Stadtohr

Stadtrundgang Hildesheim · Station 8 von 16

Knochenhaueramtshaus

· fachwerk, marktplatz, rekonstruktion, gilde

Knochenhaueramtshaus
Foto: А. Целлер, Public domain · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Marktplatz vor dem Knochenhaueramtshaus. Es wurde 1529 als Amtshaus der Fleischer errichtet und ist das bekannteste Fachwerkhaus der Stadt. Knochenhauer, das sind die Fleischer. Das Haus war ihr Gildehaus und steht in zentraler Lage am Marktplatz, gegenüber dem Rathaus. Im Keller lagerten die Waren, im ersten Stock tagte die Gilde, darüber lagen Vorratsräume und Wohnungen. Schauen Sie die Fassade hinauf. Sie ragt 26 Meter hoch und galt den Hildesheimern, unter Berufung auf eine Bemerkung von Eugène Viollet-le-Duc, als das schönste Fachwerkhaus der Welt. 1852 kaufte die Stadt das Haus und ließ es 1853 und 1854 umfassend instand setzen. Danach diente es als Leihhaus und städtische Sparkasse. Am 1. August 1884 brannten Dach und große Teile des Schmuckgiebels ab. Man baute alles in der alten Gestalt wieder auf, mit Hilfe von Fotografien und Gipsabgüssen der Ornamente. Am 22. März 1945 wurde das Haus beim Luftangriff auf Hildesheim vollständig zerstört. Es wurde selbst nicht von Bomben getroffen, aber von dem Brand erfasst, der nahezu die gesamte Innenstadt vernichtete. 1962 entstand an seiner Stelle ein siebengeschossiges Hotel. Vielen Hildesheimern galt das Knochenhaueramtshaus aber weiter als das Symbol Alt-Hildesheims. Als das Hotel in den 1980er Jahren in Konkurs ging, beschloss die Stadt, den historischen Marktplatz und seine Randbebauung vollständig wieder aufzubauen. Von 1986 bis 1989 wurde das Knochenhaueramtshaus zusammen mit dem Bäckeramtshaus auch im Innern in traditioneller Fachwerkbauweise rekonstruiert. Man verbaute 400 Kubikmeter Eichenholz und stellte mit etwa 7500 Holznägeln über 4300 Holzverbindungen her. Auf der Nordseite war die Dekoration der Windbretter nicht dokumentiert. Dort sehen Sie deshalb moderne Malereien, die Krieg und Zerstörung versinnbildlichen. An einer Knagge sitzt eine geschnitzte Porträtmaske von Norbert Blüm, der damals Bundesarbeitsminister war. Der Wiederaufbau war umstritten. 2017 wurden das Knochenhaueramtshaus und das Bäckeramtshaus ins Denkmalverzeichnis eingetragen. Seit 1989 ist im Haus ein Restaurant.

Kurzfassung

Sie stehen am Marktplatz vor dem Knochenhaueramtshaus, dem bekanntesten Fachwerkhaus der Stadt. Es wurde 1529 als Amtshaus der Fleischer errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es von 1986 bis 1989 originalgetreu rekonstruiert.

Für Kinder

Du stehst vor dem berühmtesten Fachwerkhaus von Hildesheim. Es ist ein Haus aus Holzbalken. Gebaut wurde es 1529 für die Fleischer der Stadt, damals hießen sie Knochenhauer. Am 22. März 1945 brannte das Haus im Krieg ganz ab. Später haben Menschen es genau so wieder aufgebaut, wie es früher war. Dafür brauchten sie 400 Kubikmeter Eichenholz und rund 7500 Holznägel. Schau auf die Nordseite des Hauses. Dort ist in Holz das Gesicht von Norbert Blüm geschnitzt, der damals Arbeitsminister war. Kannst du es finden?

Quellen

Koordinaten: 52.1528, 9.95139 · auf der Karte

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