
Sie stehen vor dem Sitz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie ist eine von zwanzig Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland und hat 974.576 Gemeindeglieder in rund 458 Kirchengemeinden, Stand Dezember 2024. Ihre Hauptkirche kennen Sie schon: die Stadtkirche am Marktplatz. Weitere bedeutende Kirchen sind die Heiliggeistkirche in Heidelberg und die Schlosskirche St. Michael in Pforzheim. Verwechseln Sie sie nicht mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden, einer lutherischen Freikirche, die ebenfalls ihren Sitz in Karlsruhe hat. Die Jahreszahl 1821 steht für die Union. Gehen wir dorthin zurück. 1556 führte der Markgraf von Baden-Durlach in seiner Markgrafschaft die Reformation im Sinne Martin Luthers ein. Der Markgraf, später der Großherzog, war auch Oberhaupt der Kirche, als sogenannter summus episcopus. Der Herrscher vereinte also weltliche und kirchliche Macht, die katholischen Bischöfe hatten keine Rechte mehr. 1803 wurde Baden Kurfürstentum, 1806 Großherzogtum, und das Land wuchs. Zum neuen Staatsgebiet kamen lutherische Gemeinden aus Württemberg, reformierte Gemeinden aus rechtsrheinischen Gebieten der Kurpfalz und katholische Gemeinden, vor allem aus Südbaden. Damit war der Großherzog ab 1806 Oberhaupt von zwei protestantischen Kirchen: einer lutherischen und einer reformierten. Schon 1803 hatten Karl Friedrich und sein Geheimer Hofrat Johann Nicolaus Friedrich Brauer die Vereinigung vorbereitet. Aus den Gemeinden kam der Wunsch spätestens ab 1817. Die Unionssynode begann am 2. Juli 1821 in der Stadtkirche und endete am 26. Juli 1821 mit den Unterschriften aller Synodalen unter die Unionsurkunde. Vollzogen wurde die Union am Reformationstag, dem 28. Oktober 1821, bei den Gottesdiensten in allen evangelischen Kirchen Badens. Baden war damit nach Preußen 1817 und der Pfalz eine der ersten Kirchen in Deutschland, in denen das gelang. Am Ende des Ersten Weltkriegs musste der Großherzog abdanken, das landesherrliche Kirchenregiment fiel weg, und die Landeskirche gab sich am 24. Dezember 1919 eine neue Verfassung. Ein kleines Zeichen am Rande: das Beffchen am schwarzen Talar. Bei Geistlichen in Baden sind die beiden weißen Streifen unverbunden, aber leicht überlappend angeordnet. Und seit 2001 sind alle Getauften, auch Kinder, nach entsprechender Vorbereitung zum Abendmahl zugelassen.
Sie stehen vor dem Sitz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie hat knapp 975.000 Mitglieder und ist eine unierte Kirche. 1821 vereinigten sich in Baden die lutherische und die reformierte Kirche. Die Unionssynode tagte in der Stadtkirche, die heute die Hauptkirche der Landeskirche ist.
Hier sitzt die Evangelische Landeskirche in Baden, ein Zusammenschluss von rund 458 Kirchengemeinden. Vor gut zweihundert Jahren gab es in Baden zwei evangelische Kirchen, eine lutherische und eine reformierte. Im Juli 1821 trafen sich ihre Vertreter in der Stadtkirche. Alle unterschrieben eine Urkunde, dass sie künftig eine Kirche sein wollten. Am 28. Oktober 1821 wurde die Vereinigung in den Gottesdiensten in ganz Baden vollzogen. Kennst du Menschen, die mal Streit hatten und sich dann wieder vertragen haben?
Koordinaten: 49.007149, 8.39897 · auf der Karte