 14. März 1992 öffnete die Dauerausstellung. Sie reicht auf drei Stockwerken von der Altsteinzeit bis in die Frühe Neuzeit. Drei Dinge sollten Sie kennen. Das erste hat einen eigenen Anbau: ein Lastschiff aus dem 14. Jahrhundert, 1990 vor Immenstaad im Bodensee gefunden. Es ist das älteste Schiff vom Bodensee, aus dem Jahr 1340, und diente dem Transport von Gütern. Der gläserne Anbau wurde im September 2000 eingeweiht, und der Umriss des Lastkahns ist an der Außenfassade hervorgehoben. Schauen Sie darauf. Das zweite ist ein Instrument, die Trossinger Leier. Sie stammt aus einem alamannischen Grab bei Trossingen und wird auf das Jahr 580 datiert. Sie ist fast vollständig erhalten und gilt als das besterhaltene Stück unter den fünfzehn bekannten frühmittelalterlichen Leiern. Das Museum zeigt sie seit 2007. Das dritte steht im Eingangsbereich an der Treppe: das Original des Menhirs von Weilheim, ein teilweise reliefierter Monolith aus der frühen Bronzezeit. Dazu kommen Räume zu den Pfahlbauten am Bodensee und in Oberschwaben, eine Abteilung mit dem Titel Aus Latrinen lernen, in der Weggeworfenes die Geschichte erzählt, und die älteste Maske aus Südwestdeutschland. Der Raum zu Konstanz zeigt die Entdeckungen der Stadtarchäologie und die Entwicklung des römischen Kastells, von dem wir am Münster gehört haben. Zum Museum gehören Zweigmuseen im ganzen Land, zum Beispiel das Federseemuseum in Bad Buchau und das Limesmuseum in Aalen. Seit 2012 ist das ALM ein Landesbetrieb.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg. Es zeigt Funde aus dem ganzen Land, von der Altsteinzeit bis in die Frühe Neuzeit. Es ist im ehemaligen Kloster Petershausen untergebracht. 1990 beschloss das Kabinett das Museum, 1992 eröffnete die Dauerausstellung.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum, in dem sehr alte Dinge liegen, die man ausgegraben hat. Früher war hier ein Kloster, und Mönche wohnten in kleinen Zellen. Die langen Gänge gibt es noch. Im Museum liegt ein altes Schiff vom Bodensee. Es ist aus dem Jahr 1340 und hat Waren über den See gebracht. Es hat sogar einen eigenen Anbau aus Glas. Außerdem gibt es eine Leier, ein Musikinstrument. Man hat sie in einem Grab gefunden, und sie ist fast ganz heil geblieben. Was würdest du in eine Zeitkapsel legen, damit man in tausend Jahren etwas über dich weiß?

Quellen

Koordinaten: 47.6684, 9.179 · auf der Karte

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