Stadtohr

Stadtrundgang Hildesheim · Station 7 von 16

Dom St. Mariae und Michaeliskirche Hildesheim

· weltkulturerbe, bernward, rekonstruktion, kirchenkrone

Dom St. Mariae und Michaeliskirche Hildesheim
Foto: Collage by Lokal_Profil St. Mary's: Roland Struwe St Michael's: Heinz-Josef Lücking, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie sind beim Welterbe Dom und Michaeliskirche. Seit 1985 stehen beide Kirchen als außergewöhnliches Zeugnis religiöser Kunst im Heiligen Römischen Reich auf der Welterbeliste der UNESCO. Verbunden sind sie durch Bischof Bernward. Er war Erzieher und Berater Ottos III. Auf einer Italienreise lernte er antike Kunstwerke kennen, und im Kernland des ottonischen Reiches sollten nach seinem Willen vergleichbare Bauten und Kunstschätze entstehen. St. Michael ist seine Gründung. Er weihte die Kirche, trat an seinem Lebensende dem Konvent bei, und in der Krypta befindet sich bis heute sein Grab. Ein Dom bestand in Hildesheim schon vor Bernwards Amtsantritt. Das heutige Gebäude geht aber auf einen Neubau durch Bischof Hezilo zurück und existierte zu Bernwards Lebzeiten noch nicht. Im Dom stehen mit Bernwardstür und Christussäule zwei Meisterwerke des Bronzegusses, die Bernward in Auftrag gegeben hat. Beide waren ursprünglich für St. Michael vorgesehen. Die bemalte Holzdecke in St. Michael ist eines von zwei noch erhaltenen Beispielen solch extrem anfälliger Strukturen. Die Kirche ist neben St. Cyriakus in Gernrode der bedeutendste ottonische Kirchenbau, der noch teilweise erhalten ist. Was ist an diesem Welterbe echt? Beim Luftangriff am 22. März 1945 erlitten beide Kirchen schwerste Schäden, das ausgelagerte Inventar blieb unbeschädigt. Von St. Michael blieben nur 30 Prozent der Bausubstanz erhalten. Die Kirchen, die man heute sieht, sind Rekonstruktionsbauten der Nachkriegszeit. Das trägt zum einheitlichen Raumeindruck von St. Michael als vorromanischer Kirche bei, denn vor der Zerstörung besaß der Innenraum auch gotische Elemente, die bei der 1960 abgeschlossenen Restaurierung weggelassen wurden. Rekonstruktionen werden von der UNESCO durchaus als authentisch angesehen. Beispiele sind der Tempel von Abu Simbel, die Brücke von Mostar und die Warschauer Altstadt. Beide Kirchen stehen auf Hügeln und prägen so weiterhin das Stadtbild. Der Dom steht im Zentrum eines Kreuzes aus vier Kirchen: St. Michael, St. Godehard, die Heilig-Kreuz-Kirche und St. Bartholomäus. In Hildesheim nennt man das die Kirchenkrone.

Kurzfassung

Sie sind beim Welterbe Dom und Michaeliskirche. Seit 1985 gelten beide Kirchen als außergewöhnliches Zeugnis religiöser Kunst im Heiligen Römischen Reich. Verbunden sind sie durch Bischof Bernward, den Erzieher und Berater Ottos III.

Für Kinder

Du bist bei zwei Kirchen, die gemeinsam Welterbe sind: dem Dom und St. Michael. Das heißt, sie sind so wertvoll, dass die UNESCO sie schützt. Verbunden hat sie ein Bischof: Bernward. Er war der Erzieher und Berater von Otto dem Dritten. Im Krieg wurden 1945 beide Kirchen schwer getroffen. Was du heute siehst, wurde wieder aufgebaut. Die kostbaren Dinge aus den Kirchen waren vorher in Sicherheit gebracht worden. Vier Kirchen stehen wie ein Kreuz um den Dom. Die Hildesheimer nennen sie die Kirchenkrone. Kannst du dir das Kreuz vorstellen?

Quellen

Koordinaten: 52.15278, 9.94389 · auf der Karte

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