
Sie stehen vor dem Wedekindhaus, einem Fachwerkhaus im Renaissancestil an der Südseite des Marktes. Die Adresse lautet Rathausstraße 21, denn die Rathausstraße führt über den Marktplatz. Das Original wurde 1598 an prominenter Stelle schräg gegenüber dem Rathaus errichtet, vom Kaufmann Hans Storre als Wohn- und Geschäftshaus. Storre stammte aus der Hildesheimer Patrizierfamilie Storre. Doch als Hausname setzte sich nicht der des Erbauers durch, sondern der seines späteren Eigentümers Wedekind. 1900 wurde das Haus grundlegend renoviert, dann waren städtische Büroräume darin, später Geschäftsräume der Sparkasse. Am 22. März 1945 wurde es beim Bombenangriff auf Hildesheim völlig zerstört. 1950 entstand zunächst ein schlichter Sparkassenbau. Er musste 1983 im Zuge der Gesamtrekonstruktion des historischen Marktplatzes einem Neubau weichen, der von 1984 bis 1986 entstand. Dabei wurde die Fassade des Wedekindhauses weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Dasselbe galt für die Fassaden des Lüntzelhauses und des Rolandstifts rechts davon. Hinter diesen drei Fassaden verbirgt sich der zusammenhängende Neubau des Hauptsitzes der Sparkasse. Schauen Sie auf die Hauptfassade: Sie ist viergeschossig und kragt aus. In der Mitte sitzt ein mächtiges Dach-Zwerchhaus, daneben stehen zwei Ausluchten mit niedrigeren Giebeln, so entsteht eine Dreigiebelfront. Die Fachwerkfassade aus Eichenholz ist in den Brüstungsfeldern reich mit Schnitzereien geschmückt. Sie symbolisieren Tugenden, Laster und freie Künste. Anders als beim Knochenhaueramtshaus, das auch im Innern neu aufgebaut wurde, stellte man hier wie an der Nord- und Südseite des Platzes nur die Fassaden wieder her. Der Wiederaufbau des Marktplatzes war umstritten und löste in den 1970er und 1980er Jahren Kontroversen aus. Zwischen dem Wedekindhaus und dem Tempelhaus liegt der Eingang zur Judenstraße.
Sie stehen vor dem Wedekindhaus, einem Fachwerkhaus im Renaissancestil an der Südseite des Marktes. Der Kaufmann Hans Storre ließ es 1598 bauen. Seine Fassade wurde nach der Zerstörung 1945 weitgehend originalgetreu rekonstruiert.
Du stehst vor dem Wedekindhaus. Es ist ein Fachwerkhaus. Gebaut hat es 1598 der Kaufmann Hans Storre, aber der Name stammt von einem späteren Besitzer, Wedekind. Im Krieg wurde das Haus zerstört. Die Vorderseite hat man später wieder so gebaut, wie sie früher war. Schau sie dir an: Im Holz sind viele Bilder geschnitzt. Sie zeigen Tugenden, Laster und freie Künste. Und oben stehen drei Giebel nebeneinander. Findest du alle drei?
Koordinaten: 52.1525, 9.95164 · auf der Karte