Stadtohr

Stadtrundgang Karlsruhe · Station 12 von 16

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

1846 · kunstmuseum, gemälde, hübsch, karoline luise

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, einem der ältesten Museumsbauten Deutschlands. Heinrich Hübsch errichtete sie von 1836 bis 1846 als Großherzogliche Gemäldegalerie, und zwar eigens für die umfangreiche Kunstsammlung des badischen Fürstenhauses. Der Bau im Rundbogenstil war zunächst als Vierflügelanlage gedacht, gebaut wurde ein zweigeschossiger Haupttrakt. Schauen Sie auf den Balkon: Dort stehen zwei Marmorstatuen von Franz Xaver Reich, links die Malerei, rechts die Bildhauerei. In den Reliefs und Skulpturen finden sich Verweise auf Michelangelo, Raffael, Dürer, Hans Holbein den Jüngeren und Peter Vischer den Älteren. Den Grundstock der Sammlung bildet das Mahlerey-Cabinet der Markgräfin Karoline Luise. Zwischen 1759 und 1776 erwarb sie 205 meist französische und niederländische Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter ein Selbstbildnis von Rembrandt van Rijn. Bilder von Chardin und Boucher gab sie direkt bei den Künstlern in Auftrag. 1858 kam die Sammlung des Domkapitulars Johann Baptist von Hirscher dazu, mit religiöser Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts. Von 1899 bis 1920 war der aus Baden stammende Maler Hans Thoma Direktor. Er erwarb den Tauberbischofsheimer Altar von Matthias Grünewald. Zu den Höhepunkten zählen Dürers Christus als Schmerzensmann, Grünewalds Kreuztragung und Kreuzigung und ein Passionsaltar um 1450, nach dem ein Maler den Notnamen Meister der Karlsruher Passion trägt: Sechs der sieben bekannten Tafeln besitzt das Haus. Dann die dunklen Jahre. 1937 wurden in der Aktion Entartete Kunst Werke unter anderen von Otto Dix, Paul Klee, Franz Marc und Pablo Picasso beschlagnahmt und zum größten Teil vernichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude vor allem im Bereich der Dächer schwer beschädigt, auch die Fresken Moritz von Schwinds im Treppenhaus. Der alte Akademiebau war so weitgehend zerstört, dass er nicht wieder aufgebaut werden konnte. An seiner Stelle entstand 1990 der jüngste Erweiterungstrakt von Heinz Mohl. Seit 1890 nutzt man die benachbarte Orangerie für zeitgenössische Kunst, und in der ehemaligen Villa des Gartendirektors, auch von Hübsch erbaut, ist seit 2009 die Junge Kunsthalle. Seit dem 1. November 2021 sind alle drei Gebäude sanierungsbedingt geschlossen. Seit April 2023 ist eine Sammlungspräsentation im ZKM zu sehen.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Staatlichen Kunsthalle. Heinrich Hübsch baute sie von 1836 bis 1846 als Großherzogliche Gemäldegalerie, eines der ältesten Museumsgebäude Deutschlands. Den Grundstock der Sammlung legte Markgräfin Karoline Luise. Seit November 2021 ist das Haus wegen Sanierung geschlossen.

Für Kinder

Du stehst vor einem Haus voller Gemälde. Es wurde von 1836 bis 1846 extra dafür gebaut und gehört zu den ältesten Museumsbauten Deutschlands. Den Anfang der Sammlung machte die Markgräfin Karoline Luise. Sie kaufte 205 Bilder, einige ließ sie direkt bei Künstlern malen. Auf dem Balkon stehen zwei Statuen: die eine stellt die Malerei dar, die andere die Bildhauerei. Im Moment wird das Gebäude saniert und ist geschlossen. Welches Bild würdest du aufhängen?

Quellen

Koordinaten: 49.0119, 8.4 · auf der Karte

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