
Sie stehen dort, wo von 1246 bis 1943 die Heiligengeistkirche stand, zwischen Falckstraße und Klosterkirchhof am Alten Markt. Gebaut wurde die Kirche 1246 als Klosterkirche der Franziskaner. Sie war klein, etwa dreißig Meter lang, dreischiffig und annähernd quadratisch, mit einem kleinen eckigen Chor. Als Kirche eines Bettelordens besaß sie nur einen Dachreiter. 1546 zog das Heiliggeist-Hospital, ein Armen- und Siechenhaus, in die Räume des Klosters. Nach ihm trägt die Kirche seit 1562 den Namen Heiligengeistkirche. Die Anwohner nutzten sie und ihre Grabkapellen bis ins 18. Jahrhundert hinein als Begräbnisort. Seit 1665 war sie Universitätskirche, und Theologieprofessoren predigten regelmäßig hier. Dann kam die Marine. Der preußische König bestimmte Kiel am 24. März 1865 zur Marinestadt, 1867 wurde Kiel Hafen des Norddeutschen Bundes und 1871 Reichskriegshafen. Für die Marineangehörigen war die Heiligengeistkirche zuständig. Zur Garnison gehörten zuerst fünfhundert Marine- und Seesoldaten, wenige Jahre später bereits zweitausendachthundert Marine- und siebenhundertfünfzig Heeressoldaten, und für die war die Kirche zu klein. Man baute die Pauluskirche am Niemannsweg, von 1878 bis 1882. Die Heiligengeistkirche wurde von 1881 bis 1891 restauriert und neugotisch überformt, 1903/04 erhielt sie erstmals einen Turm. 1908 wurde die Heiligengeistgemeinde selbständig. Und dann die Geschichte der Figur vor der Kirche. Am 29. November 1928 wurde die Bronzefigur Geistkämpfer von Ernst Barlach aufgestellt. Von Anfang an war sie der Kritik aus nationalsozialistischen Kreisen ausgesetzt, die das Kunstwerk als entartete Kunst ansahen. Am 20. April 1937 wurde sie abgebaut. 1939 sollte sie eingeschmolzen werden, wurde aber von Freunden Barlachs gerettet und steht seit 1954 vor der Nikolaikirche. Dorthin kommen wir noch. Am 13. Dezember 1943 zerstörten zwei Sprengbomben die Heiligengeistkirche weitgehend. 1947 trug man die Reste bis auf den Turm ab. Ausgrabungen erschlossen 1984 zahlreiche mittelalterliche Gruften innerhalb der Fundamente. Eine einzige Glocke der Kirche, von 1928, ist erhalten. Sie hängt heute in einem Carillon auf dem vereinfacht wiederhergestellten Turm, dem Klosterturm des Kieler Klosters.
Sie stehen dort, wo von 1246 bis 1943 die Heiligengeistkirche stand, die Kirche des Kieler Klosters. Jahrhundertelang war sie neben der Nikolaikirche das einzige Gotteshaus der Stadt. Am 13. Dezember 1943 zerstörten sie zwei Sprengbomben weitgehend. Nur der Turm wurde nicht abgetragen.
Hier stand früher eine Kirche, die Heiligengeistkirche. Sie war von 1246 bis 1943 da, fast siebenhundert Jahre. Im Zweiten Weltkrieg trafen sie zwei Bomben. Nur der Turm wurde nicht abgetragen. Heute hängt darin eine einzige Glocke der alten Kirche, die von 1928. Vor der Kirche stand früher eine Bronzefigur von Ernst Barlach, der Geistkämpfer. Sie zeigt einen Engel mit Schwert. Die Nationalsozialisten bauten sie 1937 ab, aber Freunde des Künstlers retteten sie. Heute steht sie vor der Nikolaikirche. Willst du sie suchen?
Koordinaten: 54.3241818, 10.1393716 · auf der Karte