Stadtohr

Stadtrundgang Karlsruhe · Station 6 von 16

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

1785 · naturkunde, museum, fossilien, karoline luise

Ein sehr breiter, dreigeschossiger Bau aus hellbraunem Sandstein mit gleichmäßigen Fensterreihen, unten mit Rundbögen. In der Mitte springt ein höherer Mittelbau vor, im Erdgeschoss mit drei Rundbogenöffnungen. An den Enden stehen höhere Eckbauten. Das Dach ist flach geneigt und dunkel. Davor liegt eine Wiese mit hohen Stauden, links stehen Laubbäume.
Foto: A.Savin, FAL · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein sehr breiter, dreigeschossiger Bau aus hellbraunem Sandstein mit gleichmäßigen Fensterreihen, unten mit Rundbögen. In der Mitte springt ein höherer Mittelbau vor, im Erdgeschoss mit drei Rundbogenöffnungen. An den Enden stehen höhere Eckbauten. Das Dach ist flach geneigt und dunkel. Davor liegt eine Wiese mit hohen Stauden, links stehen Laubbäume.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Staatlichen Museum für Naturkunde am Friedrichsplatz, einem der großen naturwissenschaftlichen Forschungsmuseen Deutschlands. Seine Ursprünge liegen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1752 und 1783 erweiterte Markgräfin Karoline Luise die markgräflich-badischen Sammlungen von Kuriositäten und Naturalien durch ihre Interessen und ihr Engagement so stark, dass eine bedeutende wissenschaftliche Sammlung entstand. 1784 zog das Naturalienkabinett in die Räume der Hofbibliothek, 1785 wurde es erstmals für die Bürger zugänglich. Das Gebäude am Friedrichsplatz errichtete Josef Berckmüller von 1866 bis 1872 für das Naturalienkabinett und die Hofbibliothek. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Botanik einen besonderen Platz ein. Die ersten drei Direktoren, Karl Christian Gmelin, Alexander Braun und Moritz August Seubert, waren bekannte Botaniker. Das Wahrzeichen des Hauses ist der Riesensalamander Andrias. Johann Jakob Scheuchzer beschrieb sein Fossil aus Öhningen 1726 irrtümlich als Gerippe eines in der Sintflut ertrunkenen Menschen, eines armen Sünders. Dann der Krieg. In der Nacht vom 2. zum 3. September 1942 zerstörten Phosphorbomben das Gebäude, und große Teile der Sammlung gingen verloren. Auch Teile der Badischen Landesbibliothek, die im selben Haus untergebracht war, wurden zerstört. Die Bibliotheken der geologisch-paläontologischen, der mineralogischen und der botanischen Abteilung wurden vollständig vernichtet. Mitarbeiter und fünfzig freigestellte Lehrer konnten nur die zoologische Bibliothek retten; deshalb besitzt sie nur 97 Bücher aus der Zeit vor 1800. Was ins Schloss ausgelagert war, ging im September 1944 mit dem Schloss unter. Einzig die Molluskensammlung blieb weitgehend erhalten. Der Wiederaufbau des Gebäudes war 1972 vorläufig abgeschlossen. Heute zeigt das Haus auf über 5000 Quadratmetern Dauerausstellungen, ein Vivarium und Sonderausstellungen. Die Dioramen aus den 1960er Jahren zeigen eine Wildschweinfamilie an der Suhle und ein Wolfsrudel bei der Jagd. Insekten bilden den größten Sammlungsbestand; lebende Blattschneiderameisen und Gespenstschrecken sind zu sehen. In einer Dunkelkammer mit ultraviolettem Licht leuchten Mineralien. Im Urzeitsaal können Sie die Entwicklung des Lebens über 540 Millionen Jahre verfolgen. Auf dem Platz vor dem Gebäude steht die Skulptur Springende Panther von Andreas Helmling.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Staatlichen Museum für Naturkunde am Friedrichsplatz. Es geht auf Sammlungen der Markgräfin Karoline Luise zurück und wurde 1785 für Bürger geöffnet. Wahrzeichen ist der Riesensalamander Andrias; sein Fossil hielt man 1726 für einen in der Sintflut ertrunkenen Menschen.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum für Tiere, Pflanzen und Steine. Hier gibt es Fossilien, versteinerte Tiere und Pflanzen, und lebende Tiere wie Blattschneiderameisen. Das Wahrzeichen ist ein Riesensalamander. Im Jahr 1726 beschrieb ein Forscher sein Fossil als Knochengerüst eines Menschen, der in der Sintflut ertrunken sei. Das war falsch. In einer dunklen Kammer leuchten Mineralien im ultravioletten Licht. Wie sieht ein Mensch aus, und wie ein Salamander? Würdest du den Unterschied erkennen?

Quellen

Koordinaten: 49.0073, 8.4003 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.