Stadtohr

Stadtrundgang Kiel · Station 7 von 16

Franziskanerkloster Kiel

1242 · kloster, stadtgründung, universität, franziskaner

Franziskanerkloster Kiel
Foto: Edgar El, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Kieler Kloster, an dem Ort, an dem Kiel begann. Das Gebiet an der Förde gehörte zu Holstein. Kiel wurde von Graf Adolf IV. von Holstein gegründet. Zu den Jahreszahlen gibt es mehrere Angaben: Die Stadt wird auf die Zeit zwischen 1233 und 1242 datiert, eine andere Angabe nennt 1227. Das Kloster wird auf 1242 datiert. Kiel liegt an der einzigen Stelle, an der ein sächsischer, also holsteinischer Ostseehafen möglich war: Nördlich der Levensau begann dänisches Gebiet, östlich der Schwentine slawisches. 1242 erhielt Kiel das Lübische Stadtrecht. Gleichzeitig stiftete Graf Adolf das Franziskanerkloster. Er war 1239 in Hamburg in den Franziskanerorden eingetreten und wurde zum Priester geweiht, ab 1245 lebte er selbst im Kloster. Er starb 1261 und wurde in der Klosterkirche beigesetzt. Sein Grabstein konnte nach der Zerstörung der Kirche geborgen werden und liegt im Kreuzgang. 1480 nahmen die Franziskaner in Kiel auf Initiative des dänischen Königs Christian I. die Martinianischen Konstitutionen an, eine Rückbesinnung auf das franziskanische Armutsideal. Am 13. Oktober 1530 löste König Friedrich I. von Dänemark das Kloster in der Reformationszeit auf. Acht ältere oder kranke Brüder erhielten ein Bleiberecht und wurden auf Kosten der Stadt versorgt. Eine Stadtschule zog ein, 1546 das Heiliggeist-Hospital. 1665 gründete Herzog Christian Albrecht von Gottorf in diesem Kloster die Universität. Sie war die nördlichste Universität im römisch-deutschen Reich. Die Kieler Bürger waren anfangs wenig begeistert. Schon 1700 gab es über dreihundert Studenten bei knapp viertausend Einwohnern, und die oft flegelhaften Studenten unterstanden nicht der städtischen Gerichtsbarkeit. Auch zahlten die Dozenten keine Steuern. Trotzdem profitierte Kiel wirtschaftlich von der Hochschule. 1766 zog die Universität in das benachbarte Schloss um, weil die Klosterräume in so schlechtem Zustand waren. Das Kloster wurde bis auf Refektorium und Kirche abgetragen. 1930 kamen Franziskaner erneut nach Kiel. Nach der Zerstörung 1944 entstand 1950 das Theologische Studienhaus Kieler Kloster. Der Kieler Klosterverein macht das ehemalige Refektorium und einen Flügel des Kreuzgangs mit Ausstellungen und Konzerten zugänglich. Im Garten steht seit 2005 ein Denkmal des Stadtgründers von Karl-Henning Seemann, mit einer Statue, einem Memorial und einem Brunnen. Im Sommer gibt es dort ein Kloster-Café.

Kurzfassung

Sie stehen am Kieler Kloster, am Ort eines Franziskanerklosters, das 1242 vom Stadtgründer Graf Adolf IV. von Schauenburg gestiftet wurde. 1665 wurde hier die Universität gegründet. Heute ist im Haus ein Theologisches Studienhaus, im Garten steht ein Denkmal des Grafen.

Für Kinder

Hier fing Kiel an. Der Graf Adolf der Vierte gründete die Stadt, und er stiftete ein Kloster für die Franziskaner. Er trat selbst in den Orden ein und lebte hier als Mönch. Sein Grabstein liegt noch heute im Kreuzgang. 1665 gründete man in diesem Kloster die Universität. Die Kieler Bürger waren zuerst gar nicht begeistert. Was glaubst du, warum? Die Studenten waren oft flegelhaft. Im Garten steht ein Denkmal von Adolf mit einem Brunnen. Und im Turm hängen fünfzig Glocken aus Bronze.

Quellen

Koordinaten: 54.3243, 10.1392 · auf der Karte

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