
Ein weiter, ebener Platz mit hellem Belag. In der Mitte hinten steht eine kleine Pyramide aus rotbraunem Stein. Links und rechts begrenzen lange, helle Häuser mit Fensterreihen und dunklen Dächern den Platz, im Erdgeschoss mit Rundbogenfenstern. Links dahinter ragt ein Turm mit grünem Spitzhelm auf. Im Hintergrund stehen rote Backsteinbauten, vorn verläuft eine breite Straße.
Sie stehen auf dem Marktplatz, dem zentralen Platz der Karlsruher Innenstadt. Er liegt dort, wo die zentrale Achse, die vom Schloss nach Süden ausgeht, die Kaiserstraße kreuzt, die Hauptgeschäftsstraße. Gemessen vom Marktplatz ist der Rhein 7,5 Kilometer entfernt, der Platz selbst liegt auf 114,9 Metern über Normalnull. Die Idee: Friedrich Weinbrenner, der Städtebauer des Klassizismus, entwarf den Platz als bürgerliches Gegengewicht zum Adelssitz, dem Schloss. Die ersten Skizzen entstanden um 1800, ab 1807 wurde gebaut. Dafür mussten mehrere Gebäude an der Südseite der Langen Straße abgerissen werden, der heutigen Kaiserstraße, darunter das bisherige Rathaus und die Konkordienkirche. Unter dieser Kirche befand sich eine versiegelte Krypta mit den Gebeinen des Stadtgründers Karl Wilhelm. Die Stadt entschloss sich, sie zu erhalten und darauf ein Grabmal zu errichten. Zunächst baute man eine hölzerne Pyramide. Sie wurde als so gelungen empfunden, dass man sie 1825 durch eine steinerne ersetzte. Beide hat Weinbrenner entworfen. Bis in die 1820er Jahre entstanden nach seinem Entwurf mehrere Bauten am Platz, vor allem die Stadtkirche und das neue Rathaus. Der Platz bildet den Höhepunkt eines durchgeplanten Ensembles, das Via Triumphalis heißt. Es verläuft vom Schlossplatz über den Marktplatz und den Rondellplatz zum Ettlinger Tor. Schauen Sie sich um: Der Nordteil des Platzes, von Anfang an für den Handel bestimmt, ist breiter als der südliche. Die Nordseite wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nachkriegsmoderne mit einem Kolonnadengang wiederaufgebaut. 1952/53 entstand die Volksbank von Erich Schelling; sie wurde 2010 abgerissen und durch das Kaiserkarree ersetzt. Der Südteil ist repräsentativer gestaltet. Im Westen sehen Sie das Rathaus, im Osten die Stadtkirche mit ihrem Säulenvorbau, deren Seitenflügel einmal ein Gymnasium und ein Lyceum waren. In der Mitte des Südteils steht der Großherzog-Ludwig-Brunnen mit dem Standbild des Großherzogs. An der Südseite sehen Sie das Polizeirevier, mit dem Josef Durm 1900 die Neorenaissance in das klassizistische Bild brachte. Unter Ihren Füßen liegt der U-Bahnhof Marktplatz mit fünf Gleisen, gebaut zwischen 2012 und 2021 und im Dezember 2021 eröffnet. Er ersetzte die oberirdische Haltestelle.
Sie stehen auf dem Marktplatz, dem zentralen Platz der Karlsruher Innenstadt. Friedrich Weinbrenner entwarf ihn ab 1807 als bürgerliches Gegengewicht zum Schloss. Stadtkirche und Rathaus stehen sich gegenüber. Auf dem Platz steht die Pyramide, das Grabmal des Stadtgründers und Wahrzeichen der Stadt.
Du stehst auf dem Marktplatz, mitten in der Stadt. Früher standen hier andere Gebäude, auch eine Kirche. Unter ihr lag der Gründer der Stadt begraben. Die Stadt entschied: Das Grab bleibt. Darüber baute man eine Pyramide, zuerst aus Holz. Die gefiel allen so gut, dass später eine aus Stein folgte. Den Platz hat der Baumeister Friedrich Weinbrenner entworfen, als Platz für die Bürger, als Gegenstück zum Schloss. Und unter dir fahren heute Bahnen. Siehst du die Pyramide? Schätze, wie hoch sie ist.
Koordinaten: 49.0089, 8.40389 · auf der Karte