
Sie stehen vor dem Baumgarten-Bau, dem Amtssitz des Bundesverfassungsgerichts, am Botanischen Garten des Schlossgartens. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts; deshalb heißt die Stadt auch Residenz des Rechts. Im Dezember 1950 legte das Bundeskabinett Karlsruhe als Sitz fest, trotz heftiger Proteste aus Berlin. Am 28. September 1951 zog das Gericht in einem Festakt im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer in sein erstes Haus ein, das Prinz-Max-Palais. Das Palais war aber zu klein, die Richter teilten sich Zimmer, für große Sitzungen musste man in andere Säle ausweichen. 1959 äußerte Präsident Gebhard Müller den Wunsch nach einem Neubau. Man überlegte, das Gericht nach München zu verlegen oder ins Schloss. Das wollte die Stadt verhindern und lobte 1960 einen Architektenwettbewerb aus. Als Standort wurde das Großherzogliche Theater gewählt, 1851 bis 1853 von Heinrich Hübsch erbaut, seit 1918 Badisches Landestheater, 1944 bei einem Luftangriff ausgebrannt. Man hatte erwogen, es wiederherzustellen. 1964 wurde es abgerissen, und die Bevölkerung sah den Abbruch des repräsentativen Gebäudes mit Missfallen. Paul Baumgarten entwarf fünf quaderförmige Pavillons, nüchtern und sachlich, ein deutlicher Gegensatz zur Bautradition der Gerichtsgebäude im 19. Jahrhundert. Um das Ensemble rund um den Schlossplatz nicht zu stark zu beeinträchtigen, baute man in die Fläche statt in die Höhe. Das Vorbild für Glas und Stahl lieferte der deutsche Beitrag zur Weltausstellung in Brüssel 1958. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1962, die Bauarbeiten selbst dauerten von Februar 1965 bis zur Schlüsselübergabe am 6. Mai 1969. Das Richtfest war im Oktober 1966, die Kosten lagen bei fast 20 Millionen Mark. Der Landschaftsarchitekt Walter Rossow entwickelte für die Bundesgartenschau 1967 einen grünen Weg vom Hauptbahnhof bis zum Schlosspark, dem die Freiflächen rund um den Bau folgen. Am Abend des 4. März 1975 kam es zu einem Anschlag. Eine Sprengladung zerbarst eine große Fensterscheibe, niemand wurde verletzt. Ein Bekennerschreiben der Roten Zora ging beim Spiegel ein, sie protestierte gegen das Urteil, das die Reform des Paragraphen 218 für nichtig erklärt hatte. Die Täterinnen wurden nie gefasst. Ab 1982 mietete das Gericht Räume im Nordwestflügel des Schlosses, die ein unterirdischer Gang mit dem Baumgarten-Bau verbindet. 2005 bis 2007 entstand ein Erweiterungsbau von Michael Schrölkamp, der weder den Bau noch den Botanischen Garten beschädigen sollte. Von 2011 bis 2014 zogen die 16 Verfassungsrichter während der Sanierung in eine ehemalige Kaserne um. Heute arbeiten hier rund 260 Menschen.
Sie stehen vor dem Baumgarten-Bau, dem Amtssitz des Bundesverfassungsgerichts am Schlossgarten. Paul Baumgarten baute ihn von 1965 bis 1969 als flache Pavillons aus Glas und Stahl. Karlsruhe ist seit 1951 Sitz des Gerichts und heißt deshalb auch Residenz des Rechts.
Du stehst vor dem Bundesverfassungsgericht. Seit 1951 sitzt es in Karlsruhe, und deshalb nennt man die Stadt auch Residenz des Rechts. Das Haus besteht aus flachen Bauten aus Glas und Stahl, ganz anders als alte Gerichte aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde von 1965 bis 1969 gebaut und steht neben dem Botanischen Garten. Vorher saß das Gericht in einer Villa, die zu klein war. Manche Richter mussten sich ein Zimmer teilen. Heute arbeiten hier 16 Verfassungsrichter und rund 260 Menschen. Was ist ein Gericht, was glaubst du?
Koordinaten: 49.0125, 8.401669444 · auf der Karte