Stadtohr

Stadtrundgang Karlsruhe · Station 2 von 16

Synagogen in Karlsruhe

· synagoge, jüdische geschichte, weinbrenner, novemberpogrom

Synagogen in Karlsruhe
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Ausführlich

Diese Station gilt den Synagogen Karlsruhes. Es waren mehrere, und fast alle sind verschwunden. Fangen wir am Anfang an. Schon im ersten Jahrzehnt nach der Gründung der Stadt, 1715, hatten die Karlsruher Juden in der Kronenstraße ein Bethaus mit Mikwe, dem rituellen Bad. Als dieses schlichte Gemeindehaus zu klein wurde, entstanden Pläne für einen Neubau. Ausgearbeitet hat sie Friedrich Weinbrenner, der junge Architekt, der gerade aus Rom zurückgekehrt war. Es war sein erstes Großprojekt in dieser Stadt, deren Bild er später prägte. Seinem Namen werden Sie bei diesem Rundgang noch oft begegnen. Der Grundstein wurde am 10. Juni 1798 gelegt, am Ort des früheren Gotteshauses. Ab 1800 wurde das Gebäude genutzt, die offizielle Einweihung folgte erst 1806, in Anwesenheit von Markgraf Karl Friedrich. Stellen Sie sich den Komplex zwischen Kronenstraße und Langer Straße vor, der heutigen Kaiserstraße: vorn ein Gebäude mit Wohnungen und Verwaltungsräumen, dahinter ein säulengesäumter Hof für Trauungen und das Laubhüttenfest, ganz hinten der Sakralbau mit der Mikwe und dem Kultraum, in dem der Toraschrein stand. Der Bau war ein frühes Beispiel eines klassizistischen Monumentalbaus, mit Spitzbögen als Stilelement des Orientalismus. Weil er großenteils aus Holz bestand, brannte er in der Nacht vom 29. zum 30. Mai 1871 nieder. Ausgelöst hatte das Feuer der Brand eines Nachbarhauses. An gleicher Stelle entstand von 1872 bis 1875 die liberale Synagoge. Ihr Architekt Josef Durm wurde später Oberbaudirektor. Die Hauptfront bildete mit Seitengebäuden einen kleinen Vorplatz, dessen Lage heute ein Denkmal markiert. Bei den Novemberpogromen 1938 setzten Mitglieder der NSDAP die Synagoge in Brand. Die Feuerwehr war zur Stelle, aber sie hatte den Befehl, nur dann einzugreifen, wenn eines der Nachbarhäuser von den Flammen erfasst werden sollte. 1881 war nach Plänen von Gustav Ziegler im Hof der Karl-Friedrich-Straße 16 eine weitere Synagoge entstanden, für die orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft, die aus der alten Gemeinde ausgetreten war. Auch sie wurde 1938 zerstört. Heute erinnert nur eine Gedenktafel am G. Braun Medienhaus an den Standort. Das Gemeindehaus in der Herrenstraße 14, 1889 von Curjel und Moser gebaut, wurde im Krieg nicht zerstört. Zusammen mit dem Hotel Nassauer Hof war es die letzte Zuflucht für viele jüdische Karlsruher vor ihrer Flucht oder Verschleppung. Nach dem Krieg diente es den Zurückkehrenden und den Displaced Persons als Bethaus und Gemeindezentrum. Die heutige Synagoge steht seit 1971 an der Knielinger Allee in der Nordstadt. Sie hat einen sechseckigen Grundriss, ihr Dach bildet einen Davidstern, im Inneren entsteht ein zeltartiger Eindruck.

Kurzfassung

Diese Station gilt den Synagogen Karlsruhes. Schon im ersten Jahrzehnt nach der Stadtgründung 1715 hatte die jüdische Gemeinde in der Kronenstraße ein Bethaus. Weinbrenners Synagoge brannte 1871 nieder, der Neubau von Josef Durm wurde 1938 in Brand gesetzt. Die heutige Synagoge stammt von 1971.

Für Kinder

Hier geht es um Synagogen. Eine Synagoge ist ein Haus zum Beten, Lernen und Zusammenkommen. Schon kurz nach der Gründung der Stadt hatten die Juden in Karlsruhe ein Bethaus. Später baute der Architekt Friedrich Weinbrenner eine große Synagoge, vor allem aus Holz. Sie brannte 1871 ab. Die nächste zündeten 1938 Mitglieder der NSDAP an. Die Feuerwehr war da, aber sie durfte nur die Nachbarhäuser schützen. Ein Denkmal erinnert an die Stelle. Warum, meinst du, ist es wichtig, sich an so etwas zu erinnern?

Quellen

Koordinaten: 49.0097, 8.40849 · auf der Karte

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