Stadtohr

Stadtrundgang Karlsruhe · Station 8 von 16

Badische Landesbibliothek

1500 · bibliothek, handschriften, markgrafen, reuchlin

Ein langgestreckter, dreigeschossiger Backsteinbau in dunklem Rot mit weiß gerahmten Gitterfenstern und flachem, dunklem Dach. Dahinter ragt ein höherer Block mit hellgelber Steinfassade auf. Sein Giebel ist wie die Silhouette eines Hauses geformt, die Wand trägt gleichmäßige Fensterreihen. Rechts steht ein großer Laubbaum, davor liegt ein gepflasterter Platz.
Foto: Badische Landesbibliothek, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein langgestreckter, dreigeschossiger Backsteinbau in dunklem Rot mit weiß gerahmten Gitterfenstern und flachem, dunklem Dach. Dahinter ragt ein höherer Block mit hellgelber Steinfassade auf. Sein Giebel ist wie die Silhouette eines Hauses geformt, die Wand trägt gleichmäßige Fensterreihen. Rechts steht ein großer Laubbaum, davor liegt ein gepflasterter Platz.

Ausführlich

Sie stehen vor der Badischen Landesbibliothek, einer großen wissenschaftlichen Universalbibliothek mit rund drei Millionen Medien, Stand 2025. Sie bewahrt Handschriften, Musikalien, Autographen, Nachlässe, Inkunabeln, alte Drucke und historische Karten. Ihre Geschichte ist rund 500 Jahre alt, und sie beginnt nicht in Karlsruhe. Um das Jahr 1500 legte Markgraf Christoph I. von Baden in seiner damaligen Residenz Pforzheim eine Büchersammlung an. Ein exaktes Gründungsdatum lässt sich nicht benennen. Das älteste Zeugnis markgräflichen Buchbesitzes ist sein Gebetbuch, vermutlich um 1490 in Paris entstanden. Dazu kam die Gelehrtenbibliothek des Humanisten Johannes Reuchlin aus Pforzheim mit seltenen hebräischen und griechischen Handschriften. Er vermachte sie dem Chorherrenstift in Pforzheim. Seit 1523 standen sie zusammen mit den Büchern der Markgrafen in der Stifts- und Schlosskirche St. Michael. Dann wanderten die Bücher mit den Herrschern. 1535 wurde die badische Herrschaft geteilt, und die Bücher wurden zwischen Pforzheim und Baden-Baden aufgeteilt. Markgraf Karl II. verlegte seine Residenz 1565 nach Durlach, und seine Bücher kamen in die dortige Karlsburg. Im 17. Jahrhundert wurde das Oberrheingebiet zum Kriegsschauplatz. Die Sammlungen mussten mehrmals außer Landes in Sicherheit gebracht werden, nach Straßburg, Basel und anderswohin. Viele Werke gingen verloren, ein Teil fiel 1689 der Zerstörung Durlachs zum Opfer. Erst mit den Schlössern in Karlsruhe und Rastatt entstanden neue Bibliotheksquartiere. Die Durlacher Bücher standen in einem 1765 vollendeten Nebengebäude des Karlsruher Schlosses, die Baden-Badener in Rastatt. Als Baden 1771 wiedervereinigt wurde, kam alles in Karlsruhe zusammen, geschätzt 20.000 Bände. Im selben Jahr erließ Markgraf Karl Friedrich die erste Benutzungsordnung. Sie erlaubte den Gebrauch allen, die Wissenschaften und schöne Künste studieren wollten. Nach 1803 wuchs die Bibliothek durch die Säkularisation: Sie durfte als Erste aus den Klosterbibliotheken auswählen, aus fast dreißig Bibliotheken wurde bis 1822 übernommen. Diese Handschriften wurden im Zweiten Weltkrieg rechtzeitig ausgelagert und überstanden die Zerstörung der Bibliothek unbeschadet. Am Friedrichsplatz stand ein eigens für Bibliothekszwecke entworfener Neubau, in dem die Sammlung seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts für alle zugänglich war. Mit dem Ende der Monarchie ging sie in staatliche Hände über. Heute gehört sie dem Land Baden-Württemberg.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Badischen Landesbibliothek. Sie geht auf die Büchersammlung des Markgrafen Christoph I. zurück, die er um das Jahr 1500 in Pforzheim anlegte. Heute hat sie rund drei Millionen Medien, darunter mittelalterliche Handschriften, alte Drucke und historische Karten.

Für Kinder

Du stehst vor einer sehr großen Bibliothek mit rund drei Millionen Büchern und anderen Medien. Ihre Geschichte ist rund 500 Jahre alt. Ein Markgraf fing um das Jahr 1500 in Pforzheim an, Bücher zu sammeln. Sein Gebetbuch ist das älteste Stück. Die Bücher zogen mit den Herrschern um, und im Krieg mussten sie sogar in andere Städte gebracht werden. Manche gingen verloren. Seit 1771 stehen die Sammlungen in Karlsruhe zusammen, damals waren es schon 20.000 Bände. Welches Buch würdest du 500 Jahre lang aufbewahren?

Quellen

Koordinaten: 49.0078, 8.39917 · auf der Karte

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